Fünf Freunde – 133. und der Esel in der Tropfsteinhöhle



Julian, Dick, Anne und George freuen sich, in ihren Ferien gemeinsam mit Tante Fanny eine riesige Tropfsteinhöhle zu erkunden. Doch diese muss Quentin plötzlich auf einer wichtigen Reise begleiten, sodass die vier mit Hund Timmy im Schlepptau zu einem Freund der Familie fahren. Die Höhle fasziniert die Jugendlichen sofort, sodass Anne gedankenverloren das Wasser betrachtet – und nicht merkt, dass sich der Rest der Gruppe entfernt…

Abenteuer oder Krimi? Die seit Jahrzehnten erfolgreiche Hörspielserie „Fünf Freunde“ will sich da gar nicht so genau festlegen präsentiert auch in der 133. Episode einen Mix aus den beiden Genres. Im Prinzip ist die Geschichte dabei auch zweigeteilt: Während es zunächst um vorrangig Annes Verschwinden geht, muss später das Geheimnis um den titelgebenden Esel gelüftet werden. Die Stimmungen, die daraus resultieren, sind sehr vielseitig geraten und sorgen für jede Menge Abwechslung. Doch gerade diese Abwechslung führt auch dazu, dass die einzelnen Elemente nicht so recht zur Geltung kommen. So wird beispielsweise in der Tropfsteinhöhle zwar eine beklemmende Atmosphäre aufgebaut, durch zu viele Wechsel nach draußen aber auch schnell wieder gestört. Auch verhalten sich die Vermissten in der Höhle derart unlogisch und übereilt, dass man kaum denken mag, welche kniffligen Fälle alle schon gelöst haben – was zugegebenermaßen wohl nur erwachsenen Zuhörern auffallen wird. Dennoch ist dieser Abschnitt der deutlich stärkere von beiden, nach der Rückkehr ans Tageslicht müssen die fünf Freunde noch klären, was mit dem Esel in der Höhle passiert ist. Auch hier gibt es einige Ungereimtheiten, so finden die Kinder erstaunlich schnell einen Raum in der Höhle wieder, obwohl sie vorher stundenlang in ihr herumgeirrt sind. Doch noch wichtiger ist der deutliche Spannungsabfall, dieser zweite Teil ist bei weitem nicht so spannend und intensiv wie der erste. Diese Episode bietet also einige sehr interessante und gelungene Ansätze, die aber nicht alle stimmig umgesetzt wurden.

Anne wird natürlich wieder von Theresa Underberg gesprochen, deren ängstliche Art wieder sehr gut zur Geltung kommt, zumal sie wieder mit viel Kraft in der Stimme spricht. Als Dylan ist Roman Rossa zu hören, der den sympathischen Mann mit einer lockeren Art spricht, aber auch die Sorge um die Kinder in der Tropfsteinhöhle oder eine leicht genervte Art treffend umsetzt. Ein sehr erfreuliches Wiederhören gibt es auch noch: Mrs. Doolittle wird von Astrid Kollex gesprochen, auch sie ist mit ihrer ausdrucksstarken Sprechweise eine passende Ergänzung für das Hörspiel. Weitere Sprecher sind Robert Knorr, Heiko Wohlgemuth und Lino Kelian.

Die Szenen in der Tropfsteinhöhle sind mit einer fast durchgängigen Musikuntermalung versehen, sodass selbst das Rauschen eines Wasserfalls Mühe hat, diese zu übertönen. Schade ist auch, dass die Melodie recht nervig wirkt und die unterirdische Stimmung nicht so recht zur Geltung kommt. Die restliche Umsetzung macht insgesamt einen stimmigeren Eindruck.

Auf dem Cover ist Georges Freude über die Rückkehr ihrer Freunde sichtlich erfreut, auch die anderen sehen ehe so aus, als hätten sie eine kleine Wanderung und kein stundenlanges Herumirren in einer Höhle hinter sich. Die fröhlichen Farben und die detailreiche Darstellungsweise sorgt auch hier wieder für eine hübsche Optik, die auch im Inneren fortgeführt wird.

Fazit: Die zweigeteilte Geschichte weckt auch in mir zwiespältige Gefühle – viele gute Einfälle und eine dichte Stimmung, dann aber auch wieder deutliche Spannungsabfälle, unlogische Handlungen und Szenenwechsel zu unpassenden Momenten. Gerade aus den Höhlenszenen hätte man mehr herausholen können, der zweite Teil um den Esel ist leider etwas langwierig geraten.

VÖ: 20. September 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759399422

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