John Sinclair Classics - 34. Die Todesgondel



Als der Komponist Professore Spinelli sein neues Werk vor einem Konsortium vorspielt und dabei komplettes Missfallen erntet, schwört er finstere Rache. Die junge Carla Bonetti muss schon bald in einer dunklen am eigenen Leib erfahren, wie er seinen Plan ausführt. Zufällig erfährt auch Bill Conolly von dem Fall und ruft John Sinclair zur Hilfe...

Venedig ist ein sehr markanter Schauplatz für die 34. Episode der „John Sinclair Classics“ und bietet eine ganz andere Atmosphäre als das oft bemühte London oder das ebenso klassisch anmutende kleine abgelegene Dorf. Das wird auch gelungen eingebaut, durch die Besonderheiten der Stadt mit ihren vielen Kanälen fühlt man sich mitten in die italienische Touristenhochburg versetzt. Auch der Fall an sich mit seinem mystischen Hintergrund ist perfekt darauf abgestimmt und würde wohl in keiner anderen Stadt so passend wirken. Mir gefällt, wie recht schnell am Anfang eine alte Legende erzählt wird, die die Stimmung der Episode immer wieder beeinflusst und eine ungewöhnliche, aber gewohnt unheimliche Atmosphäre erzeugt. Die Handlung an sich konzentriert sich an das (hier noch nicht verheiratete) Paar aus Bill und Sheila, die in der Gondelstadt einen ziemlich verpfuschten Kurzurlaub verbringen und in große Gefahr geraten - Sheila als Opfer, Bill wie immer mittendrin in actionreichen Kämpfen und gefährlichen Ermittlungen, später dann auch mit John Sinclair, der wieder etwas mehr zu tun hat als in der vorigen Episode. Der Verlauf der Geschichte ist flüssig und durch die vielen Szenenwechsel dynamisch erzählt, die Spannung durch die ständige Bedrohung durchgängig hoch. Das Finale nutzt das Potenzial der Legende allerdings nicht ganz aus und bricht kurz vor dem ganz großen Höhepunkt ab, aber gerade dadurch gewinnt die Geschichte auch an Überraschung, da das Finale nicht ganz typisch wirkt.

Die Rolle des Mario Stefani wird von Dirk Petrick gesprochen, der mit viel Energie und einer überzeugenden Sprechweise überzeugt, in den allzu emotionalen Momenten aber etwas hölzern wirkt und nicht alle Momente glaubhaft herüberbringt. Der wunderbare Santiago Ziesmer ist als Professore Spinelli zu hören, er bringt die Rolle auf den Punkt und überzeugt mit einer unheimlichen Aura, die er mit seiner kratzigen Stimme zum Leben erweckt und so sehr zum Gruselfaktor der Episode beiträgt. Daniela Hoffmann ist als Sheila Hopkins ebenfalls wieder sehr stark, spricht die Figur ausdrucksstark und markant, wobei sie in den verschiedenen Situationen sehr glaubwürdig wirkt. Weitere Sprecher sind Bert Franzke, Detlef Bierstedt und Jürgen Holdorf.

Auch diese Episode der Serie erlaubt sich in der Abmischung keine Schwächen, Musik und Geräusche sind sehr stimmig zusammengeführt. Der Soundtrack ist wieder bombastisch, laut und vielseitig, sodass der Spannungsbogen der Handlung nachgezeichnet wird - besonders da auch leise, unheimliche Momente ihren Platz finden. Passend auf die Dialoge abgestimmt sorgen Geräusche und Effekte für einen lebendigen und intensiven Eindruck.

Das Cover zur Folge fällt durch die gelungene Darstellung eines unheimlichen Gondolieres mit undurchsichtiger Maske auf, während in dem typisch venedischen Boot eine angsterfüllte Frau kauert. Auch die restlichen Details sind sehr stimmig dazu komponiert, besonders die rot leuchtenden Augen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt. Die restliche Gestaltung ist schlicht und übersichtlich, aber ohne zusätzliche Informationen.

Fazit: „Die Todesgondel“ überzeugt mit ihrem stark in Szene gesetzten Schauplatz, da Venedig mit seinen örtlichen Besonderheiten, aber auch einem finsteren Mysterium gekonnt eingebunden wurde. Aber auch die temporeich erzählte Handlung, die flüssigen Dialoge und die stimmigen Charaktere sorgen für einen gelungenen Ausdruck der Handlung. Eine sehr solide Episode der Serie, die nur im Finale etwas flach wirkt.

VÖ: 28. September 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785756096

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