Das Schwarze Auge – 8. Im Land der Piraten



Der Thorwalder Hothar hat die uneinheitliche Reisegruppe in die Heimat seines Volkes geführt, auch wenn seine Begleiter die Schiffsfahrt nicht sonderlich gut überstanden haben. Doch während er mehr über sein verschollenes Schiff, die Gischttänzerin, herausfinden will, werden auch seine Feinde aus früherer Zeit auf ihn aufmerksam...

Zum Ende der siebten Episode von „Das schwarze Auge“, dem Gemeinschaftsprojekt von WinterZeit und Audionarchie, wurden bereits die Weichen für die nun erschienene Folge „Im Land der Piraten“ gestellt, sodass der Hörer ohne große Einleitung an der Reise der bunt gemischten Gruppe teilnehmen kann. Und auch wenn durch diese Überleitung und diverse Kommentare zu bisherigen Ereignissen der Anschein erweckt wird, dass die Handlung in den roten Faden der Serie integriert ist, handelt es sich im Grunde um ein in sich abgeschlossenes Abenteuer, das nur einige Weichen für die kommenden Ereignisse stellt. Dabei ist es sehr interessant, die Welt der Piraten-ähnlichen Thorwalder weiterzuerkunden, wobei Kultur, Religion und Gesellschaft der Seefahrer zu erkunden, zumal das der Serie eine weitere Komponente hinzufügt und die Fantasy-Welt noch bunter und lebendiger wirken lässt. Zahlreiche unterhaltsame Details sind dabei eingewoben, die den Spielern des gleichnamigen Rollenspiels begeistern dürften, anderen Hörern aber ebenfalls einen guten Eindruck der Welt verleihen. Und auch Hothar, der seit der Beginn der Serie innerhalb der Gruppe eine eher kleine Rolle eingenommen hat, bekommt hier mit weiteren Hintergründen und einigen starken Szenen einen umfassenderen Ausdruck. Das Geheimnis um die Gischttänzerin rückt dabei gefühlt ab und an in den Hintergrund, zugunsten der Atmosphäre tritt die Handlung an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Hintergrund, was die Spannung immer wieder etwas abfallen lässt. Doch gerade gegen Ende der Episode zieht das Tempo wieder mehr an und präsentiert so ein spannendes und markantes Finale.

Ragna wird von Marie Bierstedt gesprochen, die ihrer Stimme einen ungewohnt harten Klang verleiht und der Schwester von Hothar so ein markantes Auftreten verleiht, wobei sie gelungen verschiedene Facetten mit einbringt und so eine sehr lebendige Figur schafft. Auch Helmut Gauß hat mir als Asgrimm sehr gut gefallen, mit seinem rauen Klang verstärkt er die Atmosphäre der Handlung und setzt die Welt der Thorwalder so noch intensiver um. Natürlich ist Marco Kröger auch wieder als Hothar zu hören, in „seiner“ Folge entlockt er der Figur noch einmal neue Facetten, wobei die Wut und der eiserne Wille des Piratenkapitäns sehr gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Hans-Jürgen Dittberner, Oliver Feld und Peter Groeger.

Die fantastische Welt des Schwarzen Auges wird durch die vielseitige akustische Unsetzung gekonnt in Szene gesetzt, wobei besonders die vielfältige Geräuschkulisse zu überzeugen weiß und immer einen passenden Hintergrund schafft. Es gibt aber auch (wenige) Geräusche, die künstlich und comichaft wirken und nicht so recht in die Handlung passen wollen. Die Musik ist wieder atmosphärisch und lebendig umgesetzt.
Auf dem Cover zu der Folge wird eine sehr hübsche Szenerie dargestellt, die den Hafen der Thorwalder mit einigen großen Segelschiffen und vielen kleinen Jollen sehr lebendig darstellen. Dass der Hintergrund mit den hohen Klippen, dem blauen Himmel und den aufgetürmten Wolken sehr ansehnlich gestaltet ist, schadet dabei natürlich auch keinesfalls. Im Inneren des Booklets ist ein ausführliches Interview mit Markus Winter zum Thema Sounddesign zu lesen.

Fazit: Die Folge konzentriert sich vor allem auf die Ausgestaltung der Welt der Thorwalder und die Hintergründe von Hothar, sodass die Handlung nicht immer konsequent vorangetrieben wird. Die Spannung wird aber gegen Ende wieder fokussiert und überzeugt dann mit intensivem Ausdruck. Schön, dass auch hier wieder die anderen, lieb gewonnenen Charaktere ihren festen Platz gefunden haben und charmant eingebaut wurden.

VÖ: 21. Juni 2019
Label: Audionarchie / WinterZeit
Bestellnummer: 978396066064

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