Sherlock Holmes & Co - 47. Todesmelodie



Nach dem Tod seines Mentors zieht sich Alexander Swift immer weiter zurück, in seiner trübsinnigen Stimmung spielt er wieder und wieder die gleiche Melodie auf seinem Klavier - bis er eines Tages dabei unter merkwürdigen Umständen stirbt. Seine Witwe Aurelia wendet sich an Professor van Dusen, doch die Spuren führen zu weiteren Todesfällen...

Professor van Dusen gibt es derzeit in unterschiedlichen Versionen auf dem Hörspielmarkt, unter anderem ist er auch in der Krimireihe „Sherlock Holmes & Co“ seit dem Start einer der Hauptfiguren. Auch die 47. Episode widmet sich der Denkmaschine und seinem Chronisten Hutchinson Hatch. Dabei funktioniert das Zusammenspiel dieser beiden Charaktere wieder sehr gut, der etwas begriffsstutzige Reporter und der überheblichen Hobbykriminologen sind mit viel Charme angereichert, was im Verlauf der Handlung immer wieder für Auflockerung sorgt. Diese ist überraschend komplex geraten, was man nach den ersten Szenen gar nicht vermuten würde. Die Introszene, die ersten Ermittlungen von Hatch und der lange Bericht der Witwe klären die Grundlagen des Falles ausführlich und detailreich auf. Was zunächst nach einem persönlichen Drama klingt, nimmt im Laufe der Zeit immer mehr Fahrt auf, fügt einige neue Ebenen hinzu und lässt van Dusen an einigen unterschiedlichen Stellen ermitteln. Der Aufbau des Falles ist dennoch sehr gradlinig geraten, sodass man der Handlung gut folgen und selbst versuchen kann, sie einzelnen Puzzlestücke zusammenzufügen. Das ist aber selbst für geübte Krimihörer gar nicht so einfach, bis zum Finale bleiben Identität und Motiv des Täters unerkannt, ebenso wie viele Hinweise erst im Nachgang Sinn ergeben. Gut gefallen mir auch die wenigen eingestreuten Szenen, die nicht aus der Sicht von Hutchinson Hatch erzählt werden, sondern dem Hörer einen kleinen Wissensvorsprung verschaffen - und das in genau der richtigen Dosis, um die Spannung anzuheizen, ohne zu viel zu verraten. Der enge Bezug zur Musik funktioniert ebenfalls sehr gut und verleiht der Folge eine ganz besondere Stimmung.

Natürlich ist Norbert Langer wieder als Hutchinson Hatch zuhören und macht seine Sache sehr gut, indem er die ernste Seite des Reporters ebenso sehr betont wie die Neckereien mit Professor van Dusen. Auch in den Erzählparts wirkt er wieder sehr sicher und gestaltet diese sehr unterhaltsam. Als Witwe Aurelia Swift ist Manja Doering zu hören, die ebenfalls einen sehr glaubhaften Eindruck hinterlässt und den anfänglichen Report trotz seiner Länge lebendig zu gestalten weiß. Auch Bodo Wolf hat mir als Inspector Mallory sehr gut gefallen, er passt sich gekonnt der Stimmung des Hörspiels an und überzeugt mit seiner authentischen Sprechweise. Weitere Sprecher sind Wolfgang Bahro, Udo Schenk und Uve Teschner.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist sehr gelungen, wobei auch ungewöhnliche Instrumente zum Einsatz kommen - als Beispiel sei eine Melodie genannt, die auf einem Spinett gespielt wurde. Überhaupt kommt die Todesmelodie sehr atmosphärisch zur Geltung, aber auch die restlichen Szenen wurden mit passenden Musikstücken und glaubhaften Geräuschen untermalt.

Ein Piano, von sanftem Kerzenlicht erhellt, die Noten einer Partitur aufgeschlagen – das Motiv der Folge auf dem Titelbild greift Elemente der Handlung auf, ohne zu viel von ihr zu verraten. Das wirkt passend und in sich stimmig, wobei der orangefarbene Rahmen wieder im Stil einer alten Fallakte gehalten ist. Die restliche Gestaltung ist wieder recht schlicht geraten,

Fazit: „Todesmelodie“ überzeugt mit einem ungewöhnlichen Ansatz und einer gradlinig erzählten Handlung, wobei die vielen Elemente gekonnt ineinander greifen. So führt die Folge über ganz verschiedene Szenen zu einem unerwarteten Ende, wobei die besondere Stimmung, die starken Charaktere und der enge Bezug zur Musik besonders gut zur Geltung kommen. Schön, dass ganz am Ende noch eine gekonnte kleine Wendung eingebunden wurde.

VÖ: 6. September 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864735561

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