Irene Adler – 2. Gefahr im Prater



Um den Nachstellungen des rachsüchtigen Mr. Conroy zu entgehen, wird Irene Adler von Mycroft Holmes nach Wien geschickt und soll sich dort mit einem Informanten treffen. Doch gerade, als sie an seinem Wohnort eintrifft, ist dieser aus dem Fenster gefallen - oder gesprungen? Irene Adler begibt sich wieder in höchste Gefahr, um den Fall aufzuklären...

Nachdem in der ersten Episode der neuen Hörspielserie um die detektivische Schauspielerin Irene Adler noch die Fortsetzung einer anderen Geschichte zu hören war, ist „Gefahr im Prater“ die erste eigenständige Folge der Serie. Die Parameter, die bereits gesteckt wurden, werden zu Anfang noch einmal kurz in einem Gespräch mit Mycroft Holmes zusammengefasst, wobei auch die Verbindungen zu anderen Serien des Universums aufgegriffen werden. Doch schon bald wird die eigentliche Handlung der Episode begonnen, bei der Irenes Abenteuer in Wien aufgegriffen wird. Der Hörer wird (wie die Ermittlerin auch) mit nur wenigen Informationen ausgestattet, sodass es immer wieder kleine Überraschungen gibt. Der Fluss an neuen Hinweisen und Zusammenhängen ist stetig, wobei auch die Bedrohungen für die Hauptfigur immer weiter anwächst - mal mit leisen Andeutungen, mal mit stimmungsvollen Ermittlungen, mal mit spannend erzählten Actionszenen. Das funktioniert sehr gut und erhöht den Druck der Geschichte. Die noch in der ersten Folge vorhandenen langen Dialoge wurden hier oft auf den wesentlichen Kern reduziert, was den Verlauf spürbar flüssiger und aufregender wirken lässt. Sehr gut eingebunden ist dabei auch Wien als Ermittlungsort für Irene Adler, einige markante Schauplätze und die Stimmung in der Stadt kommen gut zur Geltung und sorgen gemeinsam mit der kurzweiligen Handlung für eine lebendige Stimmung. Irene Adler und ein neuer Begleiter, der sie bei den Ermittlungen unterstützt, passen sehr gut zusammen, was den guten Eindruck der Folge abrundet. Gegen Ende erhöht sich die Spannung und die Dramatik noch einmal deutlich, die ausgelegten Handlungsfäden werden gekonnt zusammengeführt und schließen diese unterhaltsame Folge gekonnt ab.

Franz Kratochville wird von Peter Lontzek gesprochen, der mit seiner spontanen Art und glaubhaftem Ausdruck sehr überzeugend wirkt und mit seiner Stimme die Dynamik der Szenen nachzeichnet und in den spannenden Momenten den Druck auf die Folge erhöht. Victoria Sturm spricht Marianne Stoffer und bringt die Trauer über ihren Verlust sehr authentisch zur Geltung, aber auch den zurückhaltenden Charakter der jungen Frau gekonnt herüber. Michael Pan ist wieder als Mister Wu zu hören, sein witziger Akzent und die charmante Sprechweise macht den Geheimagenten zu einer sehr gelungenen Nebenfigur. Weitere Sprecher sind Marius Claren, Eckart Dux und Engelbert von Nordhausen.

Akustisch wird auch in dieser Folge eine gelungene Atmosphäre geboten, die klassisch um die einzelnen Szenen legt und eine stimmige Mischung aus viel Musik und passenden Geräuschen bietet. Dabei hätten die Stimmen manchmal etwas besser zusammengefügt werden können - wenn die Protagonisten bei einem angeregten Gespräch immer dann Pause machen, wenn ein Ballonverkäufer seine Ware anpreist, wirkt das etwas aufgesetzt.

Hoch über den bekannten Kirmesplatz ragt das Riesenrad den Wiener Praters in die Höhe, was auf dem Cover aus einer interessanten Perspektive gezeigt wird. Die dunkle Farbgebung mit den Braun- und Beigetönen wirkt auch hier wieder stimmig und wird durch die grünen Elemente gut ergänzt, wobei die restliche Gestaltung wieder ansehnlich, aber ohne zusätzliche Informationen gestaltet ist.

Fazit: Die zweite Episode von Irene Adler ist deutlich flüssiger erzählt als die erste und überzeugt mit dem spannenden Verlauf, die dem Hörer stetig neue Informationen liefert. Langsam setzt sich zusammen, wie die einzelnen Elemente zusammenhängen, was sich immer weiter zuspitzt und den Druck auf die Sonderermittlerin erhöht. Das Finale ist sehr prägnant geraten und überzeugt mit ihrem dynamischen Verlauf.

VÖ: 16. August 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783962823276

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