Macabros – 12. Molochos' Totenkarussell



Bei einer Operation am offenen Herzen hat Phil Hunter eine schreckliche Vision aus dem Totenreich. Doch niemand will ihm so recht glauben, selbst seine Freundin hat ernste Zweifel an seinem Verstand. Doch auch Björn Hellmark bekommt einen Hinweis auf den Vorfall, wegen einiger Details ist er überzeugt, dass mehr als nur ein verwirrter Geist hinter der Geschichte steht…

Mit „Macabros“ setzt WinterZeit aktuell eine der klassischen Hörspielgruselserien auf die ganz eigene Art des Remscheider Labels um und macht nun bereits das erste Dutzend Episoden voll. Die Folge beginnt mit einer wahren Schreckensvision, die gekonnt auf die Handlung einstimmt und direkt den Titel „Molochos' Todeskarussell“ näher erklärt. Dämonen, qualvolle Folterungen, durchtriebene Charaktere – allerlei sinistre Einfälle fügen sich hier zusammen und sorgen für einen prägnanten Einstieg. Auch im weiteren Verlauf der Handlung wird immer wieder an den höllenähnlichen Ort zurückgekehrt, wodurch die Stimmung der Folge angeheizt und zugespitzt wird. Die Handlung wird dabei eher durch die Szenen um Björn Hellmark und Carminia Brado vorangetrieben, während ansonsten eher die Stimmung die Episode ausgestaltet wird. Im Mittelteil knickt das Tempo etwas ein, ein wenig zu langsam kommen die neuen Entwicklungen dort hintereinander. Doch schon bald fängt sich die Handlung wieder und kehrt zu der starken Erzählweise der Serie zurück. Das Ganze gipfelt wieder in einem packend erzählten und gut erdachten Finale, das zwar nicht sonderlich viele Überraschungen bietet, aber die Folge spannend und atmosphärisch abschließt. Schön, dass während der gesamten Handlung auch die Charakterzüge der Figuren nicht ausgelassen werden.

Phil Hunter, der eine wichtige Rolle in der Handlung spielt, wird von Frank Schaff gesprochen, der der Figur Ernsthaftigkeit und ein markantes Auftreten verleiht. Der Eifer des jungen Mannes kommt dabei durch seine glaubhafte Sprechweise gut zur Geltung. Seine Frau Nancy Hunter bekommt ihre Stimme von Nicole Hannak geliehen, die sich gut der Szenerie der Episode anpasst und mit ihrer hellen Stimme einen guten Kontrast zu der harten Atmosphäre bildet. Jeanine Thomsen ist ein sehr ausdrucksstarker Charakter, der durch Nina Reithmeier auch eine markante Art verliehen bekommt. Das wirkt allerdings manchmal etwas stereotyp und hätte eine etwas feinsinnigere Sprechweise durchaus vertragen. Weitere Sprecher sind Sarah Riedel, Bodo Wolf und Tobias Müller.

Die vielen Schreckensszenarien, die in die Episode eingebunden sind, werden durch eine vielfältige Klangwelt unterstützt. Das ist alles sehr gut aufeinander abgestimmt und vereint moderne Effekte, klassische Geräusche und viel Musik miteinander. Schön, dass neben vielen lauten Passagen auch mal ein paar ruhigere Szenen vorkommen.

Natürlich ist das titelgebende Todeskarussell auch auf dem Cover der Episode abgebildet, der knochige Totenschäden mit den Windmühlenflügeln kommt vor dem schaurig-roten Hintergrund und dem aufsteigenden Nebel sehr treffend und hübsch nostalgisch. Im Inneren des Booklets gibt es einen lesenswerten Einführungsext zu der Folge.

Fazit: „Molochos Todeskarussell“ punktet durch seine intensive Stimmung und die von Anfang an sehr prägnant umgesetzte Szenerie um die Qualen der Hölle. Aber auch neue Erkenntnisse über die Gegenspieler von Macabros und eine gelungene Darstellung der Charaktere tragen ihren Teil zum Gelingen der Episode bei, die trotz eines kleinen Knicks in der Spannungskurve durchgängig sehr unterhaltsam geraten ist.

VÖ: 30. August 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661443

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