Dark Mysteries - 20. Das Lächeln des Clowns



Nach einer Krebsdiagnose hat der erfolglose Schriftsteller Graham Kline mit seinem Leben bereits abgeschlossen und versucht sich auf einer einsamen Landstraße in einem Unfall das Leben zu nehmen. Seine letzte Erinnerung ist die an einen grell geschminkten Clown, den er versehentlich überfährt. Zwei Jahre später wacht er aus dem Koma auf, der Clown spukt aber immer noch in seinem Kopf herum...

Ein wenig mussten die Hörer auf die 20. Episode der „Dark Mysteries“ warten, doch diese Zeit hat sich gelohnt. „Das Lächeln des Clowns“ startet direkt mit dem Unfall von Hauptfigur Graham Kline, auch danach ist der Hörer mitten in der Handlung verankert und bekommt eine gelungene Mischung aus dem persönlichen Drama des Schriftstellers und den übernatürlichen Elementen um einen brutalen, beängstigenden Clown präsentiert. Es werden immer nur kleine Details, Fragmente des Gesamtbildes präsentiert, die in eine flüssige und spannende Geschichte eingebaut sind. So bekommt man im Laufe der Zeit eine Ahnung davon, wohin das Ganze steuert, die wirklichen Zusammenhänge werden aber erst spät klar. Und so wird der Serientitel komplett ausgeschöpft, denn im Gegensatz zu einigen anderen Folgen ist die Handlung kaum zu durchschauen und bietet deswegen so einige Überraschungen. Die düstere Atmosphäre wird einerseits durch das persönliche Schicksal von Graham, insbesondere aber auch das Auftreten des irren Clowns erzeugt. Die Vermischung von Traum und Realität, die Frage, was es mit dem unheimlichen Clown auf sich hat, ist der Knackpunkt der Folge und zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, setzt viele gelungene Spannungsmomente. Mir gefällt, dass sich die Horror-Elemente hier nicht auf blutige Brutalitäten beschränken und diese fast völlig ausgespart werden, die hier präsentierte Richtung finde ich deutlich reizvoller.

Graham Kline wird von Markus Pfeiffer gesprochen, der mit viel Energie spricht und die starken Emotionen des Schriftstellers sehr treffend umsetzt und Angst, Verzweiflung und Verwirrung gekonnt vertont. Seine Frau Cynthia wird von Ilona Otto gesprochen, die ihre ausdrucksstarke und sanfte Stimme ebenfalls geschickt nutzt, um viele Facetten ihres Charakters sehr glaubhaft und authentisch spricht. Auch Thomas Nero Wolff ist sehr überzeugend, der Arzt bekommt durch ihn viel Ausdruck und eine sehr markante Aura, was die Wirkung der Folge unterstützt. Weitere Sprecher sind Arianne Borbach, Udo Schenk und Annina Braunmiller-Jest.

Die akustische Gestaltung der Folge ist sehr treffend geraten und setzt sich aus vielen passenden Elementen zusammen. Das ständige Piepen der medizinischen Geräte, dräuende Musik im Hintergrund, das irre Lachen des Clowns - für jede Szene gibt es eine passende Kulisse, die die Wirkung der Handlung unterstreicht und sehr kraftvoll wirkt. Gegen Ende steigert sich das Ganze noch einmal deutlich und wirkt dann noch atmosphärischer.

Ein reichlich düsterer Clown ist passenderweise auch auf dem Cover abgebildet, der in der düsteren grünen Farbgebung der Serie einen dämonischen und beängstigenden Eindruck hinterlässt. Die unsaubere Schminke und der boshafte Gesichtsausdruck tragen ihr Übriges zu der gelungenen Gesamtwirkung bei. Die restliche Gestaltung ist bereits aus den vorigen Episoden bekannt und eher schlicht aufgebaut, enthält aber ein lesenswertes Interview mit Markus Winter.

Fazit: „Das Lächeln des Clowns“ ist ein hervorragend erzählter Psycho-Thriller mit treffend gesetzten Horror-Elementen um einen unheimlichen Clown, in dem sich für Hauptfigur Graham Kline Traum und Realität vermischen. Langsam bekommt der Hörer eine leise Ahnung von den Zusammenhängen, was sehr spannend und dramatisch geraten ist. Die sehr gelungene Erzählweise und das packende Thema haben mich sehr überzeugt.

VÖ: 8. November 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661399

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