Tony Ballard – 35. Der Albtraum-Dämon



Während Melissa im Auftrag von Dr. Kuhl ihr Unwesen treibt, vermisst Tony Ballard Fred aus seinem Team, auch ein scheinbar fingierter Anruf von Arnest beruhigt ihn nicht. Und obwohl ihm klar ist, dass es sich um eine Falle handelt, macht er sich sofort auf dem Weg zu seiner Rettung – und steht schon bald einer ganzen Armee an Cyborgs gegenüber...

Nach dem Auftakt des neuen Mehrteilers mit „Prof. Kulls Blutnixe“ in der Geisterjäger-Serie Tony Ballard geht es mit „Der Albtraum-Dämon“ direkt weiter. Wie der Titel bereits vermuten lässt, wird dabei noch einmal eine andere Richtung mit neuen übernatürlichen Bedrohungen eingeschlagen. So rückt Melissa zunächst etwas in den Hintergrund, andere Schwerpunkt werden gesetzt, bis die Wasser-Vampirin wieder mehr Einfluss auf die Handlung ausübt. Die sich dadurch verschiebenden Stimmungen sorgen für eine gelungene Dynamik der Folge, die durch die gradlinig erzählten Handlungsstrang um Tony Ballard und sein Team aber auch eine gelungene Struktur hat. Die einzelnen Elemente kann man gut nachverfolgen, das Dialogbuch bietet dabei aber wieder einige Stolpersteine in Form von merkwürdigen Formulierungen oder schnellen Wiederholungen von Namen oder Wortstämmen - nicht so deutlich wie in einigen anderen Episoden, aber dennoch deutlich spürbar. Der Witz der Figuren und der Szenerie kommt gut zur Geltung und sorgt für einige Lacher, die typische Stimmung der Serie ist ebenfalls wieder gut geraten. Man merkt der Episode jedoch an, dass sie in der Mitte eines Mehrteilers liegt - das Setting ist geklärt und bietet weniger Überraschungen als der Beginn, durch das fehlende große Finale wirkt die Handlung aber auch nicht so intensiv. Zudem sind manche Erzähltexte der Hauptfigur auch etwas lang geraten, was die Handlung deutlich flacher wirken lässt und es sich die Umsetzung dann ein wenig zu einfach macht – hier hätte ich mir mehr lebendigen Dialog gewünscht.

Als Schamanin Carrasca ist Margit Wolff zu hören, die sehr deutlich und ausdrucksstark spricht. Ihre Rolle kommt somit in den wenigen Szenen sehr gut zur Geltung, besonders da sie mit der Betonung einige Experimente eingeht. Lewis Caan wird von Sven Buchholz gesprochen, der seiner Stimme einen rauen und bedrohlichen Klang verleiht, was sehr effektiv geraten ist, aus der eher eindimensionalen Figur aber auch keine schillernden Facetten herausholen kann. Erzähler Gerrit Schmidt-Foß hat mir gut gefallen, mit seinem markanten Ausdruck und der betonten Sprechweise unterstützt er die Wirkung der jeweiligen Folgen und klingt dabei sehr präsent. Weitere Sprecher sind Sascha Draeger, Tobias Kluckert und Alex Streb.

Dass Thomas Birker großer Fan der 80er-Jahre ist, ist kein großes Geheimnis, auch in der musikalischen Gestaltung dieser Folge hört man es deutlich heraus. Das ist stimmig zusammengestellt und wird durch zahlreiche Geräusche ergänzt, bei denen es auch mal lauter zugeht. Das ist brachial, aber durchaus effektiv.

Ein wahrlich furchteinflößender Feuerdämon mit roter Haut kämpft gegen einen flüchtenden Mann im Anzug vor der Kulisse eines Fahrstuhls – das Cover zu dieser Folge ist wieder sehr prägnant geraten und bietet eine gelungene Optik. Dieses Motiv wird auch in der restlichen Gestaltung immer wieder eingebaut, die ansonsten sehr schlicht geraten ist.

Fazit: „Der Albtraum-Dämon“ bringt zwar einige neue Ideen in die Handlung ein und punktet mit einigen sehr prägnanten Szenen, die den unheimlichen Anteil der Folge prägen und für einen guten Gesamteindruck sorgen. Doch der Reiz des Neuen ist etwas verflogen, zumal hier hörbar die Figuren schon einmal in Position für das große Finale gebracht werden. Die Folge hätte an einigen Stellen sicher noch prägnanter umgesetzt werden können, ist aber dennoch unterhaltsam und hörenswert geraten.

VÖ: 14. Juni 2019
Label: Dreamland
Bestellnummer: 978383960663027

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