Gruselkabinett – 155. Flaxman Low – Der Geist von Baelbrow



Der übernatürliche Detektiv Flexman Low wird von Professor van der Voort, einem Freund seiner Eltern, in das alte, wunderschöne Anwesen von Baelbrow House gerufen. Dieser verbringt dort mit seiner Tochter Lena den Sommer und hat den Geist, der dort umgeht, bislang als eher friedlich empfunden. Doch als eines der Dienstmädchen unter merkwürdigen Umständen zu Tode kommt, ist er sich da nicht mehr sicher…

Dass Flexman Low ein fester Bestandteil des Gruselkabinetts von Titania Medien werden würde, ist ja bereits seit einiger Zeit klar. Mit „Der Geist von Baelbrow“ ist nun die zweite Episode des „Geisterjägers“ erschienen. Wieder herrscht eine eher gediegene Stimmung vor, der Aufbau der Handlung erinnert auch eher an einen klassischen Krimi des viktorianischen Zeitalters: Zunächst wird Flexman in einem ruhigen Gespräch mit seinem Auftraggeber und guten Freund Professor van der Voort in die Ereignisse auf Baelbrow House eingeweiht, einige Spielszenen inbegriffen, in denen der Hörer diesem aus erster Hand lauschen kann. Dieses erste Gespräch nimmt gut die Hälfte der Handlung ein, hier sind die übernatürlichen Elemente noch recht rar gestreut, die ruhige Grundstimmung ist dabei prägend. Die späteren Ermittlungen von Flexman Low gemeinsam mit dem Sohn von Baelbrow House bieten dann deutlich mehr übernatürliche Ereignisse und düstere Szenen, der ruhige Grusel, der dadurch ausgestrahlt wird, ist dann prägnanter geraten und überzeugt zusätzlich mit einer sehr gekonnten atmosphärischen Gestaltung in einer stürmischen Nacht. Mir gefällt, wie sich die Idee der Geschichte langsam immer weiter herausschält, aber immer weitere Wendungen und Überraschungen für Spannung sorgen. Einige dramatische Entwicklungen und ein packendes Finale sorgen für einen gekonnten Abschluss dieser Folge, die sich im Laufe der Zeit immer weiter gesteigert hat.

Professor van der Voort wird von Eckart Dux gesprochen, dessen markante und ausdrucksstarke Stimme sehr gut zur Geltung kommt. Sein ruhiges Auftreten sorgt gerade in seinem Bericht für die ersten wirkungsvollen Schauermomente, zumal er sehr authentisch wirkt. Seine Tochter Lena bekommt die Stimme von der scheinbar nicht alternden Reinhilt Schneider gesprochen, die ihren prägnanten Klang auch hier wieder sehr sicher und leidenschaftlich einsetzt, was eine sehr präzise Wirkung ihrer Figur erzeugt. Auch Rolf Berg hat mit als Flexman Low wieder sehr gut gefallen, er stellt sich in den passenden Momenten in den Vordergrund und überzeugt mit eingängiger Sprechweise, lässt aber auch die anderen Rollen und die Handlung sehr gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Horst Naumann, Sacha von Zambelly und Claudia Urbschat Mingues.

Die Dynamik der Folge wird von der akustischen Gestaltung gekonnt umgesetzt. Während die vielen ruhigen Gespräche mit einem prasselnden Kaminfeuer untermalt sind, gibt es atmosphärische Musikstücke zum Szenenübergang, aber auch einige prägnantere und lautere Sounds, die sich sehr stimmungsvoll zusammenfügen und die Wirkung der Handlung gut unterstützen.

Das Titelbild der Folge harmoniert wieder wunderbar mit der hübschen Säulenoptik und setzt die verängstigte Frau auf der düsteren Treppe in einen passenden Kontext. Die Hand, die unheilvoll aus dem Türrahmen greift, ist passend dazu eher unauffällig gestaltet und verfehlt seine Wirkung nicht. Fotos zweier Sprecher auf der Rückseite dürfen natürlich wieder nicht fehlen.

Fazit: Die zweite Episode des Gruselkabinetts um Flexman Low überzeugt mit seinem klassischen Spannungsaufbau. Während die anfänglichen Szenen sehr ruhig gestaltet sind, werden die späteren Ermittlungen von Flexman immer prägnanter und unheimlicher umgesetzt. Die Figuren sind stark in Szene gesetzt, die Stimmung in dem alten Haus kommt hervorragend zur Geltung, sodass mir „Der Geist von Baelbrow“ sehr gefallen hat.

VÖ: 29. November 2019
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785780558

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