Sherlock Holmes Chronicles – 69. Der gelbe Tropfen



In Salzburg wird die bekannte Operndiva Aurelia Silverstrom nach einem Anschlag auf ihr Leben von dem Wachtmeister Hofegger bewacht. Trotz großer Sicherheitsmaßnahmen lauert vor ihrer Pension ein norwegischer Journalist Hendrik Sigerson auf, der sogleich das Misstrauen von Hofegger weckt. Doch er scheint der exzentrischen Schauspielerin bekannt zu sein und stellt gleich einige ungewöhnliche Fragen...

Wie auch schon die anderen Episoden der „Sherlock Holmes Chronicles“ ist auch die 69. Episode mit dem Titel „Der gelbe Tropfen“ in sich abgeschlossen und kann völlig unabhängig von den anderen Folgen gehört werden, selbst die berühmte Hauptfigur muss dem Hörer nicht bekannt sein. Gleichwohl steigert es den Reiz ungemein, wenn man sich gut in den Holmes-Kosmos auskennt, da man einige Dinge direkt einsortieren kann, was dann zu einem echten Leckerbissen für Fans der Serie wird - selbst wenn man auf Dr. Watson verzichten muss und stattdessen aus der Sicht des österreichischen Wachtmeisters Hofegger erzählt wird. Die Erzählweise erinnert durch seine Erzählweise stark an die Originale von Sir Arthur Conan Doyle, die Reduzierung auf nur wenige wichtige Personen und gerade zu Beginn die langen Dialoge, in denen wichtige Details eingebracht oder analysiert werden, sind typische Stilmittel, die aber durch ganz andere Voraussetzungen und Handlungsorte gelungen variiert werden. Im weiteren Verlauf wird die Erzählweise dichter, die Bedrohung greifbarer, sodass sich ein sehr gelungener Spannungsbogen durch die Folge zieht. Besonders das letzte Drittel ist sehr druckvoll geraten, sodass sich der Hörer kaum von den neuen Ereignissen lösen kann. Mir gefällt, wie sich neue Informationen nur langsam zu einem Gesamtbild zusammensetzen und lange Zeit wesentliche Teile der Lösung in Dunkeln bleiben, zumal die Zusammenstellung der Charaktere äußerst gelungen ist und der feine Humor der Serie auch ohne Watson bestens funktioniert.

Wachtmeister Hofegger wird von Lutz Riedel gesprochen, der seiner Stimme einen ebenso ausdrucksstarken wie vielseitigen Klang verleiht. Dabei kann er sowohl in den Dialogen als auch in dem ihm anvertrauten Erzähltexten überzeugen und stellt so eine sehr gelungene Hauptfigur der Episode dar. Aurelia Silverstrom bekommt ihre Stimme von Anke Reitzenstein, die die markante Figur mit treffender Betonung und sehr individuellem Auftreten lebendig und unterhaltsam gestaltet. Auch Till Hagen weiß einmal mehr zu überzeugen, seine ernsthafte Art wird auch hier ab und an von leise humorigen Momenten durchbrochen, wobei er auch den Eifer und die Energie des bekannten Detektivs sehr gelungen umzusetzen weiß. Weitere Sprecher sind Guiliana Jakobeit, Tim Knauer und Torsten Sense.

Auch diese Episode ist sehr stilvoll umgesetzt und unterstreicht den Spannungsbogen der Handlung, ohne sich zu übertriebener Dramatik hinreißen zu lassen. Die Musikstücke sind dezent eingesetzt, passen aber hervorragend zu den verschiedenen Szenerien, während die Geräusche ebenfalls sehr gut auf die Handlung abgestimmt sind und gerade gegen Ende noch einmal an Kraft gewinnen.

Wunderbar ist das Cover der Episode geraten, hier wird die Operndiva Aurelia Silverstrom mit ernster Miene und einem netzartigen Schleier vor dem Gesicht in den Fokus gerückt, während der Hintergrund Theatervorhänge andeutet. Im Inneren des Booklets sind natürlich auch hier einige einleitende Worte zu der Episode zu finden.

Fazit: Der zunächst ruhige, später dann deutlich bedrohlichere Verlauf der Handlung weiß mit einigen sehr gelungenen Elementen zu punkten und kann besonders Fans der Serie mit der Zusammenstellung der Charaktere überzeugen. Die Hintergründe werden lange im Dunkeln gelassen, was für so manche gelungene Wendung sorgt. Auch sprachlich ist wieder eine sehr runde Episode in anderem Ambiente als gewohnt gelungen.

VÖ: 15. November 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662297

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