Dreamland Grusel - 41. Die Weltraummonster



Commander Michael Traker wird gemeinsam mit einem kleinen Team auf eine Rettungsmission auf den weit abgelegenen Planeten Paradise geschickt, auf dem ein Erkundungstrupp verschwunden ist. Schnell finden sie die ersten Hinweise auf ihre Vorgänger, aber auch auf heftige Kämpfe und mächtige, außerirdische Wesen. Nicht alle Crewmitglieder werden die Mission schadlos überstehen...

Als Nachfolger der Europa-Gruselserie angetreten hat „Dreamland Grusel“ bereits einige Male Bezug zu einzelnen Episoden des legendären Originals genommen. Auch Episode 41 geht diesen Weg und setzt die Geschichte um die „Weltraum-Monster“ fort. Das Weltraum-Setting, das sich daraus ergibt, passt gut zu der Serie und setzt noch einmal andere Akzente, der Geschichte selbst gelingt dies aber leider nicht und bleibt über weite Teile ziemlich vorhersehbar. Besonders wenn man die ursprüngliche Vorlage kennt, wird man einige Handlungsmuster wiedererkennen, hat aber wegen der bekannten Thematik deutlich weniger Überraschungsmomente. Neue Ideen sind dabei nur wenige eingebunden. Die Folge ist mit etwas über einer halben Stunde recht kurz geraten und auf das Wesentliche reduziert, sodass das Tempo recht hoch ist und ein flüssiger Verlauf ohne Längen entsteht. Auch sind die Actionszenen stimmig umgesetzt, auch wenn das Finale dann doch etwas zu einfach erzählt wurde und eine zu einfache Lösung des Ganzen anbietet. Der Humor, der die Handlung durchzieht, ist mit den trockenen Kommentaren der Protagonisten gut umgesetzt und lockert die Stimmung immer wieder auf, lässt die Figuren aber auch recht schablonenhaft wirken. Eine wirkliche Charakterisierung erfolgt kaum, sodass sie vor dem Hintergrund der Handlung keine wirkliche Bindung zum Hörer aufkommen lassen.

Commander Michael Traker wird von Hans-Georg Panczak gesprochen, der mit bedachter Stimme und sorgfältiger Betonung einen guten Eindruck hinterlässt, der Figur allerdings dadurch auch keine größere Tiefe verleihen kann, als das Drehbuch hergibt. Katja Brüggers markante Stimme passt als Dr. Nancy Stapleton gut in das Ambiente der Episode, auch sie gestaltet ihre Rolle ausdrucksstark. Peter Kirchbeger ist als Professor Edmond Gérard zu hören, wirkt allerdings etwas flach und verleiht der Figur eine klischeebeladene Aura, die nicht so recht zu den Dialogen passen will. Weitere Sprecher sind Marek Harloff, Joschi Hajek und Christian Weygand als Erzähler.

Die Akustik des Hörspiels ist insbesondere mit vielen Geräuschen unterlegt, die jedoch manchmal etwas eintönig wirken. Nicht immer wirkt das stimmig, beispielsweise wenn in einer der ersten Szenen fröhliches Vogelgezwitscher erklingt, der Hörer dann Kampfschreie und laute Geräusche hört, aber danach direkt wieder die Vögel zu singen beginnen. Hier hätte man sicherlich noch etwas sorgsamer arbeiten können.

Die Covergestaltung in Blau und Schwarz mit wenigen weißen Elementen erzeugt eine wunderbar mysteriöse Stimmung und fängt das Motiv der Rettungskapsel inmitten der dichten Vegetation auf Paradise gekonnt ein, zumal der Hintergrund für viel Weltraumfeeling sorgt und den Hörer so gut auf das Hörspiel einstimmt. Als Bonus wurden der Geschichte noch einige Outtakes von verschiedenen Aufnahmen des Labels angehangen.

Fazit: Das Setting der Folge ist gut umgesetzt, man hätte allerdings noch wesentlich mehr aus der Geschichte herausholen können. So wirken insbesondere die Charaktere etwas blass und werden wenig individuell, während die Handlung zu großen Teilen vorhersehbar ist und nur wenige Überraschungen aufkommen lässt. Die Folge funktioniert dafür aber ebenso gut, wenn man die Episode der Europa-Gruselserie nicht kennt.

VÖ: 6. Dezember 2019
Label: Dreamland
Bestellnummer: 9783960661603

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