Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 21. Boleskine House



Bei der Durchsuchung des Hauses von Benjamin Payton, der als Doppelspion im Hintergrund die Fäden für den Zirkel gezogen hat, stoßen die Sonderermittler der Krone auf ein geplantes Treffen des Zirkels. Mycroft Holmes schickt Oscar Wilde in Begleitung von Violet nach Boleskine House, um dem Zirkel weitere Geheimnisse entlocken...

Der Kampf gegen den geheimnisvollen Zirkel, der die britische Monarchie unter Königin Victoria stürzen will, ist seit Beginn der Hörspielserie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ das zentrale Thema, hat in der mittlerweile 21. Episode aber eine andere Form angenommen. Statt einzelner Schläge des Zirkels, denen Mycroft Holmes nur mit Not etwas entgegensetzen kann, hängen die Folgen nun enger zusammen, beschäftigen sich mehr mit der Struktur der Organisation und machen einen geschlosseneren Eindruck. Der Start von „Boleskine House“ ist dabei erneut eher ruhig, aber deswegen nicht weniger eindringlich. Eines der typischen Gespräche der beiden Hauptfiguren führt den Hörer in die Handlung der Geschichte ein und fasst noch einmal die wichtigsten Ereignisse zusammen, stellt aber auch gleich mit Bastien Lavache eine neue Figur vor, die einen neuen Aspekt in die Episode einbringt. Durch sie wird ein wenig mehr Magie eingebracht, aber auch der Bezug zu einer bekannten, realen Person - nicht die letzte Erwähnung einer solchen, die den Hörer aufhorchen lassen dürfte. Der Verlauf der Handlung ist nicht sonderlich temporeich, aber durchgängig interessant erzählt und von einer bedrohlichen Stimmung geprägt. Einige gelungene Ideen und markante Wendungen sorgen dabei für Abwechslung und immer neue Szenarien, was sich besonders im letzten Drittel mit gesteigerter Dynamik niederschlägt. Schön, dass dabei neben der Handlung der Episode auch die große Rahmenhandlung vorangetrieben wurde. Eine starke Episode, die mich sehr überzeugt hat.

Als Bastien Lavache ist Peter Lontzek zu hören, dessen tiefe Stimme einen markanten Ausdruck macht, die eingängige Betonung hat mich überzeugt, zumal er eine geheimnisvolle Aura um die Figur schafft und so die düstere Ausstrahlung unterstreicht. Mit Dietmar Wunder als Paul Annan ist ein weiterer sehr engagierter Sprecher zu hören, der sehr ausdrucksstark und vielseitig spricht. Auch er kann in seinen kurzen Szenen die Eigenheiten der Figur überzeugend darbieten. Als Violet ist wieder Mia Diekow zu hören, die sich mit ihrer hellen und doch harten Stimme von der männerdominierten Szenerie abhebt und sich ebenso wie diese gekonnt beweisen kann. Weitere Sprecher sind Kerstin Draeger, Julian Deuster und Wolfgang Condrus.

Erneut ist die akustische Gestaltung der Episode stimmig geraten, wobei sie sich eher dezent im Hintergrund hält. Dabei sorgen die Geräusche für einen stimmigen Hintergrund, während die Musikstücke die jeweilige Stimmung unterstreichen, was meist während der Szenenübergänge geschieht und die Dialoge eher für sich allein stehen.

Das namengebende Boleskine House ist auch auf dem Titelbild der Folge abgebildet, welche natürlich in der typischen Farbgebung der Reihe gehalten ist. Die Töne in Beige und Schwarz lassen das Gebäude ehrwürdig und düster erscheinen, während der rötliche Rahmen mit den Ornamenten sehr ansehnlich dazu passt. Auf der Rückseite der Hülle sind natürlich wieder bereits die Sprecher aufgelistet.

Fazit: Die langsame, aber eindringliche Entwicklung der Handlung erzählt einerseits eine geschlossene Szenerie, die auf wenige Spielorte und eine kurze Zeitspanne konzentriert ist. Dabei wird aber auch die Rahmenhandlung um den Kampf gegen den Zirkel vorangetrieben, was mit neuen Charakteren und vielen spannenden Momenten gelungen umgesetzt ist - besonders, da die Handlung gegen Ende deutlich an Druck hinzugewinnt.

VÖ: 31. Mai 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783785759257

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