Die schwarze Sonne – 19. Adam Quadmon



Seine Reise führt Adam Salton nach Kairo, doch nach einer beschwerlichen Anfahrt wirkt die lebendige Großstadt erdrückend auf ihn. Dort soll er auf den Zirkuskünstler Erwin treffen, der ihn auf seiner weiteren Expedition begleiten soll. Doch seine Vergangenheit holt ihn bald ein und hat einen größen Einfluss auf sein Leben, als ihm lieb ist...

Der schlichte Titel „Adam Quadmon“ ist sicherlich ungewöhnlich für die bereits 19. Episode der dunklen Mystery-Serie „Die schwarze Sonne“, schließlich ist Adam seit Beginn der Serie die Hauptfigur. Und dennoch ist der Titel so treffend gewählt, da Adam Salton noch einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet wird, sein innerer Zwiespalt und tiefgreifende Konflikte thematisiert werden. Das geschieht dann auch wieder über viele Jahre und mehrere Zeitebenen hinweg, sodass beispielsweise auch Adams Eltern und ihr Einfluss auf das Leben ihres Sohnes eine wichtige Rolle spielen. Besonders die Expedition seines Vaters William und sein Verschwinden bekommen dadurch noch einmal mehr Gewicht, was einige Dinge weiter erklärt - und natürlich auch wieder einige Geheimnisse aufwirft. Genau das ist es, was die Geschichte mit ihrer eher ruhigen Ausstrahlung so eindringlich wirken lässt und wieder neue Facetten hinzufügt, die faszinieren können. Die Erzählweise ist gewohnt fragmenthaft, der Hörer braucht viel Konzentration und eine sehr gute Kenntnis der bisherigen Ereignisse und Zusammenhänge, um die Geschichte erfassen zu können. Und dennoch wirkt die Geschichte kompakter, zusammengängender und konzentriert sich auf einfacher verständliche Teile des Gesamtbildes, was die dichte und unverwechselbare Stimmung der Serie aber keinesfalls mindert. Ergänzt durch die fein geschliffenen, poetischen Worte der Sprecher entsteht so eine eingängigere Folge als sonst, die die düstere Ausstrahlung gekonnt fortsetzt.

Die Familie Salton steht in dieser Episode im Mittelpunkt, was durch die hervorragenden Sprecher noch betont wird. So wird William Salton von Günter Merlau selbst gesprochen, der seiner Figur eine mysteriöse, geheimnisvolle Aura verleiht und mit seinem tiefem Klang gleichzeitig sehr angenehm wirkt. Seine Frau Fiona Salton bekommt ihre Stimme von Verena Wolfien geliehen, die emotionaler, aufwühlender und ebenfalls sehr prägnant spricht und ihren Szenen viel Ausdruck verleiht. Als geheimnisvoller Bartolomäus ist Jürger Uter zu hören, der sich ganz auf die Stimmung der Szenen einlässt und ihnen mit gekonnten Modulationen feine Facetten verleiht. Weitere Sprecher sind Christian Senger, Jennifer Frank und Kai Botenbender.

Auch diese Folge bietet wieder zahlreiche Ansätze für eine abwechslungsreiche akustische Gestaltung, die Günter Merlau geschickt aufgreift und jeder Szene den passenden Hintergrund verleiht. So gibt es während langer Gespräche leise Melodien oder das sanfte Wehen des Windes zu hören, während packendere oder dramatischere Szenen sehr kraftvoll und präsent umgesetzt wird. Die Atmosphäre der Handlung wird so sehr gekonnt unterstützt.

Beeindruckend ist wieder das Covermotiv geraten, das im mittelalterlichen Stil mit vielen Schriftzügen, Formen und gedeckten Farben einen Menschen zeigt, bei dem teilweise Knochen oder Innerein gepaart mit einigen okulten Symbolen zu sehen sind. Die geschwungene Schrift im Inneren sorgt auch hier wieder für einen ganz besonderen und passenden Look.

Fazit: „Adam Quadmon“ ergänzt die bisherige Serie mit einem noch genaueren Blick auf die Hauptfigur Adam Salton und weitere Stationen seines Lebens. Das ist wieder sehr vielfältig und komplex geraten, auch wenn einige Szenen zugänglicher wirken als sonst. Die Szenen sind wieder recht lang geraten und überzeugen mit ihre intensiven Ausstrahlung, die wieder sehr gekonnt und mit feinsinnigen Dialogen umgesetzt wurde.

VÖ: 9. August 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960661672

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