Sherlock Holmes Chronicles – 66. Holmes gegen Holmes



Wenn Mycroft Holmes seinen Bruder Sherlock um Hilfe bittet, ist das englische Königreich meist in Gefahr. Sherlock soll die seltsamen Todesfälle gleich mehrerer englischer Agenten aufklären, die Friedensverhandlungen in Antwerpen mit dem deutschen Kaiserreich beobachten sollten. Allesamt sind vom selben Hotelbalkon gestürzt, und in dieses Zimmer soll nun auch Sherlock Holmes ziehen...

Mycroft Holmes ist zwar kein übermäßiger, aber dennoch ein fester Bestandteil der Sherlock Holmes Chronicles, die 66. Episode der Serie stellt Sherlocks Bruder aber schon allein wegen des Titels „Holmes gegen Holmes“ in den Vordergrund. Und auch wenn seine Rolle nicht allzu umfangreich ist, ist der Titel sehr treffend gewählt. Durch die Beauftragung seines Bruders wartet dieses Mal ein Agententhriller auf den Hörer, was das Portfolio der Serie um ein weiteres Genre erweitert und dennoch ganz im Stil der Reihe gehalten ist - den charmanten Witz inklusive, beispielsweise um den Tarnnamen, den Watson sich hier zulegt. Ein sehr gelungener Kniff sorgt zudem für viel Dynamik: Da Watson der Tarnung wegen einen Tag später nach Antwerpen fährt, ermittelt er getrennt von Holmes, der bei seiner Ankunft bereits verschwunden ist. Dadurch kommt neben der räumlichen auch eine zeitliche Trennung der beiden Handlungsstränge zustande, was durchaus komplex geraten ist und den Reiz der Handlung deutlich steigert. Das geschieht ebenso durch die geheimnisvolle Aura der Geschichte, die mit den vielen unbekannten und geheimnisvollen Figuren und der Agentenszenerie aufregend geraten ist. Langsam setzt sich ein Blick auf die bisherigen Ereignisse zusammen, was teils in Dialogen, teils in aufregenden Ermittlungen geschieht. Überraschend tritt auch Mycroft wieder auf den Plan und verleiht der Folge einen ebenso unerwarteten wie gelungenen Dreh, der das große Finale einläutet. Hier wird es noch einmal eine Spur komplexer, zahlreiche geheime Identitäten werden durchaus überraschend aufgeklärt und sorgen gerade bei Fans klassischer Kriminalgeschichten noch einmal für Aufhorchen. Erzählerisch ist das hervorragend gelöst und mit sehr viel Spannung versehen, sodass Holmes gegen Holmes einen sehr starken Eindruck macht.

Wieder sind die Sprecher der Episode hervorragend und sorgen dafür, dass die Handlung lebendig wirkt. Oliver Feld ist wieder als Mycroft Holmes zu hören, der mit sehr präsenter Stimme und feinen Facetten in der Stimme einen prägenden Eindruck hinterlässt, selbst wenn seine Rolle hier nicht die umfangreichste ist. Als Franz Huber ist Rene Dawn-Claude zu hören, der der Folge eine zusätzliche geheimnisvolle Aura verleiht und dabei gekonnt Feinheiten in den Chatakter der Figur zeichnet. James Warringham bekommt seine Stimme von Frank Schaff geliehen, der durch sein markantes Auftreten sehr präsent wirkt und so viel Aufmerksamkeit auf die undurchsichtige Rolle zieht. Weitere Sprecher sind Uschi Hugo, Lutz Mackensy und Nicole Hannak.

Die vielfältige Ausstattung der Dialoge mit melodischer, orchestraler Musik ist ein Markenzeichen der Serie und kommt hier besonders gut zur Geltung und erhöht den dramatischen Eindruck der Handlung. Auch die vielfältigen Kulissen, die durch zahlreiche Geräusche oder leise Gespräche im Hintergrund gestaltet wurden, sind sehr lebendig und glaubhaft umgesetzt und lassen den Hörer völlig in die Welt des Hörspiels eintauchen.

Sehr gut gefällt mir das Titelbild der Episode, welches die beiden Brüder erstmals in dieser Reihe gemeinsam und gemäß dem Folgentitel mit kämpferischem Gesichtsausdruck zeigt. Die dunklen Farben fangen dabei gut die Stimmung der Episode auf. Im Inneren des Booklets ist wieder das Grußwort von Markus Winter mit einigen weiteren Informationen zur Produktion zu finden.

Fazit: Die Agentenszenerie, die Trennung der beiden Protagonisten und der Konflikt der Gebrüder Holmes sorgen für einen sehr intensiven Ausdruck dieser Episode, die von Anfang bis Ende aufregend geraten ist und in ihrer Spannungskurve zu keiner Zeit nachlässt. Das ist sehr prägnant geraten und bindet dennoch den großen Charme der Figuren sanft mit ein. Eine sehr gelungene Episode, die mich vollkommen überzeugt hat.

VÖ: 23. August 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662266

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