John Sinclair – 130. Mirandas Monsterwelt



Nach seiner Rückkehr nach London (und einer von Alpträumen geplagten Nacht) keht John Sinclair in den Yard zurück, wo einige unbearbeitete Fälle auf ihn warten. Eine wahllos ausgewählte Akte führt ihn zu Ltd. Percy Morton, der als einziger eine ganze Horde übernatürliche Wesen gesehen haben will, die sich aber seltsamerweise mit einer ganzen Reihe ungeklärter Mordfälle decken...

So gut die Mehrteiler mit großen Umwälzungen in der Serienhandlung von John Sinclair auch gelungen sein mögen, so sehr freue ich mich auch immer wieder auf in sich abgeschlossene Einzelfolgen. „Mirandas Monsterwelt“ ist eine solche und schafft dann auch eine sehr unheimliche, gruselige Stimmung. Das Intro mit gleich mehreren Szenen, die scheinbar zusammenhanglos aneinandergereiht wurden, wirkt zunächst etwas sperrig, da man die Ereignisse noch nicht richtig zuordnen kann. Erst im weiteren Verlauf der Handlung erfährt der Hörer, was dies alles mit der titelgebenden Miranda zu tun hat, woraus die Folge einen großen Teil ihrer Spannung zieht. Natürlich gibt es auch hier einige bedrohliche Actionszenen, dem sich John und sein Team stellen müssen, die auch wieder gut funktionieren, doch auch die ruhigeren Dialoge mit den verschiedenen Charakteren allein hätten schon für gute Unterhaltung gereicht. Miranda und ihre Familie stehen bei dem Fall im Mittelpunkt und sorgen für packende Szenen, aber eben auch einige nachdenkliche oder dramatische Momente, was interessant Facetten in die Folge einbringt, die so in der Serie noch nicht zu hören waren. Das packende Finale, das einen gelungenen Bogen zum Start schlägt, sorgt für einen runden und temporeichen Abschluss der starken Folge. Dass dabei der trockene Humor der Figuren mit den bissigen Kommentaren wieder bestens eingebaut ist und auch die Erzähltexte von Sinclair für eine lebendige, unmittelbare Stimmung sorgen, muss wohl kaum noch dazu erwähnt werden.

Percy Morton wird von Klaus-Dieter Klebsch gesprochen, der seine intensive Stimme auch hier sehr gekonnt einsetzt, um die düstere Szenerie zum Leben zu erwecken und die unheilvollen Ankündigungen so sehr markant umsetzt. Seine Tochter Miranda wird von Liza Ohm gesprochen, die gerade mit ihrer scheinbar unbekümmerten Art für Gänsehaut sorgt und die Steigerung der Spannung sehr gekonnt und präzise umsetzt, auch wenn sie für eine 18-jährige junge Frau etwas zu jung klingt. Ilya Welter sorgt als Glenda Perkins wieder für einige Lacher und überzeugt mit ihrer spitzen Zunge und treffsicherer Betonung. Weitere Sprecher sind

Auch diese Episode der Serie ist akustisch sehr sauber umgesetzt und überzeugt mit einer reichhaltigen Auswahl an Geräuschen, die jede Szene mit einem passenden Hintergrund ausstattet. Natürlich gibt es aber auch hier die typischen brachialen Sounds, die die Actionszenen sehr prägnant wirken lassen. Die Musik ist gut auf den Handlungsbogen abgestimmt und wirkt so sehr dynamisch.

Eine Kollage aus Miranda und – wer hätte es bei diesem Titel vermutet – einigen Monstern, die in der Episode eine wichtige Rolle spielen, ist auf dem Cover zu sehen, wobei das halb erschrocken, halb boshaft wirkende Gesicht der jungen Frau im Mittelpunkt steht. Die übrige Gestaltung ist wie immer recht schlicht geraten, enthält aber alle wichtigen Produktionsinformationen.

Fazit: „Mirandas Monsterwelt“ nimmt nach dem etwas sperrigen Auftakt eine gelungene Wendung und stellt die unheimliche Stimmung um Miranda in den Mittelpunkt, was in packenden Szenen und einer gelungenen Erzählweise geschieht. Die temporeichen Entwicklungen wissen zu fesseln und füllen die Episode gekonnt aus, die so sehr dicht und atmosphärisch zieht. Die eingebauten übernatürlichen Elemente überzeugen ebenso wie der treffende Witz der Folge.

VÖ: 29. April 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785759301

Datenschutzerklärung