Gruselserie - 4. Projekt X – Invasion der Aliens



Robby und sein Kumpel Michi treffen sich, um mit einer alten Funkanlage zu spielen und hören dabei eine militärische Nachricht ab, die von einem geheimen Projekt handelt. Ihre Neugier ist geweckt, sodass sie sich ihre Fahrräder schnappen und auf den Weg machen. Sie ahnen jedoch nicht, was genau hinter „Projekt X“ steckt...

Bislang präsentiert sich die Neuauflage der „Gruselserie“ von Europa in der Themenwahl ziemlich abwechslungsreich, bisher sind eben nicht die klassischen Vertreter des Horror-Genres vertont worden. Das gilt auch für Teil 4 der Reihe, in der es um das Eindringen außerirdischer Wesen auf unsere Erde geht. Die Erzählweise ist dabei abwechslungsreich geraten, da an verschiedenen Stellen und mit verschiedenen Stimmungen erzählt wird: Der abenteuerliche Start um zwei Jugendliche, die wissenschaftlichen Beratungen der Militärleitung, später spannende Momente bei dem direkten Kontakt mit den Wesen. Genau in dieser Abwechslung ist aber auch nicht immer förderlich für die Wirkung der Geschichte, da die Handlung teilweise keine klare Linie mehr aufweist und nicht zu wissen scheint, was sie eigentlich erzählen möchte. Einige Szenen sind zudem etwas zu lang geraten und bringen zu wenige Informationen in zu langer Zeit, was dann einen etwas zähen Eindruck hinterlässt. Das ist aber durchaus Meckern auf hohem Niveau, denn im Grunde ist „Projekt X – Invasion der Aliens“ spannend und unterhaltsam geraten. Viele aufregende Momente und eine gelungene (wenn vielleicht auch etwas schlichte) Hintergrundgeschichte fügen sich stimmig zusammen und entwickeln eine passende Atmosphäre. Die Handlung steigert sich dabei immer weiter und führt zu einem durchaus überraschenden Finale. Auch ohne Erzähler funktioniert das sehr gut, die wichtigsten Pfeiler der Folge werden auch so gut eingebaut.

Der Start in die Handlung wird durch Lovis Harloff und Lino Kelian als Robby und Michi gestaltet, die die Aufregung der beiden Jungen zwar gut rüberbringen und viel Energie einfließen lassen, aber auch einen recht hölzernen Eindruck hinterlassen. Dr. Pinske-Lange wird von Anne Moll gesprochen, ihr Klang ist mal wissenschaftlich und nüchtern, mal hart und unnachgiebig, was facettenreich und lebendig klingt. Gernot Sautter, der Leiter der militärische Leiter der Aktion, wird von Klaus Dieter Klebsch gesprochen, dessen markante und volle Stimme sehr gut auf die unheimliche Stimmung angepasst ist und gleich ein Bils des Mannes vor dem inneren Auge des Hörers entstehen lässt. Weitere Sprecher sind Wolfgang Kaven, Lutz Mackensy und Astrid Kollex.

Die akustische Gestaltung orientiert sich wieder an der mittlerweile kultigen Ursprungsserie, ist technisch aber sauberer umgesetzt. Und durch einige dräuende Melodien, die im Hintergrund erklingen, wird dem Hörspiel auch ein modernerer Anstrich verliehen. Die Geräusche sind sehr prägnant umgesetzt, manchmal vielleicht sogar eine Spur zu laut und im Vordergrund.

Das Titelbild dieser Episode ist natürlich wieder in nur wenigen Farben gestaltet, Schwarz und Blau machen dabei den Hauptteil aus. Die silhouettenhafte Optik der Aliens und die schlichten Formen machen einen ungewöhnlichen, aber passenden Eindruck. Das Innere des kleinen Booklets ist ansehnlich und übersichtlich, aber ohne zusätzliches Bonusmaterial umgesetzt.

Fazit: Aliens sind als Thema für die vierte Episode der neuen Gruselserie gut gewählt und sorgen für eine interessante Facette. Auch wenn sich die Handlung anfangs zu verfransen scheint und keinen geradlinigen Eindruck macht, konzentriert sich die Geschichte später gekonnt auf die Begegnung mit den Wesen. Ein bisschen Gesellschaftskritik und viele spannende Momente runden die Folge gekonnt ab.

VÖ: 16. August 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759393321

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