Edgar Allan Poe & Auguste Dupin - 7. Der Tod des schwarzen Schafe



Auch wenn Edgar Allan Poe die Ernsthaftigkeit der Klatschzeitung anzweifelt, meint Auguste Dupin das plötzliche Ableben einiger skandalumwitterten Nachkommen bekannter Familien eine Verbindung zu sehen. Seine Neugier ist geweckt, sodass er in den Fällen zu ermitteln beginnt – und schnell auf Widerstand bei seinen Recherchen stößt...

Dass auch schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Klatschblätter existiert haben, die sich genüsslich auf die Eskapaden der Adeligen auseinandergenommen haben, ist der Ausgangspunkt der siebten Episode um „Edgar Allan Poe & Auguste Dupin“, der sich gleich um zwei seltsame Todesfälle kümmert. Die Opfer lernt man kaum kennen, lediglich zwei kurze Introszenen um deren Tod lassen diese in Erscheinung treten. Vielmehr hangelt sich die Handlung an den Ermittlungen des französischen Detektivs Auguste Dupin entlang, der mit scharfem Blick, einer fintenreichen Ermittlungsweise und einer gewissen Penetranz den bekannten Vorlagen des realen Edgar Allan Poes sehr nahe kommt und dabei für eine markante Grundstimmung sorgt. Die Szenen sind dabei recht lang geraten, wirken durch die lebendigen Dialoge, in denen es kaum überflüssige Details gibt, aber kurzweilig und lebendig. Lange Zeit ist unklar, wohin sich das alles entwickelt, wer hinter den Attacken steckt, was für eine rätselhafte Stimmung sorgt. Zugegeben ist dann irgendwann klar, woher der Hase läuft, doch auch danach findet die Handlung einen Weg, für kleine Überraschungen zu sorgen und den Druck nicht rückgängig wirken zu lassen. Gepaart mit den geschliffenen Dialogen und ausdrucksstarken Charakteren hat mir „Der Tod der schwarzen Schafe“ gut gefallen.

Die Rolle des Xavier Bousquet wird von Tonias Lelle übernommen, der viel Ausdruckskraft mit sich bringt und seine Dialoge mit vielen Feinheiten ausstattet, sodass er eine rätselhafte Stimmung um die Figur schafft. Marquis Alexandre Landry wird von Volker Brandt gesprochen, der ebenfalls für reichlich Stimmung sorgt und eine lebendige Sprechweise mit viel Überzeugung präsentiert. Manfred Lehmann ist natürlich wieder in der Rolle des Auguste Dupin zu hören und gestaltet diese mit seiner Stimme sehr markant und bringt dabei die Eigenschaften des Detektivs gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Peter Lontzek, Ulrike Möckel und Stefan Krause.

In der akustischen Umsetzung der Episode sind einige stilvolle Melodien eingebunden, die die Zeit des Autors und die Stimmung im damaligen Frankreich zum Leben erwecken. Doch auch spannende Momente werden durch stimmungsvolle Melodien gelungen unterstrichen. Die Geräuschkulisse ist vielfältig und treffend, was insgesamt sehr stimmig wirkt.

Ein Revolver und ein fein verziertes Messer in einer Lederhalterung sind in erdigen und roten Farbtönen auf dem Cover vor einem schwarzen Hintergrund zu sehen. Verbunden mit dem verschnörkelten Schriftzug der Serie ergibt das ein ansehnliches, aber auch etwas beliebiges Titelbild, das auch zu einigen anderen Episoden gepasst hätte.

Fazit: Die langsame Erzählweise von „Der Tod des schwarzen Schafe“ funktioniert dank ausdrucksstarker Dialoge und markanter Charaktere sehr gut und lässt die siebte Episode der Serie sehr solide wirken. Das Geheimnis, das dabei langsam aufgedeckt wird, ist gelungen dargeboten und unterhaltsam konstruiert. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Handlung zwar durchschaubar, aber nicht minder spannend dargeboten.

VÖ: 13. Dezember 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662884

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