Professor van Dusen - 20. Professor van Dusens Weihnachtsgeschichte



Kurz vor dem Weihnachtsfest erfährt Hutchinson Hatch vom Tod des geizigen Geschäftsmannes Barlow, wobei nicht klar ist, ob es sich im Selbstmord oder einen Erfrierungstod handelt. Professor van Dusen zeigt kaum Interesse an dem Fall, erst als die Verbindungen zur Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens immer offensichtlicher werden, ist auch er alarmiert...

In der Krimiserie „Professor van Dusen“ hätte man nicht unbedingt eine spezielle Weihnachtsfolge erwartet. Genau damit überrascht die Neuinterpretation der klassischen Radiohörspiele aber in seiner 20. Folge und schlägt dabei auf sehr kreative Weise den Bogen zur bekannten Weihnachtsgeschichte um Charles Dickens. So erschließt sich der Reiz auch besonders, wenn man diese Geschichte gut kennt, denn dann wird man direkt bei den ersten Worten erste Parallelen entdecken. Schnell werden die Nebenrollen den bekannten Figuren zugeordnet, wird die Thematik um die drei Geister eingeführt, werden aber auch einige interessante, feine Abweichungen präsentiert. Toll ist auch, wie sich die Charaktere, insbesondere Hutchinson Hatch, der zunächst fast allein ermittelt, direkt auf Charles Dickens bezieht und die Verbindung so noch deutlicher macht. Der Verlauf ist dabei, wie immer bei der Serie, recht langsam, die Hinweise werden sehr genau analysiert, die Szenen ausführlich behandelt. Langweilig wird es aber zu keiner Zeit, einerseits wegen des sehr guten Drehbuchs mit den geschliffenen Dialogen und dem feinen Humor, der von den Figuren ausgeht. Andererseits aber auch wegen des sehr interessanten Falles, der mehr beinhaltet, als es zunächst den Anschein hat. Die Szenerie baut sich gelungen auf, nimmt einige gelungene Wendungen und punktet vor allem mit dem hervorragend erzählten Finale, das klassische mit neuen Elementen verbindet und feinen Details eine wichtige Bedeutung zukommen lässt.

Als Jeremiah Jarvis ist Georg Tryphon zu hören, der seiner rauen Stimme einen abweisenden und unnachgiebigen Klang verleiht, der Figur zahlreiche Facetten offenbart und mit viel Energie in seine Rolle eintaucht, wobei er einen sehr gekonnten Eindruck hinterlässt. Die Rolle des John Aitkin wird von Bern Egger gesprochen, dessen warmer Klang sehr gut zu dem freundlichen Sekretär von Jarvis passt und einen passenden Kontrast zu seinem harten Klang passt. Auch Sherman Jarvis ist gelungen durch Marco Rosenberg dargestellt, der neben viel Ausdruck auch eine lockere und glaubhafte Erzählweise präsentiert. Weitere Sprecher sind Katharina Palm, Uwe Jellinek und Martin Sabel.

Die insgesamt ruhige akustische Gestaltung des Hörspiels wird hier gekonnt abgewandelt und sanft an die vorweihnachtliche Stimmung angepasst, ergeht sich aber eben nicht in allzu viel Glockengeläut. Immer noch dominieren die vielen treffend eingebauten Geräusche, die die Dialoge lebendig gestalten, die nüchterne Stimmung der Serie gut betonen.

Eine Kutsche auf einer engen Londoner Straße, ein Mann, der in einen dunklen Hauseingang geht, im Hintergrund ein reich geschmückter Tannenbaum - das sind die Zutaten für das Cover der Serie, das wie immer reizvoll an eine Bleistiftradierung erinnert. Der Hauch der weihnachtlichen Stimmung passt sehr gut zu der Episode, wozu der weinrote Rahmen dieses Mal besonders gut passt.

Fazit: Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens wird hier in einen ungewöhnlichen und spannenden Kriminalfall übertragen, der mit starken und ungewöhnlichen Verlauf punktet. Die Figuren bringen eine sehr markante Note mit ein und sorgen auch für feinen Humor. Eine sehr gelungene Variation der bekannten Vorlage, die bestens in die Reihe passt.

VÖ: 29. November 2019
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698406351

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