Die drei !!! - 63. Flammen in der Nacht



In Kims Straße wird ein lange leerstehendes Haus als Heim für unbegleitete Flüchtlingskinder umgebaut. Gemeinsam mit Marie und Franzi will sie die Jugendlichen willkommen heißen. Doch längst nicht jeder freut sich über die neuen Nachbarn. Besonders Herr Poschke regt sich über das Heim auf, als Mülltonnen umgeworfen und Gärten verwüstet werden...

„Die drei !!!“ ermitteln gerade in letzter Zeit wieder in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, was alltäglichere Probleme erzählt und von den Glamor-Szenerien einiger voriger Folgen abkehrt. Die 63. Episode der Serie widmet sich einem Thema, das immer noch im Fokus der Öffentlichkeit liegt: Die vielen Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns geflüchtet sind. Die Folge bezieht dabei eindeutig Stellung und lässt die drei Detektivinnen davon ausgehen, dass die Probleme in der Nachbarschaft nicht von dem neuen Heim für Kinder und Jugendlichen ausgehen – allerdings nicht grundlos, sondern weil sie die Bewohner kennenlernen und in einigen Gesprächen mehr von ihrem Hintergrund erfahren. Ein guter Ansatz: Lernt man die Menschen hinter den Begriffen wie „Flüchtlingswelle“ kennen, werden Vorurteile abgebaut und ein differenzierteres Bild aufgebaut. Andersherum wurde sich die Mühe allerdings nicht gemacht, Menschen wie der Nachbar Herr Poschke sind recht eindimensional dargestellt. Nun ist die Serie ja keine Sozialstudie, sondern ein Krimi, sodass die Probleme in der Nachbarschaft natürlich aufgeklärt werden müssen, was mit allerlei Tricks und Ermittlungen passiert – und verschiedene Auflösungen anbietet. Die Folge ist in der Themenwahl recht ausgewogen und bietet gegen Ende noch einmal ein packendes Finale, welches dann auch den Titel der Folge erklärt. Das rundet die Episode gelungen ab und macht „Flammen in der Nacht“ zu einem gelungenen Teil der Reihe.

Herr Poschke wird von Achim Schülke gesprochen, der den unfreundlichen Nachbarn mit viel Nachdruck spricht und die Wut des Mannes glaubhaft herüberbringt. Elise Eikermann spricht das syrische Mädchen Aveen feinfühlig und mit sanfter, aber ausdrucksstarker Stimme, wobei auch ihr Akzent und das nicht ganz perfekte Deustch glaubhaft wirken. Als Frau Rose ist Jenny Böttcher zu hören, auch sie liefert eine saubere Leistung an und klingt in ihrem Bericht authentisch. Weitere Sprecher sind Paul Guder, Ela Nitzsche und Tim Grobe.

Akustisch wurde die Episode auch hier wieder sauber umgesetzt, wobei viele der eingebauten Melodien bereits aus vorigen Episoden bekannt sind. Da diese meist nur als Szenentrenner eingesetzt sind, fällt das aber nicht weiter negativ auf. Hier sorgen viele Geräusche für eine lebendige und passende Szenerie, was gut aufeinander abgestimmt ist.

Eine der letzten Szenen des Hörspiels wird auf dem Cover dargestellt: Kim in großer Sorge, im Hintergrund Marie und Franzi in Panik, die rötliche Farbgebung und das Feuerwehrauto deuten dabei den Brand an. Auch die Tagebuch-Optik wurde mit passenden Farben darauf abgestimmt. Das Innere enthält wieder die üblichen Angaben zu den Mitwirkenden (inklusive der langen Sprecherliste), enthält aber ansonsten lediglich Werbung für andere Produkte der „drei !!!“.

Fazit: „Flammen in der Nacht“ konzentriert sich mit seinem gesellschaftspolitischen Ansatz stark auf die Menschen in Kims Nachbarschaft. Aber auch einige Ermittlungen kommen wieder gut zur Geltung, sodass eine ausgewogene Episode entstanden ist. Die Betrachtung der Menschen ist allerdings etwas einseitig geraten, hier hätte man noch eine differenziertere Betrachtung anbieten können.

VÖ: 27. September 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190758783321

Datenschutzerklärung