DreamLand Grusel - 40. Mutter



Susan Mycroft zieht nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann mit ihrer besten Freundin Helena durch die Bars, auch um ihren ertragreichen neuen Auftrag als Autorin zu feiern. Dabei lernt sie den höflichen Edgar Sullivan kennen, mit dem sie sich gleich gut versteht. Auch nach der Nacht bleiben die beiden in Kontakt und kommen sich näher. Doch Edgar scheint ein dunkles Geheimnis zu umgeben...

Der schlichte Titel „Mutter“ für die 40. Episode der Gruselserie von DreamLand weckt besonders in Verbindung mit dem sehr gelungenen Covermotiv gleich das Interesse des Hörers, wobei zu Beginn zunächst die Trennung von Hauptfigur Susan und ihrem Mann mit einem emotionalen Streit thematisiert wird. So lernt der Hörer gleich die Umstände der Figuren kennen, wobei recht schnell auf das Kennenlernen von Susan und Edgar umgeschwenkt wird. Dabei ist nicht nur die große Anziehungskraft der beiden zu spüren, es werden auch schnell die ersten unheimlichen Elemente eingebracht. Dem Hörer werden dabei zunächst nur wenige Anhaltspunkte gegeben, was der Kern der Sache sein könnte. Das wird erst nach und nach aufgedeckt, was in der ersten Hälfte des Hörspiels manchmal etwas zu lang wirken lässt. Hier steht noch Susan im Vordergrund, die einen durchaus selbstbewussten und energischen Eindruck macht. Später verdichtet sich die Szenerie weiter und gibt immer mehr Hinweise auf die Zusammenhänge der Episode, wobei Anleihen an diverse Horrorklassiker auffallen. Die Handlung setzt aber durchaus andere Akzente, spielt mit psychischen Aspekten der Charaktere und punktet mit einer sich immer weiter verdichtenden Stimmung. Leider wirken manche Dialoge nicht ganz stimmig aufeinander angepasst, sodass die Betonungen der Sprecher unpassend wirken oder merkwürdige Formulierungen gewählt wurden. Zudem ist die Folge an ihrem Höhepunkt recht überhastet erzählt und verpasst dabei das Potenzial des an sich guten Spannungsaufbaus. Hier hätte die Folge mehr ins Detail gehen müssen, um wirklich fesseln zu können.

Nadine Petry ist in der Rolle der Susan Mycroft zu hören und macht ihre Sache sehr gut, bringt die gefühlsbetonte Art der jungen Autorin gut zur Geltung und betont auch die Entwicklung des Spannungsfelds der Folge gut. Andreas Fröhlich zeigt als Edgar Sullivan seine Vielfalt und überzeugt sowohl mit der ruhigen und freundlichen Umgangsweise des höflichen Mannes als auch mit seiner aufgeregten, düsteren Seite. Alexandra Lange verleiht ihrer Stimme einen wunderbar kratzigen und harten Klang, was die aufregenden Momente der Episode sehr gelungen unterstützt und der Rolle viel Ausdruck verleiht. Weitere Sprecher sind Dagmar Bittner, Dirk Hardegen und Erzähler Christian Weygand.

Thomas Birker hat sich für die Serie seit Beginn Anleihen an die klassischen Gruselserien der 80er Jahre auf die Fahne geschrieben, was auch hier besonders bei der Musik wieder umgesetzt wird. Bei der Soundkulisse werden aber auch modernere Klänge angeboten, besonders die Stimme von Edgars Mutter ist als wirkungsvolles Element eingesetzt und sorgt für einige unheimliche Momente.

Sei es Zufall oder Absicht bei der Planung - dass bei diesem Cover die Farbe Rot dominiert ist ein Glücksfall. Denn das riesige Herz auf schwarzem Untergrund mit dem Totenkopf in der Mitte kommt mit seiner dunklen Farbgebung sehr gut zur Geltung. Die restliche Gestaltung ist wie immer schlicht und übersichtlich geraten, wobei im Booklet neben den üblichen Angaben keine weiteren Extras platziert wurden.

Fazit: „Mutter“ ist anfangs zu langsam und am Ende zu schnell erzählt, bietet aber mit dem spannenden Mittelteil und einigen gelungen platzierten psychologischen Aspekten einen hörenswerten Mittelteil, der kleinere Schwächen auszugleichen versteht. Besonders aktiv innen auf dem alten Landsitz im Moor sind sehr atmosphärisch gehalten, sodass ich der Folge gerne gelauscht habe.

VÖ: 4. Oktober 2019
Label: DreamLand
Bestellnummer: 9783960661597

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