Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 23. Das Medusa-Syndrom



Die Expedition nach Spitzbergen sollte eigentlich Beweise für eine bisher unbekannte Hochkultur in der unwirtlichen Umgebung sammeln. Doch nur ein Teilnehmer ist unbeschadet zurückgekehrt. Sowohl die englische Krone als auch der Unternehmer Jeremiah Spart-Hornton, dessen Sohn ebenfalls mitgereist ist, wollen den Verbleib der Reisegruppe aufklären und beauftragen Mycroft Holmes und Oscar Wilde mit den Ermittlungen...

Es sind immer neue Ansätze, mit denen das ungleiche Duo aus Mycroft Holmes und Oscar Wilde in der nach ihnen benannten Serie konfrontiert wird. Auch die 23. Episode findet wieder einen neuen Aufhänger für die Episode ind entführt den Hörer in die eisige Schneewelt um Spitzbergen. Dazu wird in der Introszene die Expedition in Auftrag gegeben, direkt danach berichtet der einzige Überlebende Jack Adams von den Ereignissen, mit denen die Reisegruppe konfrontiert wurde. Dies ist in vielen Rückblenden geschehen, sodass auch der Hörer in die finstere Szenerie versetzt wird und viele unheimliche Momente miterlebt. Diese Erzählweise hat zudem den Vorteil, dass Oscar Wilde und Mycroft Holmes schon früh in Erscheinung treten und dem Hörer den unterhaltsamen Schlagabtäuschen bieten, selbst wenn sie selbst erst nach etwa der Hälfte der Episode aktiv ins Geschehen eingreifen und Wilde selbst nach Spitzbergen reist. Auch hierbei wird eben nicht nur die Handlung vorangetrieben, sondern auch durch die vielen Beschwerden und Kommentare des bekannten Autoren die Eigenheiten der Serie unterstrichen werden. Mir gefällt, wie sich hier Elemente aus Abenteuer, Mystery und Krimi vereinen und für einen sehr unterhaltsamen Verlauf der Handlung überzeugen, die sehr bedrohlich wirkt und viele gelungene Einfälle für eine dynamische Stimmung sorgen. Oft wird der Hörer dabei überrascht, was die Szenerie sehr dicht wirken lässt.

Der wunderbare Till Hagen ist als Jeremiah Spart-Hornton zu hören, der durch seine markante Stimme eine sehr präsente Aura für die Figur schafft und den Unternehmer mit viel Ausdruck ausstattet. Uve Teschner gestaltet die Rolle des Jack Adams mit rauer, dunkler Stimme und bringt so besonders die gruseligen Momente der Expedition gut zur Geltung. Er sorgt dabei für eine intensive Stimmung, die die Expedition präsent wirken lässt. Reent Reins spricht natürlich wieder die Rolle des Mycroft Holmes und stattet den Sonderermittler der Krone mit scharfem Spott in der Stimme und einer sehr eingängigen Sprechweise aus, was der Reihe erneut eine individuelle Ausstrahlung verleiht. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Andreas Borcherding und Tommi Piper.

Die Stimmung, die in der Serie verbreitet wird in dieser Episode gekonnt variiert und mit zahlreichen unheimlichen Momenten versehen, was durch passende Musikstücke, vor allem aber auch durch eine Vielzahl an Geräuschen erzeugt wird. Das Heulen des Windes und das Knirschen von Schnee unter den Stiefeln sorgen zudem für eine passende winterliche Szenerie, sodass die Umgebung Spitzbergens lebendig wirkt.

Die sagenumwobene Medusa, die dem Hörspiel den Titel verleiht, ist auch auf dem Cover der Episode zu sehen. Der mit zahlreichen Schlangen gekrönte Kopf ist mit kaltem Blick in Stein gehauen und wirkt durch die Farbgebung der Serie mit ihren Beige- und dunklen Rottönen noch unheimlicher. Die restliche Gestaltung ist wie immer schlicht und übersichtlich geraten, während der Raum im Inneren vor allem für Produkthinweise genutzt wird.

Fazit: „Das Medusa-Syndrom“ ist von Anfang an mit einer sehr dichten, unheimlichen Szenerie versehen und baut dynamisch eine spannende Handlung auf. Gleich mehrere Rätsel müssen gelöst werden, wobei nie der Fokus von den spannenden Ereignissen um die Charaktere verloren wird. Das wirkt bedrohlich, düster und sehr eindringlich, sodass mir die Episode mal wieder sehr gut gefallen hat.

VÖ: 4. Oktober 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759950

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