Das Geheimnis des Bermuda-Dreieck



Erneut ist ein Flugzeug mitten im Bermuda-Dreieck verschwunden, doch dieses Mal konnte bis zum Schluss Funkkontakt mit dem Piloten gehalten werden. Captain Harald Kneeshaw möchte unbedingt das Rätsel um die kleine Inselgruppe lösen, stößt aber immer wieder auf Widerstände. Erst nach einiger Zeit findet er in dem Ozeanografen Marlow einen Verbündeten, der seine Besessenheit von dem Thema teilt...

Mit „Das Geheimnis des Bermuda-Dreieck“ hat Imaga ein weiteres klassisches Hörspiel vor dem Verschwinden von der Bildfläche gerettet und die Maritim-Produktion erstmals auf CD veröffentlicht. Dabei kommen bei vielen Hörern unweigerlich Erinnerungen an die Anfänge des Hörspiels in seiner heutigen Form auf, da die Produktion schon einige Jahre hinter sich gebracht hat und mit ihrer Machart herrlich nostalgisch wirkt. Das Thema wird dabei recht ernst und nur sehr selten humorige Sprüche aufweist. Kombiniert mit den vielen technischen Details und einer teils unheimlichen, bedrohlichen Stimmung entsteht dabei ein ausdrucksstarkes Hörspiel. Der Verlauf über gleich mehrere Jahrzehnte, in denen die beiden Forscher Kneeshaw und Marlow teilweise nur langsam bei ihren Recherchen vorankommen, ist gut inszeniert. Die aktuellen Entwicklungen bekommen dabei ebenso viel Aufmerksamkeit wie der rote Faden durch die gesamte Handlung. Mir gefällt, wie immer neue kleine Details das Rätsel ergänzen, sich die Charaktere ebenso wie die Technik weiterentwickelt und besonders, wie sich das Finale deutlich verdichtet. Der Ausgang ist wirklich packend geraten und überzeugt mit dem Wahn der Charaktere ebenso wie mit der Auflösung des Rätsels, das noch einmal eine ganz andere Facette mit sich bringt. „Das Geheimnis des Bermuda-Dreieck“ ist sicherlich kein Hörspiel für die breite Masse, hat mir aber äußerst gut gefallen.

Das Hörspiel ist mit vielen Sprechern umgesetzt, konzentriert sich aber vorrangig auf zwei Charaktere: Captain Kneeshaw wird von Rolf E. Schenker gesprochen, der mit einem sehr markanten Klang und präzisem Ausdruck die ernsthafte Stimmung des Hörspiels gekonnt aufgreift, sich aber auch dynamisch an die verschiedenen Stimmungen anpasst. Rene Genesis spricht Mr. Marlow ebenso ausdrucksstark und setzt besonders die bedrohlichen Szenen mit viel Energie um, wobei er besonders am Ende noch einmal eine andere Facette zeigen kann. Erzähler Wolf-Dieter Stubel führt den Hörer mit seiner angenehmen Stimme und gelungenen Facetten durch die Handlung. Weitere Sprecher sind Horst Stark, Rolf Mamero und Joachim Richert.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels kommt - wie zur Zeit der Produktion durchaus üblich - fast ohne Musik aus. Das wirkt aber nur sehr selten dröge, da die meisten Dialoge mit zahlreichen passenden Geräuschen unterlegt sind. Diese fügen sich recht dynamisch ein, sind auch mal etwas lauter, wenn es passt, und sorgen für unterschiedliche Stimmungen. Das wirkt schon sehr stimmig und unterstreicht die Atmosphäre der Handlung.

Das Cover der CD-Version ist stimmigerweise der Plattenveröffentlichung entnommen und liegt sogar gleich zweimal vor, einmal mit gelbem Rahmen um das eigentliche Motiv, im Inneren auch einmal als Wendecover ohne diesen. Toll, dass auch das originale Backcover seinen Platz gefunden hat und die Sprecher im Booklet noch einmal übersichtlich aufgelistet sind.

Fazit: Eine markante Stimmung, die Konzentration auf die Dialoge und die Wandlung von einem technisch wirkenden Ausgangspunkt zu einem mysteriösen Finale sorgt für viel Wucht und einen markanten Ausdruck von „Das Geheimnis des Bermuda-Dreieck“. Die klassische Inszenierung und sehr engagierte Sprecher verstärken die Wirkung der Handlung, was mir sehr gut gefallen hat.

VÖ: 11. Oktober 2019
Label: Imaga
Bestellnummer: 9783946207528

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