Dreamland Grusel – 39. Geisternebel



Am Strand von New Port tauchen zahlreiche, merkwürdig verendete Tiere auf - Möwen, Enten, Fische, allesamt wie vertrocknet. Die Meeresbiologin Amy Cooper untersucht zunächst die Leichen und später die Umgebung, wobei sie auf merkwürdige Zusammenhänge. Währenddessen zieht ein unheimlicher Nebel auf...

Die 39. Episode der Reihe DreamLand Grusel widmet sich mal wieder einer komplett anderen Szenerie als seine Vorgänger und spielt in der heutigen Zeit, die Thematik mit den toten Meerestieren ist dabei von Anfang an präsent umgesetzt. Gut gefällt mir, dass der Hörer hier so lange im Unklaren gelassen wird, worum es eigentlich geht, welcher Bedrohung sich die Küstenstadt ausgesetzt wird. Der Verlauf ist zu Anfang dafür aber auch recht langsam geraten, die Charaktere werden zunächst ausführlich vorgestellt, auch wenn dabei immer wieder ein paar neue Details hinzugefügt werden. Die bedächtige Erzählweise wandelt sich erst recht spät, funktioniert das aber mit einigen temporeichen Szenen und vielen Offenbarungen in kurzer Zeit sehr gut. Die dabei miteinander verbundenen Themen sind ungewohnt, passen aber überraschend gut zusammen und sorgen für eine packende Szenerie. Die übernatürlichen Elemente schlagen dabei einen gelungenen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Kleine Anspielungen auf andere Hörspielreihen sind in das Dialogbuch eingebaut und bringen nebst kleinen Gags ab und an eine humorvolle Note mit ein. Die Gespräche wirken insgesamt wieder glaubhaft und lebendig, nur wenige Dialoge wirken noch etwas gestelzt. Geisternebel fügt der Serie eine weitere Facette zu und präsentiert ein sehr dynamisches, dramatisches Finale, sodass eine gelungene Episode.

Gabrielle Pietermann spricht die Meeresbiologin Amy Cooper mit einer lebendigen und ausdrucksstarken Stimme, die die Dringlichkeit der Szenen gut wiedergibt und gerade im späteren Verlauf sehr präsent wirkt. Bürgermeister Tremley wird von Bernd Rumpf gesprochen, der mit seiner polternden Art und dem sehr präzisen Ausdruck eine prägnante Figur schafft, was effektvoll gelungen ist, aber dennoch etwas zu plakativ wirkt. Als Aidan Taylor ist Tobias Kluckert zu hören, der ebenfalls viel Energie in seine Figur legt und eine durchweg überzeugende Leistung abliefert. Weitere Sprecher sind Jannik Endemann, Alexandra Lage-Baehr und Christian Weygand.

Akustisch ist die Folge sehr solide umgesetzt und fügt den verschiedenen Szenen passende Details zu, sodass die Stimmung der Episode gekonnt unterstrichen wird. Die Melodien versprühen durchaus wie von Thomas Birker gewünscht den Charme der 80er Jahre, während die Geräusche gut eingepasst wurden und die Dialoge lebendiger wirken.

Gut, dass für diese Geschichte mit einer ungeraden Folgenzahl gewählt wurde, sodass das Cover in Blau gehalten ist. Dadurch kommt die detailreiche Grafik um den Geisternebel besonders gut zur Geltung und punktet mit seiner kühlen Ausstrahlung und der gelungenen Optik. Im Inneren des kleinen Booklets sind neben den üblichen Produktionsangaben keine weiteren Informationen vorhanden, der Platz hinter der CD wird aber für einen Ausblick auf die nächste Episode genutzt.

Fazit: Mit ihrer ausführlichen Vorstellung von Szenerie und Charakteren entwickelt sich „Geisternebel“ anfangs eher langsam, ist dabei aber dennoch unterhaltsam geraten. Die unheimlichen Hinweise verdichten sich im Laufe der Zeit immer weiter, die Stimmung wird gegen Ende dann auch dynamischer und spannender. Die bedrohliche Szenerie kommt dabei gut zur Geltung und schließt die Episode gekonnt ab.

VÖ: 28. Juni 2019
Label: DreamLand
Bestellnummer: 9783960661580

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