Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 21. Die sieben Seelen des Anubis



Jules Verne hat von einer seltsamen Leiche mit auffälligen Malen am Hals erfahren und reist deswegen mit Auda und Passepartout nach Kairo, um diese zu untersuchen. Doch die Leiche ist verschwunden, in den Habseligkeiten des Mannes finden sie aber Hinweise auf seine Identität - und ahnen nicht, dass sie bald auf einen alten Bekannten treffen...

Immer vier Episoden der auf den Figuren von Jules Verne basierenden Reihe um „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ ergeben gemeinsam eine Geschichte, sodass nach der Neuinterpretation von „In 80 Tagen um die Welt“ mit der 20. Episode ein neuer Abschnitt beginnt. Wohin sich dies alles entwickelt, ist schnell klar, die wichtigsten Themen werden zügig eingebunden, ebenso wie man auch schon nach wenigen Szenen weiß, welchen Gegenspielern sich das Abenteuertrio stellen muss. Dabei wird etwas in die Trickkiste gegriffen, die Kombination bekannter Figuren aus verschiedenen Romanen und frei erdachten Charakteren bringt aber auch hier einige reizvolle Momente mit ein. Das Tempo ist von Anfang bis Ende sehr hoch, die Ereignisse kurz hintereinander getaktet, sodass der Druck sehr hoch ist, der Hörer aber auch viel Aufmerksamkeit braucht, um kein wichtiges Detail zu verpassen. Die Geschichte wird immer abenteuerlicher und versetzt die Figuren in eine Vielzahl packender Szenarien, in unterirdische Tempel, setzt sie düsteren Intrigen und - wie der Titel vermuten lässt - sogar dem ägyptischen Totengott Anubis aus. Ein wenig Wissensvorsprung erhält der Hörer durch Erzähler Jules Verne und einige Szenen um die Gegenspieler Foggs, die Spannung bleibt aber auch dank der vielen Actionszenen sehr hoch. Das Ende lässt viele lose Erzählstränge offen, sodass das Schicksal einiger Personen rätselhaft ist. Auch die Rollen einiger Figuren in dem neuen Vierteiler sind noch nicht ganz klar, sodass die Neugier auf die kommenden Ereignisse geweckt wird. Eine weitere starke Episode der Serie mit viel Energie, die einen gelungenen Gesamteindruck hinterlässt.

Dietmar Wunder gestaltet seine Rolle wieder mit ausdrucksstarker Stimme und viel Pathos, was sehr gut in die Atmosphäre der Serie passt und einen sehr gelungenen Gegenspieler schafft. Auch Janis Taurins hat mir als Mr. Sparks gut gefallen, er passt sich sehr gut der vorherrschenden Stimmung an und klingt dabei ebenso lebendig wie authentisch. Als Greg Watkins ist Robin Brosch zu hören, der eine solide Leistung abliefert und dabei treffende Facetten einbringt. Weitere Sprecher sind Torsten Michaelis, Andreas Borcheding und Helmut Krauss.

Natürlich ist die sehr gelungene akustische Gestaltung auch hier wieder im Einsatz und sorgt mit seiner ausgefeilten Zusammenstellung für die passenden Stimmungen. Die sanft eingebundenen ägyptischen Elemente passen sehr gut zu der vielseitigen Musik und den zahlreichen Geräuschen, was die Dramatik der Handlung unterstreicht.

Das Covermotiv mit dem titelgebenden ägyptischen Totengott ist sehr eindrucksvoll gestaltet, die Augen des Schakalkopfes glühen inmitten der dunklen Haut in einem unheilvollen Rot, während der Hintergrund dezent durch einige Hieroglyphen geziert wird. Gemeinsam mit dem ausladenden Schriftzug ist ein ansehnliches Titelbild geraten, das sehr gut zu der bisherigen Galerie passt.

Fazit: Das neue Szenario um ein weiteres Komplott wird hier schnell und effektiv aufgebaut, selbst wenn die ganz großen Überraschungen ausbleiben - aber wer verfeuert sein Pulver auch schon ganz zu Beginn? Die Erzählweise ist schon aus einigen vorigen Episoden bekannt, gelingt durch viele Spannungsmomente und das hohe Tempo dennoch sehr hörenswert.

VÖ: 18. Oktober 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960662617

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