Sherlock Holmes & Co - 49. Fahrstuhl zum Mord



Bob Crane, ein alter Freund von Hutchinson Hatch, wendet sich mit einer dringlichen Bitte an den Reporter: Sein Bruder wird des Mordes an seinem Vorgesetzten beschuldigt, doch dieser kann sich an die betreffende Zeit nicht erinnern. Die Polizei ist sich sicher, dass Rick Crane der Schuldige ist, scheinbar kann er nur noch von Professor van Dusen vor der Todesstrafe gerettet werden...

Dass Professor van Dusen eher an einem ungewöhnlichen Fall oder einem verzwickten Rätsel interessiert ist, wurde nicht nur immer wieder in der Originalserie thematisiert, sondern sorgt auch für einen gelungenen Start in die Handlung der 49. Episode von „Sherlock Holmes & Co“, in der die Denkmaschine mal wieder ermittelt. Auch sein Charakter und die Beziehung zwischen ihm und Hutchinson Hatch werden markanter dargestellt als noch in anderen Episoden dieser Serie, auch wenn diese immer noch nicht den starken Ausdruck der ursprünglichen Vorlage heranreicht. Die Handlung startet mit dem Besuch des Bruders von Bob Crane in recht typischer Weise, wobei die Introszene um den Mord gut auf die Handlung einstimmt und bereits einige interessante Fragen aufwirft, einen Teil der Auflösung aber halbwegs geübten Krimihörern durch eine (nur scheinbar nebensächliche) Bemerkung aber bereits verrät. Nichtsdestotrotz gilt es immer noch, das gesamte Rätsel und den Täter aufzudecken, was in einigen klassischen Recherchen und Befragungen immer weiter präsentiert wird. Die kleinen Puzzlestücke fügen sich langsam zusammen, wobei der Verdacht mal auf die eine, mal auf eine andere Figur gelenkt wird. Dabei werden recht lange verschiedene Optionen offen gehalten, der Handlungsbogen ist auch gut aufgebaut, die ganz große Spannung ist bei mir aber ausgeblieben. Das Finale hat in einer klassischen Auflösung alle wichtigen offenen Antworten parat und rundet die solide Folge gekonnt ab.

Viele der Nebenrollen sind in nur wenigen Szenen zu hören, dann liegt der Fokus aber voll auf ihnen, sodass jeder einzelne zum Gelingen des Hörspiels beiträgt. Inspector Mallory wird von Bodo Wolf gesprochen, der den aufbrausenden Ermittler mit glaubhafter Betonung und hochnäsiger Attitüde spricht und der bereits bekannten Figur dabei eine glaubhafte Ausstrahlung verleiht. Peter Lontzek spricht die Rolle des Rick Crane ebenfalls mit markanter, zur Rolle passender Sprechweise und baut feine Facetten ein, die seine Szenen glaubhaft klingen lassen. Miss Sterling bekommt durch die variantenreiche Stimme von Victoria Sturm einen sehr präsenten Ausdruck, ihre kurzen Szenen werden dadurch authentisch umgesetzt. Weitere Sprecher sind Wolf Frass, Daniel Zillmann und Matti Klemm.

Wie fast alle Episoden der Reihe ist die Umsetzung der Folge recht ruhig, aber stimmig geraten. Die Szenenübergänge und Erzähltexte sind mit kleinen Melodien unterlegt, die einen beschwingten Eindruck machen und im Stil des gelungenen Intros gehalten sind. Die Geräuschkulisse ist gut an die Handlung angepasst, was auch für die kleinen Effekte der Stimmen gilt, wie einem leichten Hall an den passenden Stellen.

Der Fahrstuhl, der auf dem Cover abgebildet ist, scheint bei dem Folgentitel das einzig sinnvolle Motiv zu sein und ist in einer interessanten Perspektive abgebildet, wenn er auch schon recht modern wirkt. Die typische Covergestaltung in dem markanten Orange und mit dem schlichten Schriftzug der Serie ist natürlich ebenso vorhanden wie die schlichte Umsetzung des Booklets mit den üblichen Angaben.

Fazit: Der Fall des Mörders, der sich an die Tat nicht erinnern kann, wird flüssig erzählt und mit einigen gelungenen Feinheiten versehen, die auch gut ineinander greifen. Das Rätsel wird langsam aufgedeckt, wobei ich aber zumindest eine starke Ahnung hatte, die sich dann auch bestätigt hat. Schön, dass die Hauptfiguren hier in ein stimmiges Licht gerückt wurden.

VÖ: 24. Januar 2020
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864736056

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