Macabros - 13. Mandragora, die Herrin der Angst



Mittels einer aus einer Pflanze gewonnenen Droge begibt sich die junge Apothekerin Erika Paller immer öfter auf eine Astralreise in das Reich der Göttin Mandragora mit ihrem paradiesischen Garten. Björn Hellmark erfährt einige Tage später vom Tod der jungen Frau und will ein Gespräch mit einem Freund Erikas sprechen, der bei ihrem Tod anwesend war...

Die Romanserie um Björn Hellmark alias „Macabros“ bietet eine Vielzahl unterschiedlicher übernatürlicher Gegner, die von WinterZeit natürlich auch für die Hörspielserie adaptiert werden - in der 13. Episode ist dies sogar im Titel geschehen. In den ersten Szenen wird dabei auf eben jene düstere Göttin eingegangen, auf die Rolle Erika Pallers in ihrem Plan, auf ihren mythologischen Hintergrund. Das heizt die Stimmung erst einmal deutlich an, während die weitere Handlung deutlich ruhiger umgesetzt wurde. Björn Hellmarks Recherchen wirken trotz einigen (bereits aus den vorigen Episoden bekannten) übernatürlichen Elemente eher wie ein Krimi. Das wirkt an manchen Stellen etwas langatmig, da sich der Hörer viele Dinge schon zusammenreimen konnte und nur wenige Überraschungen präsentiert werden. Im letzten Drittel zieht die Handlung wieder mehr an, verdichtet sich und geht wieder mehr auf die mystischen Eingangszenen ein. Das ist dann wieder packend und druckvoll erzählt, dem Hörer wird ein ungewöhnliches Schreckensszenario präsentiert, das der Serie viele neue Facetten hinzufügt. Mir gefällt dabei die Ästhetik der Folge, auch ein wenig Frankfurter Lokalkolorit fließt dabei ein und sorgt für einige Schmunzler. Die ernsthafte Ausstrahlung der Episode und die markante, ungewöhnliche Szenerie haben mir gut gefallen und gleichen die etwas langsame Entwicklung im Mittelteil aus. Insgesamt ist „Mandragora, die Herrin der Angst“ aber sehr unterhaltsam geraten und überzeugt mit ihrer kreativen Geschichte.

Der Sprechercast der Folge weiß zu überzeugen, alle sind gut zu ihrer Rolle ausgewählt und sprechen engagiert. Erika Paller wird von Wicki Kaletzki vertont, die der Figur viele Facetten verleiht und den Schrecken, der Erika immer mehr überkommt, sehr lebendig vertont. Mandragora wird von Anne Dúe gesprochen, die eine geheimnisvolle Aura um die Figur schafft und ihre Szenen mit gekonnter Betonung eindringlich umsetzt. Auch Dirk Petrick hinterlässt als Kessler einen gekonnten Eindruck, der wunderbar in die Szenerie der Folge passt und sehr ausdrucksstark spricht. In weiteren Rollen sind Torsten Sense, David Turba und Lutz Mackensy zu hören.

WinterZeit hat für die Geschichte wieder einen gelungenen akustischen Rahmen geschaffen und zeichnet dabei den Handlungsbogen gekonnt nach. Die Geräusche sind mal leise und hintergründig, schwellen dann wieder zu einer dichten Atmosphäre an und werden immer wieder durch passende Melodien ergänzt, die gut auf die Handlung abgestimmt sind.

Das Cover, das von der Heftromanvorlage entnommen wurde, verbindet den typisch nostalgischen Flair des Zeichenstils mit einem futuristischen Look. Das Weltall im Hintergrund, von roten Sphären unterbrochen, dazu die beiden silbrig durchscheinenden Gestalten - das ist stimmig komponiert und passt sehr gut zur Wirkung des Hörspiels.

Fazit: Gleich zu Beginn wird eine unheimliche Stimmung aufgebaut, die aber schnell in eher ruhige Ermittlungen übergehen, was aber unterhaltsam und kurzweilig aufbereitet wurde. Die sich immer weiter steigernde Stimmung mit dem prägnant erzählten Finale funktioniert deswegen sehr gut und hat mich von sich eingenommen.

VÖ: 11. Oktober 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661450

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