Insel-Krimi - 10. Helgoland ist abgebrannt



Es sollen ein paar ruhige Tage für Arne Brekewoldt und Nele Röwekamp werden, für den Jahreswechsel haben sie sich in eine kleine Pension auf Helgoland eingebucht. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft fallen sie fast einem Brandanschlag zum Opfer, sodass die romantische Stimmung sofort verflogen ist und Arnes Spürsinn wieder gefordert ist...

Dass der Polizist Arne Brekewoldt (mit "dt") und seine Freundin, die Ärztin Nele Röwekamp, ein Faible für die norddeutschen Inseln haben und scheinbar auch nicht auf die Idee kommen, mal einen Urlaub auf dem Festland zu machen, sorgt für immer neue Situationen in der Hörspielserie "Insel-Krimi", in der die beiden Figuren einen festen Platz gefunden haben. Und so widmet sich auch der Start der zehnten Episode (nebenbei: Glückwunsch zum kleinen Jubiläum) der Beziehung der beiden, einige entspannte Szenen mit viel Lokalkolorit sorgen für einen lockeren Einstieg. Die Entwicklung ihrer Beziehung ist treffend gestaltet und hat mir gut gefallen, der Fall an sich ist aber nicht sonderlich stark. Denn genauso zufällig wie die beiden Figuren dort hineingeraten und mal wieder zum falschen Zeit am falschen Ort sind, genauso wenig tragen sie am Ende zur Auflösung des Falles bei. Sicherlich wird an einigen Punkten ermittelt, sich mit einem hochnäsigen Helgoländer Kollegen herumgeschlagen und ein paar Analysen zum Fall angestellt, der Täter entlarvt sich aber am Ende komplett selbst. Das wirkt ziemlich beliebig, sodass auch der gut gemeinte, aber leider völlig überzogene Schluss nicht mehr viel retten kann. Und nur die Betonung der beiden gelungenen Hauptfiguren und das lebendige Lokalkolorit können die sehr langsame Handlung nicht interessanten genug gestalten.

Der norddeutsche Dialekt wird hier noch weiter eingebaut, besonders die Nebenrollen sprechen mit den typisch langgezogenen Vokalen. Bernd Ehlers wird von Jürgen Holdorf gesprochen, der das etwas dezenter, aber treffend einbaut und mit sehr solider Sprechweise und glaubhafter Betonung punktet. Als Bogdan Aljinovic ist Jens Wendland zu hören, der durchaus lebendig spricht und eine authentische Betonung präsentiert, seine Szenen fügen sich dadurch gut in die Handlung ein. Ole Fahrenkrog wird durch Felix Würgler gesprochen, dessen nüchterne Art gut in das norddeutsche Ambiente passt, zumal er ein paar interessante Facetten einbaut. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Joseline Gassen und Constantin von Westphalen.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist wie bereits bei den vorigen Episoden eher auf die Geräusche bezogen, wobei die meisten Dialoge ruhig und treffend umgesetzt wurden, die Anschläge sind aber auch mal deutlich lauter und heftiger, was seine Wirkung nicht verfehlt. Die Musik ist eher ruhig, aber treffend eingebaut und gut auf die Handlung angepasst.

Das lodernd brennende Haus, das sich in der dunklen Nacht von dem dunklen Himmel abhebt. Das Lokalkolorit wird wieder insbesondere von dem Leuchtturm auf dem Cover erzeugt. Das Motiv ist passend gewählt und fällt sicherlich auf, hätte aber auch nich etwas detailreicher gestaltet werden können. Auch das Innere gibt neben den üblichen Angaben keine weiteren Informationen preis.

Fazit: Leider konnte mich „Helgoland ist abgebrannt“ nicht wirklich überzeugen, deutlich zu viele Zufälle und Ungereimtheiten lassen weder Spannung noch Glaubwürdigkeit aufkommen. Besonders die Enttarnung des Täters ist deutlich zu schlicht geraten, wobei am Ende zu viel gewollt wird, vermutlich um die sehr langsame Handlung auszugleichen. Das kann die Serie eigentlich deutlich besser.

VÖ: 15. November 2019
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783945757710

Datenschutzerklärung