Sherlock Holmes Chronicles - 71. Die Spur des Falken



Eine Serie an Diebstählen von wertvollen Kunstgegenständen beschäftigt nicht nur die Londoner Devision von Scotland Yard, sondern auch die Presse der Hauptstadt. Denn wie um die Polizei zu verhöhnen, hinterlässt der Dieb als Signatur immer einen Hinweis auf seinen Namen: Der Falke. Als Dr. Watson seinen Freund Sherlock Holmes auf den Fall anspricht, beginnt auch dieser mit seinen Ermittlungen...

Viele der neu geschriebenen Geschichten für die Sherlock Holmes Chronicles haben einen etwas reißerischen Charakter als die Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle. Folge 71 mit dem Titel „Die Spur des Falken“ präsentiert zwar auch ein Verbrechen, das in London für viel Aufsehen sorgt, ist in der Ermittlungsarbeit aber klassisch angelegt und verbreitet eine Stimmung, die dichter an den Originalen gehalten ist - auch wenn die Introszene nicht mit einem neuen Mandanten startet, sondern ein Zwiegespräch von Holmes und Watson über den Fall des Falken beinhaltet - wie auch in der restlichen Geschichte wird auch hier schon der feine Humor der Figuren eingebunden. Danach zeigt sich, dass der Titel der Geschichte äußerst passend gewählt wurde, da Holmes verschiedene Spuren verfolgt und dabei immer weitere Details erfährt. Die Ausgangspunkte sind dabei erst einmal unscheinbar, ein bestimmter Farbton spielt eine ebenso große Rolle wie der Hersteller eines Tresors. Dabei werden ganz unterschiedliche Figuren eingebunden, wobei jeder seine ganz eigene Aura mit einbringt und viele potenzielle Verdächtige in den Kreis der Ermittlungen rücken. Auch die feinsinnige Ermittlungsweise von Holmes mit einigen Finten und Tricks tragen zum Reiz der Folge bei, wobei das Verständnis durch einige ruhige Gespräche zwischen Holmes und Watson erleichtert wird - und Holmes immer nur einen Teil der Lösung präsentiert. Das ist geschickt aufbereitet und führt zu einem sehr stimmigen Ende, was die ruhige Folge gelungen abschließt.

Mr. Falconer, ein diensthabender Wachmann, wird von Patrick Winczewski gesprochen, der sich gekonnt an die Stimmung der Serie anpasst und die geschliffenen Dialoge gekonnt präsentiert und einige gekonnte Feinheiten einbaut. Inspector Gregson bekommt seine Stimme von Torsten Münchow geliehen, der zu dem feinsinnigen Holmes einen deutlich lauteren, tumperen Eindruck hinterlässt und so die Rolle sehr lebendig zu sprechen versteht. Lord Ashley wird von Tino Kießling gesprochen, der seiner Figur eine wunderbar affektierte Note verleiht und dabei sehr nuanciert spricht, was den Adeligen eine markante Aura verleiht. Weitere Sprecher sind Hans-Jürgen Dittberger, Uschi Hugo und Helmut Krauss.

Ein paar der Melodien, die in der akustischen Gestaltung eingesetzt wurden, sind bereits aus vorigen Episoden bekannt. Da diese leise im Hintergrund eingesetzt sind, sorgt das für einen Wiedererkennungswert, ohne dass es störend wirken würde. Einige neue Musikstücke und eine passende Geräuschkulisse sorgen wie immer bei der Serie für einen sehr stimmigen Eindruck.

Das Cover der Folge ist wieder außerordentlich gut gelungen, die erdige Farbgebung der Serie passt wunderbar zu der Collage aus dem Gebäude, dem halb im Dunkeln liegenden menschlichen Gesicht und im Zentrum der detaillierten Illustration des Falken. Und wie immer gibt es auch in diesem Cover die Informationen zu den beiden Hauptsprechern und ein Grußwort von Markus Winter.

Fazit: Ein Krimi klassischer Machart, in der Sherlock Holmes durch hartnäckige Ermittlungen, einige geschickte Finten und seinen typischen Scharfsinn eine Diebstahlserie aufklärt. Mir gefällt, wie die Bekanntheit von Holmes immer wieder thematisiert wird und die Folge beeinflusst. Die vielseitigen Charaktere und der gradlinige Aufbau sorgen für einen gelungenen Gesamteindruck.

VÖ: 10. Januar 2020
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662310

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