TKKG - 211. Geiselnahme im Villenviertel



Klößchen will Tim, Karl und Gaby stolz sein erstes Konto bei der Bank zeigen, als just in diesem Moment die örtliche Bank überfallen wird. Wie die anderen anwesenden Kunden und Angestellten werden auch die vier Jugendlichen als Geiseln genommen. Doch die geforderte Geldsumme ist hoch, auch die anderen Bedingungen der Geiselnehmer sind ungewöhnlich…

Der langlebigen Jugenddetektivserie TKKG haftet ja immer wieder der Ruf an, in letzter Zeit kaum noch einen Bezug zur Stimmung der ersten Episoden zu haben (zugegeben nicht immer zu Unrecht). Auch die 211. Episode unterscheidet sich natürlich vom Stil der ersten Zeit, kehrt aber in einigen gelungenen Details dorthin zurück. Die Codenamen der Geiselnehmer beispielsweise, die gut auf ihre jeweiligen Charaktere und Eigenheiten abgestimmt wurden. Aber auch die Stimmung, die tatsächlich bedrohlicher ist als in den meisten vorigen Folgen. Die vier Hauptfiguren werden nicht mit Samthandschuhen angefasst und müssen – noch viel wichtiger – selbst viel ermitteln und sich dabei in Gefahr begeben. Und auch wenn der Hörer eine Spur vor den Detektiven auf eine wichtige Auflösung kommen kann, die einen Wendepunkt in der Handlung darstellt, geht es danach immer noch spannend und aufregend weiter. Ein paar derbe Flüche wirken nicht mehr ganz so brav wie in den vorigen Folgen, die Sprache ist gut auf die Charaktere abgestimmt und weist ein paar Feinheiten auf, die man erst später bemerkt. Ein wenig geht der Folge am Ende die Luft aus, die Szenen verlieren an Kraft und Ausdruck, aber auch hier werden immer noch genügend Reizpunkte gesetzt, um das Interesse des Hörers aufrechtzuerhalten. Besonders das Motiv eines der Täter weiß dabei mit einem ungewöhnlichen Gedankengang zu punkten.

Die Frau namens Frost wird von Katrin Decker gesprochen, die der Figur passend zum Namen einen sehr kühlen und höhnischen Tonfall wählt und eine gelungene Ausstrahlung für die Figur schafft und gerade im ersten Teil eine sehr treffende Stimmung schafft. Ihr Kollege bekommt seine Stimme von Oliver Böttcher verliehen, der dazu einen gelungenen Kontrast bietet und freundlich und höflich klingt, der Effekt, wenn seine Stimme dann umschlägt, ist umso wirkungsvoller. Peter G. Dirmeier spricht den stellvertretenden Bankdirektor Falkner mit einer passenden Attitüde und viel Ausdruck, was einen überzeugenden Eindruck hinterlässt. Weitere Sprecher sind Gabi Libbach, Romanus Fuhrmann und Peter Franke.

Die bedrohliche Stimmung während der Geiselnahme wird auch akustisch gelungen umgesetzt, da sie recht leise und hintergründig geraten sind. Die eingesetzte Musik wirkt zwar nicht mehr zeitgemäß, die Geräusche wirken aber stimmig – wie auch während der späteren Handlung. Insgesamt ist das sehr stimmig und unterstützt die Szenen gut in ihrer Wirkung.

Der dunkle Tunnel auf dem Cover lässt nicht direkt Assoziationen zum im Titel genannten Villenviertel aufkommen, passt aber sehr gut zur Handlung und zeigt eine Szene, in der Tim gefesselt in dem unterirdischen Gang liegt. Das ist mit Details hübsch ausgeschmückt und passt wieder gut zu der cleveren Gestaltung mit den kleinen Zeitungsausschnitten.

Fazit: Die Folge dreht den Spannungspegel gleich zu Anfang ganz auf und lässt die vier Detektive Opfer einer Geiselnahme werden, was sehr intensiv und unmittelbar auf den Hörer wirkt. Über die gesamte Laufzeit der Handlung kann dieser Pegel zwar nicht aufrecht gehalten werden, aber auch dann wird der weitere Verlauf noch spannend aufbereitet. Eine starke Folge, die mir sehr gefallen hat.

VÖ: 6. September 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759117521

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