Insel-Krimi – 7. Norderney Morderney



Arne Brekewoldt erholt sich auf Norderney von seinen Beinbrüchen und erfährt von seiner resoluten Physiotherapeutin Heidemarie von einem Leichenfund auf der Insel. Sofort in sein Spürsinn geweckt, gegen den Willen der hiesigen Ermittlerin stellt er auf eigene Faust Nachforschungen an - was nicht gerade dadurch erleichtert wird, dass er aktuell auf einen Rollstuhl angewiesen ist...

Contendo Media treibt aktuell die Veröffentlichung seiner Reihe „Insel-Krimi" deutlich voran und springt dabei von Insel zu Insel. In der siebten Episode geht es nach Norderney, wie der etwas sperrige Titel bereits verrät. Wieder ist es Kommissar Brekewoldt in Begleitung seiner Partnerin, der Ärztin Nele Röwerkamp, zu hören, was nicht nur für den Running Gag mit seinem Namen führt, sondern dem Hörer wieder schnell in die Szenerie einfinden lässt. Die Konstellation der Folge mit dem Ermittler auf Kur ist schnell erklärt, sodass die beiden zügig mit ihren Ermittlungen beginnen können. Wie bereits bei den vorigen Episoden ist der Aufbau der Folge anfangs recht ruhig, in ersten Gesprächen mit der alt eingesessenen Inselbevölkerung erfahren Arne, Nele und der Zuhörer mehr von der toten Frau und den Umständen ihres Verschwindens. So können sie auf den bereits angestellten Ermittlungen anschließen, was mit einigen spannenden Szenen gespickt ist. Der stetige Informationsfluss sorgt für einen unterhaltsamen Verlauf, die Episode wirkt aber auch ernsthafter als seine Vorgänger. Die Szenerie ist etwas düsterer, selbst wenn auch hier die Neckereien zwischen Arne und Nele oder die kleinen Seitenhiebe in den Gesprächen gut funktionieren. Der Fall offenbart langsam ein Drama um die Tote, was sich immer weiter zuspitzt. Auch wenn der Insel-Charme in dieser Folge etwas zurücktritt, ist eine starke Episode entstanden, die mit der Aufklärung eines lange zurückliegenden Falles eine reizvolle Handlung präsentiert.

Daniela Bette-Koch ist wieder als Nele Röwerkamp zu hören und setzt die Ärztin wieder sehr treffend um, mal fordernd, mal ängstlich oder einfühlsam, aber immer energiegeladen. Die Rolle des Arthur Holm wird von Horst Naumann übernommen, der seine prägnante Stimme zielsicher einsetzt und die Stimmung der Episode sehr gekonnt unterstützt und sich mal in den Vordergrund stellt, sich aber an den passenden Stellen auch zurücknehmen kann. Engelbert von Nordhausen spricht Oke Mommsen mit ganz eigenem Charme und sprödem Ausdruck, was sehr stimmig und ausdrucksstark geraten ist. So ist ein reizvoller Nebencharakter entstanden, was unter anderem auch Martin Sabel, Victoria Sturm und Mark Bremer gelungen ist.

Die Musik der Folge ist teilweise bereits aus vorigen Produktionen des Labels bekannt, fügt sich aber stimmig in die Episode ein und sorgt für einen mal lockeren, mal spannenden Unterton der Folge. Mit gefällt, wie der Spannungsbogen dadurch gut herausgearbeitet wird und sich auf den Hörer transportiert. Doch auch die Geräusche sind stimmig eingebaut, sodass die Insel-Atmosphäre Norderneys ebenso gut zur Geltung kommt wie die Handlungen der Charaktere.

Die typischen Holzzäune sind prägend für die Insel und ergänzen auch auf dem Cover die weite Landschaft samt dunklem Himmel. Als Hinweis auf die Krimi-Ausrichtung der Folge ist auf einem der Pfähle noch ein menschlicher Totenschädel aufgespießt. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den üblichen Angaben noch eine Übersicht der bisherigen Folgen samt Inhaltsangabe.

Fazit: Das Duo aus Polizist und Ärztin sorgt auch auf Norderney für einen gelungenen Krimi, wobei die Szenerie mit der Kur wieder gut gewählt wurde und Abwechslung in die Serie bringt. Der Fall ist durch den lange zurückliegenden Mord verbunden mit den aktuellen Entwicklungen sehr reizvoll geraten. Die gelungene Stimmung der Folge ist gut umgesetzt, auch wenn der lokale Charme der vorigen Folgen nicht ganz so sehr ausgeprägt ist.

VÖ: 9. August 2019
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783945757949

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