Sherlock Holmes – 40. Die dritte Botschaft



Sherlock Holmes ist äußerst dankbar, als ein neuer Klient ihm die Langeweile der letzten Wochen vertreibt. Zudem wirkt der Fall mit den merkwürdigen Botschaften an den verstorbenen Onkel von Herbert Stavert ziemlich reizvoll für den Meisterdetektiv. Dafür muss er sich aber mit einem ziemlich unfähigen Inspector herumärgern, der die offensichtlichsten Spuren nicht zu deuten weiß...

Die Bücher für die neuen Fälle für Sherlock Holmes liefert momentan der britische Autor Herman Cyril McNeile, der bei seinem Tod im Jahr 1937 damit sicherlich nicht gerechnet hat. Seine Geschichten eignen sich aber hervorragend für Titania Medien, um den bekannten Meisterdetektiv als Hauptfigur einzusetzen und damit authentische Fälle der damaligen Zeit mit dem entsprechenden Ambiente zu transportieren. Auch die 40. Episode ist nach diesem Schema aufgebaut und startet schnell in die eigentliche Handlung, ohne eine kurzweilige Szene um die unterhaltsamen Zwiegespräche zwischen Holmes und Watson missen zu lassen. Auch der Bericht seines Auftraggebers ist hier recht schnell erzählt und zudem noch mit kleinen Spielszenen aufgelockert, der Start in die eigentlichen Ermittlungen ist dementsprechend kurzweilig geraten. Der Fall an sich ist mit einer ungewohnt brutalen Komponente versehen, die aber glücklicherweise nicht allzu explizit geraten ist und die gediegene Grundstimmung der Serie nicht vermissen lässt. Besonders gelungen ist die Figur des begriffsstutzigen Inspectors, der von Sherlock Holmes immer wieder aufgezogen und bloßgestellt wird. Die humorige Komponente, die dadurch entsteht, passt sehr gut in den mit vielen Details ausgeschmückten Fall, der über lange Zeit über rätselhaft bleibt und erst ganz am Ende in einer sehr prägnanten Szene aufgelöst. Das ist sehr unterhaltsam umgesetzt und punktet mit der Falle, die Holmes dem Täter stellt, aber auch vielen weiteren gelungenen Einfällen.

Die Sprecher der Episode sind erneut sorgsam ausgewählt und passen sehr gut zu ihren Rollen. Als Richard ist Dirk Petrick zu hören, der mit einer variantenreichen Stimme spricht und so jede Situation sehr treffend gestaltet. So kommt auch der Spannungsbogen der Folge gut zur Geltung, besonders gegen Ende steigert er noch einmal den Nachdruck in seiner Stimme. Auch Helmut Zierl hat mir in der Rolle des Herbert Stevert sehr gefallen, er setzt Holmes' jungen Auftraggeber lebendig um und passt sehr gut in das viktorianische Ambiente der Serie. Mit feinen Facetten punktet auch Rainer Gerlach, der dem reichlich schusseligen Inspector eine sehr witzige und markante Aura verleiht. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Valentin Stroh und Christian Stark.

Die akustische Umsetzung des Hörspiels ist Titania Medien wieder sehr gut gelungen, da die Szenen feinsinnig und doch sehr vielseitig umgesetzt wurden. Es mag wie eine Kleinigkeit wirken, aber wenn Holmes und Watson durch den Tatort schreiten und in jedem Zimmer ein leicht anderer Klang herrscht, beim Gang nach draußen leises Vogelgezwitscher einsetzt oder die Schritte gerade bei der Nutzung eines Kopfhörers auch akustisch den Ort wechseln, macht das schon richtig Spaß.

Ein blutiger Totenschädel, schon alt und verwittert, liegt auf einer hübsch verzierten Sonnenuhr inmitten eines Strauches - das Cover zur Folge würde sich auch im Gruselkabinett hervorragend machen und überzeugt mit dem detailverliebten Zeichenstil von Ertugrul Edirne. Edel und stilvoll dazu wirkt wie immer der schwarze Hintergrund mit dem goldenen Rahmen.

Fazit: „Die dritte Botschaft“ ist eine trickreiche Geschichte mit einigen gelungenen Wendungen und einer dichten Stimmung, die dank des schusseligen Inspectors auch eine humorvolle Seite zeigt. Die ruhige Erzählweise wird auch bei einem brutalen Mord nicht verändert, sodass dennoch keine blutrünstige Stimmung entsteht. Schön, dass auch diese Geschichten den Geist von Sir Arthur Conan Doyle in sich tragen.

VÖ: 29. November 2019
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785780404

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