John Sinclair - 133. Mörderische Weihnachten



Für ein ganzes Jahrzehnt hat Frank Adams nach der Tötung seiner Exfrau am Weihnachtstag hinter Gittern verbracht - vor allem wegen der Aussage seines Sohnes Martin, der bei der Tat anwesend war. Doch nun ist er aus dem Gefängnis entkommen und sinnt auf Rache an seinem Sohn. Und diesem wird nach dem ersten Aufeinandertreffen ausgerechnet von John Sinclair gerettet...

Bei vielen Hörspielserien gibt es früher oder später Sonderfolgen, die sich eines weihnachtlichen Themas annehmen - oder zumindest zur Weihnachtszeit spielen. Bei John Sinclair hätte man dies vielleicht nicht unbedingt erwartet, immerhin hat es bis zur 133. Episode gedauert, bis „Mörderische Weihnachten“ umgesetzt wurde. In der Introszene um den Weihnachtsabend bei Familie Adams geht es schnell brutal und unheimlich zu, die ziemlich markante Szene fällt auch durch ihre explizite Gewaltdarstellung auf, wobei erst einmal keine eindeutig übernatürliche Elemente eingebunden sind - was gerade dadurch umso heftiger wirkt. Der Schwenk zu John Sinclair wird ebenso passend wie ungewohnt durch einige Medienausschnitte eingeleitet, danach folgt eine recht typische Geschichte des Geisterjägers - Recherchen von John, einige lockere Szenen mit sarkastischen Sprüchen, eine Handvoll unheimlicher Momente. Das ist stimmig und unterhaltsam erzählt, aber erst einmal recht überraschungsfrei - jedenfalls bis John Sinclair immer mehr Hinweise auf einen seiner Gegenspieler bekommt und sich ein menschlicher Übeltäter in einer sehr markanten Szene offenbart. Einige sehr eindringliche Momente und ungewöhnliche Ideen sorgen in dieser Episode für die richtige Würze, sodass mir „Mörderische Weihnachten“ sehr gut gefallen hat.

Frank Adams wird von Nicolas König gesprochen, der einen sehr markanten Ausdruck in seine Stimme legt und nicht nur die Wut des Mannes sehr gut zur Geltung bringt, sondern auch seinen steigenden Irrsinn, sodass die Rolle in Erinnerung bleibt. Martin Adams wird in seiner jungen Version im Intro von Piet Rose gesprochen, der für sein junges Alter beachtliches leistet. Sein mal kindlich aufgeregter, mal kühler und berechnender Ton sorgt für einen sehr gelungenen Ausdruck der Figur und wirkt dabei sehr ausdrucksstark. Sein erwachsenes Ich bekommt seine Stimme von Julian Greis geliehen, der mit seinem ausdrucksstarken Klang eine sehr starke Aura für seine Figur schafft, allerdings auch etwas zur Übertreibung neigt und seine Rolle in manchen Momenten überzeichnet. Weitere Sprecher sind Stephanie Keller, Hartmut Becker und Maria Koschny.

Dass eine Episode von John Sinclair mit heimeliger Weihnachtsmusik startet, ist schon sehr ungewöhnlich, aber passend eingebaut. Später gibt es aber das typische Effektgewitter aus zahlreichen, auch mal lauteren Geräuschen und düsterer Musik, die mal atmosphärisch, mal treibend und hart wirkt. Wie immer wirkt das sehr stimmig und ist hervorragend an die Handlung angepasst.

Ein ziemlich bösartig wirkender Weihnachtsmann ziert das Cover der Episode, was natürlich wieder in dem typisch nostalgischen Stil der Serie gehalten ist. Ein langes Messer in der Hand, das Gesicht zu einer grausigen Fratze verziert, eine Frau in schwarzem Kleid statt eines Sackes über die Schulter geworfen - ein stimmig zusammengestelltes Bild, das auch gut zu diesem Hörspiel passt. Als akustischen Bonus gibt es nach der Handlung noch einige Outtakes der letzten Folgen zu hören.

Fazit: „Mörderische Weihnachten“ ist zwar mit einigen Kommentaren in die Serienhandlung eingebunden, steht aber doch für sich allein und präsentiert eine in sich abgeschlossene Handlung, die mit ihren ungewöhnlichen Ideen überzeugt. Die Betonung der gruseligen Momente der Handlung und der starke Ausdruck einiger Figuren gefällt mir sehr gut, zumal der Verlauf flüssig und spannend erzählt wurde. Eine starke Episode, die mir sehr gut gefallen hat.

VÖ: 4. Oktober 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785759332

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