John Sinclair Classics - 35. Der Voodoo-Mörder



Die junge Tramperin Marina Baumann wird in einer dunklen Nacht von einem Autofahrer mitgenommen, alle Warnungen in den Wind schlagend. Doch tatsächlich ist sie an einen Mann geraten, der sie schon länger beobachtet und als sein nächstes Opfer für ein düsteres Ritual auserkoren hat - und damit das Unheil in die Welt lässt...

Die „John Sinclair Classics“ setzen noch vor dem Start der eigentlichen Serie und der Geschichte um den schwarzen Tod an, in dem das Team um den Geisterjäger schon weitgehend geformt ist. Und so ist in der 35. Episode der Serie das erste Zusammentreffen zwischen Sinclair und einem treuen Mitstreiter thematisiert: Der deutsche Ermittler Will Mallmann betritt erstmals die Bühne. Das sorgt natürlich nicht nur für Freude bei den Sinclair-Fans, sondern verleiht der Handlung der Folge auch eine gelungene Dynamik - die beiden Polizisten ermitteln auch unabhängig voneinander, was für einige kleine Cliffhanger sorgt. Doch auch ansonsten überzeugt die Handlung mit einer sehr dichten Stimmung, die mit ihrer Voodoo-Thematik einen ebenso fremdartigen wie bedrohlichen Unterton einbringt. Bereits die erste Szene um die junge Tramperin sorgt für viel Grusel, immer wieder sind auch im weiteren Verlauf sehr prägnante Szenen um Zombies und dunkle Beschwörungen zu hören. Hierbei lässt sich die Folge genügend Zeit, um diese Momente auch richtig wirken zu lassen und die düstere Stimmung zur Geltung kommen zu lassen, während ansonsten eine sehr schnelle Handlung erzählt wird. Am Ende werden dann sogar noch einige falsche Fährten gelegt – eher ungewöhnlich für die Reihe und gerade deswegen ein sehr wirkungsvolles Element. Mir hat „Der Voodoo-Mörder“ außerordentlich gut gefallen, besonders da die Stimmung so dicht ist.

Lutz Riedel ist in dieser Serie erstmals als Will Mallmann zu hören, er setzt seine markante Stimme wieder sehr geschickt ein, um eine lebendige und markante Figur zu erschaffen. Er trifft dabei auch den Humor der Serie und hinterlässt einen rundum positiven Eindruck. Professor Wilbur Carson wird von Wolf-Dietrich Sprenger gesprochen, der sich als echte Bereicherung für das Hörspiel ist und die unheimliche Stimmung der Episode gekonnt aufgreift und verstärkt. Dabei schafft er eine düstere Aura um die Figur, die für viel Reiz sorgt. Natürlich ist Dietmar Wunder auch wieder als John Sinclair zu hören, mit seiner sehr präsenten Stimme, dynamischem Ausdruck und einem guten Gespür für das richtige Timing ist er sowohl in den Dialogen als auch in seinen zusätzlichen Erzähltexten sehr stark. Weitere Sprecher sind Katharina von Keller, Marianne Bernhard und Linda Fölster.

Akustisch ist die Episode erneut sehr detailliert umgesetzt, die Produktion überzeugt mit ihrer dichten Stimmung. Da gibt es das leise Prasseln des Regens gegen die Fensterscheibe ebenso wie laute Schockgeräusche in den Actionszenen und eine überzeugende musikalische Gestaltung. Das bringt viel Atmosphäre in die Handlung und zeichnet den Spannungsbogen der Episode gekonnt nach.

Das Cover mit dem unverkennbaren Zeichenstil von Timo Wuerz ist erneut sehr markant geraten, die nackte junge Frau mit den leeren Augen und den vielen Nadeln im Körper sorgt mit ihrem leblosen Ausdruck direkt für die richtige Stimmung, was durch die düstere und kalte Farbgebung unterstützt wird. Wie bereits in der ursprünglichen Serie um den Geisterjäger ist das Innere des Booklets sehr schlicht geraten und enthält keine weiteren Informationen.

Fazit: Schnell baut sich hier eine dichte und unheimliche Stimmung auf, die bis zum Ende immer mehr an Kraft gewinnt und sehr eindringlich umgesetzt ist. Das Thema ist sehr abwechslungsreich umgesetzt und überzeugt auch durch ein paar geschickte Winkelzüge, die mich sehr überzeugt haben. Eine sehr starke Episode der Reihe!

VÖ: 29. März 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785756102

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