Inspector Lestrade - 7. Die Feuerspur



In einer ruhigen Londoner Nacht ertönt plötzlich ein lauter Knall, eine Explosion erschüttert die Sloane Street. Zwar kommt niemand ums Leben, dennoch wird Inspector Lestrade zu dem Fall hinzugezogen und beginnt wie immer mit seinen unermüdlichen Recherchen. Doch er ahnt nicht, dass wesentlich mehr hinter dem scheinbaren Unfall steckt als er zunächst gedacht hätte...

Mittlerweile kommt die Krimiserie „Inspector Lestrade“ ohne die Starthilfe von Sherlock Holmes und Dr. Watson aus, aus deren Kosmos die Hauptfigur entstammt - eine kurze Erwähnung des bekannten Gespanns schadet aber auch nicht in der siebten Episode „Die Feuerspur“. Noch stärker als sonst werden hier die Vorteile der Serie eingebracht, sodass dem Ermittler neben seinem treuen Begleiter Dash noch zahlreiche Seargents und Helfer zur Seite stehen, die Dynamik der Episode wird durch den großen Polizeiapparat spürbar gefördert. Doch auch die (wenigen) Szenen, die die Gegenspieler von Lestrade und seinem Team darstellen, kleine Teile ihres Plans offenbaren und dem Hörer ein wenig Wissensvorsprung geben, sind ein gelungenes Element und verschärfen die Stimmung. Das funktioniert gut, ein paar etwas zu lang geratene Szenen haben sich dennoch eingeschlichen. Auch der feine Humor der Serie kommt wieder treffend zur Geltung, die charmanten Charaktere und die trockenen Sprüche funktionieren sehr gut und sorgen für viel Schmunzeln. Der Fall an sich ist recht rätselhaft, der Hörer wie auch die Hauptfigur bieten nur wenige Anhaltspunkte, was hinter der nächtlichen Explosion steckt. Die Handlung baut sich gelungen auf und führt zu einem unerwarteten Finale, sodass eine runde und hörenswerte Episode entstanden ist.

Mit harter, ausdrucksstarker Stimme setzt Peter Weis die Rolle des Mitch Clemens sehr gelungen um und lässt eine kühle Aura um den Gangsterboss entstehen, die seinen Szenen einen kraftvollen Ausdruck verleiht und die Stimmung der Episode verschärft. Auch Amadeus Strobl passt als Billy Hale sehr gut in die Atmosphäre der Handlung, er spricht mit treffendem Ausdruck und markant. In der Hauptrolle des Inspector Gordon Lestrade natürlich ist Lutz Harder zu hören, der seine Stimme wieder facettenreich klingen lässt und den Spannungsbogen der Episode ebenso gut umsetzt wie die lockeren Szenen mit dem feinen Humor der Hauptfigur. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Douglas Welbat und Peter Kirchberger.

Die Dialoge stehen auch in dieser Episode der Serie immer im Mittelpunkt, werden aber durch zahlreiche Geräusche gelungen untermalt. So ist beispielsweise die geschäftige Londoner Einkaufsstraße ebenso glaubwürdig und abwechslungsreich umgesetzt wie die nächtliche Szenerie mit dem plötzlichen Knall oder die Szenen auf dem Polizeirevier. Die Musik ist während der Szenenübergänge mit deutlich swingendem Ausdruck lebendig ergänzt.

Der charmante Zeichenstil der Covergalerie der Serie kommt bei dieser Episode besonders gut zur Geltung. Das Feuer aus der Londoner Kanalisation lodert blau, die erschrockenen Menschen und die Kutsche mit dem scheuenden Pferd sind in kräftigen Farben ebenso ungewöhnlich wie ansehnlich geraten. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es kaum weitere Informationen.

Fazit: Die Atmosphäre der Serie kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung und sorgt mit dem feinen Humor und den schnellen Entwicklungen aufgrund der vielen ermittelnden Polizisten für Kurzweil, auch wenn manche Dialoge im Mittelteil etwas lang geraten sind. Der Fall an sich nimmt einige verschlungene Pfade und lässt in seinem Druck auch nicht nach, als Identität der Täter und das Motiv klar sind. Das ist sehr gelungen konzipiert und überzeugt auch mit den geschliffenen Dialogen.

VÖ: 25. Oktober 2019
Label: Fritzi Records
Bestellnummer: 9783864735332

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