Offenbarung 23 - 85. American Dream



Das überraschende Aufeinandertreffen mit dem totgeglaubten Colin versetzt die Hackergruppe um T-Rex in Erstaunen, doch zur gleichen Zeit erreicht sie eine neue Chiffre. Sie forschen nach, wie die USA zur Weltmacht und selbst ernannten Weltpolizei aufgeschwungen ist - und wie sich finstere Strippenzieher im Hintergrund den amerikanischen Traum zunutze machen...

Wirkliche Abwechslung wird in den Episoden von „Offenbarung 23“ momentan nicht geboten, der Aufbau ist aber in der 85. Folgen zumindest im letzten Drittel deutlich abwechslungsreicher. Die Gespräche sind zunächst wieder recht lang und wechseln zwischen verschiedenen Szenerien hin und her, die Dialoge sind lang und greifen eng ineinander. In „American Dream“ gibt dann später deutlichere Verschiebungen in der Rahmenhandlung, die mit dem Auftauchen von Colins ihren Anfang nehmen und mal wirklichen Einfluss auf dir Episode nehmen. Das sorgt für einige spannende Szenen und gibt mehr von der Hintergrundgeschichte um die Familie die Fibunacci preis. Das gewählte Thema des American Dream und den Hintergründen der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der USA ist dazu sehr treffend eingebaut und ist recht vielseitig beleuchtet, sodass viele Aspekte beleuchtet werden - nicht als Ist-Zustand, sondern eben als Theorie, die in den Hinterzimmern der Mächtigen und Einflussreichen gesponnen werden. Die dabei eingebaute Kritik an realen Personen kommt dabei ohne die Nennung von Realnamen aus, ist aber gerade deswegen umso wirksamer. Das Finale der Episode ist spannend und bedrohlich, führt einige Handlungsstränge zusammen und gefällt mir mit ihrer düsteren Ausstrahlung sehr gut. Einige Momente wirken zwar immer noch sehr hochtrabend, genau dadurch bekommt die Serie ja aber auch ihren Ausdruck. Eine interessante Folge, nicht perfekt, aber dennoch hörenswert.

Die Rolle des Colin wird von Stefan Krause gesprochen, der mit seinem dunklen Klang besonders die Verbitterung des jungen Widerstandskämpfers treffend herüberbringt und eine geheimnisvolle Aura um die interessante Figur spinnt. Mit Miles Davidson spricht Michael Pan eine interessante Figur, die durch eine treffende und ausdrucksstarke Aussprache eine gelungene Aura um die Figur schafft, sodass die Szenen einen passenden Ausdruck erhalten. Wie immer überzeugt Alexander Turrek als T-Rex alias Georg Brand mit seinem festen Klang und der glaubhaften Art, auch wenn er nicht während aller Dialoge die Energie halten kann und die Spannung in seiner Sprechweise dann deutlich abfällt. Weitere Sprecher sind Luisa Wietzorek, Liane Ruloph und Jens Riewa.

Die Serie hat eine sehr individuelle akustische Umsetzung, die auch hier wieder passend umgesetzt wurde und unverwechselbar zu „Offenbarung 23“ gehört. Viele Dialoge sind eher nüchtern und ohne weitere Elemente umgesetzt, nur in den Szenenwechseln kommt gut ausgewählte Musik zum Einsatz. Die Geräusche sind treffend eingebaut und sorgen für einen lebendigeren Eindruck, aber auch eher sparsam eingesetzt.

Das Titelbild der Folge zeigt ganz schlicht die US-amerikanische Flagge, die sich von dem schwarzen Hintergrund abhebt und sich aus festem Stoff sanft zu wellen scheint. Der goldene Schriftzug mit dem ausladenden Logo passt gut dazu. Wie immer ist schon auf der Rückseite die Sprecherliste zu sehen, während die restliche Gestaltung schlicht und wenig aufgeregt wirkt.

Fazit: Die Enttarnung des amerikanischen Traumes als politisches und elitäres Instrument der Machterhaltung ist gut umgesetzt, wird aber durch die markantere Rahmenhandlung mit Colin im Mittelpunkt gekonnt ergänzt und fügt der Episode deutlich mehr Handlung hinzu, als es zuletzt der Fall war. Hörenswert, wenn auch nicht durchgängig packend.

VÖ: 1. November 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785759882

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