Insel-Krimi - 11. Sherlock Holmes auf Langeoog



Steffen Wiesner und seine Frau Lena erfahren aus der Zeitung von einem merkwürdigen Fall, bei dem eine junge Frau nur mit knapper Not einem Entführer entkommen ist. Als sie Besuch von einem alten Freund von Steffen bekommen, ahnen sie noch nicht, dass sie bald selbst mitten in diesen Fall geraten - und welche perfide Idee hinter der Entführung steckt...

Die „Insel-Krimi“-Reihe, die aktuell von Contendo Media in einem schnellen Rhythmus veröffentlicht wird, hat sich vor allem auf das Duo von Arne und Nele konzentriert, lässt aber ab und an auch andere Hauptfiguren zu. So auch in der elften Episode, in der das Paar Steffen und Lena im Vordergrund steht. Nach einer ebenso rätselhaften wie unheimlichen Introszene um die oben erwähnte Entführung geht es erst einmal deutlich ruhiger und entspannter weiter. Die beiden werden in gewöhnlich wirkenden Alltagsszenen begleitet, die zunächst einmal keinen wirklichen Bezug zu dem Fall zu haben scheinen. Hier sind zwar einige Figuren und Zusammenhänge erwähnt, der Hörer kann diese aber erst wesentlich später zuordnen. Genau das sorgt leider auch für einen etwas langwierigen Eindruck, schließlich weiß der Ersthörer nicht, wie er alles zusammenbringen kann. Eingestreut sind allerdings auch spannende und schockierende Szenen um einen Freundeskreis mit ziemlich morbidem Hobby. Das weckt durchaus das Interesse, für meinen Geschmack wird aber deutlich zu spät der Bezug zu den Hauptfiguren hergestellt. Im letzten Drittel werden dann auch einige gelungene Zusammenhänge und Elemente eingebaut, manches davon wirkt aber auch ziemlich weit hergeholt und wirkt recht aufgesetzt. Die Kombination aus langsamen Verlauf und später sich überschlagenden Ereignissen hätte aber stimmiger verteilt werden können, um einen gleichmäßigeren Spannungsaufbau zu erzeugen. Die Insel-Stimmung und das Flair der Serie sind aber wieder gut inszeniert.

Steffen Wiesner wird von Matthias Keller gesprochen, der in der Rolle sehr gut platziert ist und mit viel Ausdruck und einer lockeren, spontan wirkenden Sprechweise eine sympathische Figur schafft. Dana Friedrich spricht seine Frau Lena Roehl-Wiesner ebenfalls authentisch und glaubwürdig, wobei sie sich gut den jeweiligen Szenerien anpasst und so einen runden Gesamteindruck hinterlässt. Als Erwin Seuter ist Michael Pan zu hören, der mit seiner markanten Stimme auch hier überzeugt und trotz seines kurzen Auftritts einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Markus Haase, Claus Vester und Pat Murphy.

Akustisch konzentriert sich die Folge eher auf eine ruhige Untermalung, sodass auch mal nur eine einsame Geigenmelodie oder ein melancholisches Akkordeon zu hören ist. Das ist gut auf die Handlung abgestimmt und passt sich immer wieder auf die vorherrschende Stimmung an. Auch Geräusche sind passend eingefügt und sorgen für einen lebendigen Eindruck der Dialoge oder schaffen stimmige Hintergründe.

Wie bereits die vorigen Titelbilder der Serie wird auch hier viel Inselflair erzeugt, eine idyllische Düne mit einem Leichtturm im Hintergrund sind harmonisch dargestellt. Lediglich die Lupe, die im Sand liegt, deutet auf den Krimihintergrund der Serie hin. Das Innere ist wieder übersichtlich aufbereitet, zusätzliche Informationen sind in dem Booklet nicht vorhanden.

Fazit: Das Thema der Folge ist spannend gewählt und fügt einige interessante Ideen ein. Der Verlauf der Episode ist aber recht langsam geraten, während sich das letzte Drittel zu überschlagen scheint. Auch wirkt das Hörspiel in vielen Details nicht sonderlich gut durchdacht, worüber der aufmerksame Hörer stolpern muss. Die Ausführung hätte also stimmiger sein können, Stimmung und Charaktere sind aber wieder gut gelungen.

VÖ: 24. Januar 202
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783967620030

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