Fünf Freunde - 132. und das Rätsel um den Stromausfall



Die Ferien von Julian, Dick, Anne und George starten direkt beim Frühstück mit großer Aufregung. Denn plötzlich fällt der Strom aus, die ganze Siedlung scheint nicht mehr versorgt zu werden. Erst jetzt merken die Fünf Freunde, wie sehr sie darauf angewiesen sind und was alles nicht mehr funktioniert. Sogar das Einkaufen in Quirrin wird zum Abenteuer...

Die fünf Freunde unterscheidet sich von den anderen langlebigen Hörspielserien von Europa, dass sie sich nicht in erster Linie als Krimi versteht, sondern als Abenteuerserie. So muss nicht immer ein konkreter Fall im Vordergrund stehen, in der 132. Episode ist beispielsweise ein großflächiger Stromausfall der Anstoß zu der Geschichte. Gut gefällt mir, wie beschrieben wird, wie das Leben ohne Strom funktioniert und welche Maßnahmen alles ergriffen werden. Hier schimmert ein wenig von dem moralischen Ansatz des Ablegers "Endlich erwachsen" durch, ist aber deutlich stimmiger und nicht mit dem Holzhammer eingebaut. Kinder werden hier durchaus dazu angeregt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Handlung schwenkt später dazu um, dass die Kinder den Gründen des Stromausfalls auf die Spur kommen wollen, was an mehreren Enden und nicht ganz gradlinig erzählt wird. Mal werden bei einer neuen Bekanntschaft der Freunde, dem jungen Mädchen Jenny, Indizien gefunden - rein zufällig, was ziemlich konstruiert wirkt. Mal wird aber auch aufgrund einer Liste von Kommissar Reynolds an diverse Türen geklingelt und - ebenso zufällig, ebenso konstruiert - einer anderen Tat auf die Spur gekommen. Das wirkt dann etwas konfus und lässt auch nicht wirklich Spannung aufkommen, Rechnungen zu vergleichen oder in Warteschleifen festzuhängen ist nun mal nicht gerade aufregend. Gegen Ende laufen dann die einzelnen Fäden wieder zusammen, sodass die Folge halbwegs rund abgeschlossen wird - auch wenn der Täter überraschend ist.

Jannik Endemann ist natürlich wieder als Dick mit dabei, der wie immer sehr locker und authentisch klingt, zumal er mit den anderen Sprechern spontan und lebendig agiert. Jenny wird von der jungen Lina Maria Millat gesprochen, die mit den teils hochgestochenen und sperrigen Sätzen etwas überfordert wirkt und dem Mädchen einen hölzernen Klang verleiht. Volker Wackermann spricht Kommissar Reynolds wieder mit hartem und abweisendem Klang, was der Rolle einen sehr robusten Charme verleiht. Weitere Sprecher sind Dorothea Hagena, Douglas Welbat und Henrike Fehrs.

Zur Hintergrundgestaltung dienen wie immer auch Gespräche der Protagonisten, was sehr lebendig wirkt und die durchaus angenehme Stimmung in der Nachbarschaft gut darstellt. Aber natürlich gibt es auch viele Geräusche, die gut eingepasst wurden, sowie Melodien, die teilweise schon aus anderen Produktionen bekannt sind, aber stimmig ausgewählt wurden.

Eine witzige, aber ziemlich unrealistische Idee aus dem Hörspiel wird auf dem Cover gezeigt, auf dem die fünf Freunde mit einem Fahrrad und dessen Dynamo eine ganze Gefriertruhe mit erstrampeltem Strom versorgen. Das Ambiente von Onkel Quentins Werkstatt kommt darauf gut zur Geltung und vermittelt eine urige Stimmung, was von den wie immer quietschbunten Klamotten der Protagonisten aufgelockert.

Fazit: „Fünf Freunde und das Rätsel um den Stromausfall“ punktet zu Beginn mit einer lebendigen Stimmung beim Stromausfall, bei dem lebendig dargestellt wird, was alles nicht mehr funktioniert und wie man sich früher und wie heute beholfen hat. Der weitere Verlauf ist allerdings durch eine etwas holprige Erzählweise mit zu vielen Zufällen und einem zu hochgestochen wirkenden Nebencharakter nicht so stark geraten, auch wenn die Folge mit einem spannenden und überraschendem Finale abgeschlossen wurde.

VÖ: 28. Juni 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759236925

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