Hui Buh – 29. Der Tag der Ahnen



In der Schlossküche von Burgeck herrscht Hochbetrieb, als für das bevorstehende Antonsfest hunderte traditionelle Zuckerkringel gebacken werden. Mit dem Erlös soll sowohl der Brunnen als auch das Dach der Schule renoviert werden. Doch mitten in die Vorbereitungen platzt der Brief eines Anwalts, der das Backen und Verkaufen der Zuckerkringel verbieten will. Natürlich wollen Hui Buh, Tommy und Sophie sofort helfen…

Wie schon die ersten Folgen von „Hui Buh“ widmet sich auch die Neuauflage von Europa diversen Bedrohungen des Schlossgespenstes und den anderen Bewohnern von Burgeck, in der 29. Episode sind diese aber äußerst irdischer Natur. Die Zielgruppe der eher jüngeren Hörer kann sich hier mal mit Erbrecht und windigen Geschäftsleuten auseinandersetzen, was aber natürlich durch die witzige Ausstrahlung der Figuren und allerlei übernatürlichen Erscheinungen sehr locker und unterhaltsam geraten ist. Die betriebsame Hektik am Anfang wird mit einigen gelungenen Kniffen erzählt, sodass der Start und die Darstellung der Szenerie sehr hörenswert geraten ist. Auch das Auftreten des unsympathischen Erbschleichers ist sehr prägnant geraten, während mit der wunderbaren Rowitha als geheimnisvolles (und leicht verwirrtes) Medium in einer wunderbar spukigen Szene für eine dichte Stimmung sorgt. Dabei sind die Geistererscheinungen nicht so bedrohlich und unheimlich geraten wie in einigen früheren Folgen, sodass die Folge einen eher heiteren Ausdruck hat. Die Handlung ist allerdings etwas zu lang geraten, trotz vieler sehr unterhaltsamer Szenen bleibt die Handlung leider nicht über die gesamte Folge spannend – zu viele Szenen, in denen die Geschichte nicht recht vorangetrieben wird, sorgen im Mittelteil für eine kleine Durststrecke. Das letzte Drittel der Episode ist dann wieder deutlich prägnanter geraten und überzeugt mit einer sehr gelungenen und überraschenden Auflösung.

Berti Haferkorn, der Erbe des Meisterbäckers, wird hervorragend von Tilo Schmitz gesprochen und klingt passend zu der Rolle sehr unsympathisch und hart. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme funktioniert das besonders gut. Der wunderbare Stefan Krause gibt es natürlich wieder in der Rolle des Hui Buh zu führen, der den Schlossgeist sehr witzig, chaotisch und überdreht darstellt. Die Sympathien der Zuhörer sind ihm so schnell sicher. Daniela Hoffmann ist mal wieder in einer größeren Rolle als Roswitha Rosenthal zu hören, die wie mit ihrem hellen Klang und der facettenreichen Sprechweise ebenso überzeugen darbietet. Weitere Sprecher sind Sabine Winterfeldt, Enea Lanzarone und Dennis Herrmann.

Akustisch ist die Umsetzung von Stil wieder äußerst passend geraten. Viele atmosphärische Geräusche begleiten die Dialoge und sorgen für einen lebendigen Ausdruck der Folge. Dabei werden sowohl die Hintergrundstimmungen, aber auch die Aktionen der Charaktere gelungen untermalt. Auch Feinheiten wie das Rasseln von Hui Buhs Kette, wenn dieser sich hektisch bewegt, sind dabei gekonnt eingebaut. Die Musik es steht dem in nichts nach und überzeugt mit ihren stimmungsvollen Melodien.

Hui Buh, Tommy und Sophie zieren das Cover, wobei die Geisterbeschwörung auf ziemlich unheimliche Weise dargestellt wird. Skelette, Totenschädel und schwebende Kerzen sorgen für eine dichte Stimmung, die detailreiche Darstellung hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das Booklet hält neben den üblichen Angaben eine Übersicht über die bisherigen Episoden und einen Hinweis auf den ebenfalls sehr lohnenswerten Ableger „Der kleine Hui Buh“.

Fazit: „Der Tag der Ahnen“ startet mit einer ungewöhnlichen und ziemlich irdischen Bedrohung für Schloss Burgeck, die Geistererscheinungen sind hier eher die Lösung als das Problem, was eine gelungene Seite in die Folge einbringt. Der Mittelteil der Handlung ist etwas zu lang geraten, wird aber durch die charmanten Figuren und die sehr liebevoll gestaltete Ausstrahlung der Serie dennoch unterhaltsam umgesetzt, sodass eine weitere hörenswerte Episode entstanden ist.

VÖ: 11. Oktober 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190758785523

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