Insel-Krimi – 6. Die Bestie von Wangerooge



Arne Brekewoldt wird zu einem Fall auf die Insel Wangerooge berufen, ganz zum Missfallen des örtlichen Kommissars Söderup, dem dadurch der erste relevante Fall seit Jahren entgeht. Doch die Frauenleichen, die wie Bräute hergerichtet mit ihrem eigenen Herzen in der Hand aufgefunden werden, erfordern einen erfahrenen Ermittler. Das merkt auch Arne schnell, als ein Schuss in seine Richtung fällt...

Dass neben den zu lösenden Mordfällen auch immer die Besonderheiten der nordfriesischen Inseln Thema der Episoden von Insel-Krimi sind, ist ein wesentliches Element der Serie von Contendo Media. In der sechsten Episode gilt dies umso mehr, da immer wieder auf den Umweltschutz der Insel Wangerooge eingegangen wird - das Verbot von Autos, die vielen Naturschutzgebiete mit ihren seltenen Vögeln, die Probleme, die deswegen immer wieder mit den Touristen entstehen. Das ist gut mit dem Fall um die ermordeten Frauen verbunden und reichert diesen gekonnt an, wobei der Verlauf wie bereits in den Vorgängern eher langsam ist und deswegen die Zeit hat, auch auf charmante Details einzugehen. So bestehen die Ermittlungen von Arne Brekewoldt zunächst vor allem aus langen Gesprächen mit leicht skurrilem Ausdruck, die allesamt ihre eigene Note einbringen. Ein militanter Naturschützer mit eigenwilligen Methoden, ein zerstreuter Aussteiger oder eine aufdringliche Zimmerwirtin sorgen für Abwechslung. Mir gefällt aber auch, dass bereits bekannte Figuren ermitteln und Arne gemeinsam mit Nele Röwerkamp ermittelt, wobei die beiden Charaktere ihren eigenen Charme einbringen. Später zieht die Spannung dann auch immer weiter an und bringt Nele in eine äußerst gefährliche Situation, bis der Täter in einer aufregenden Szene enttarnt wird. Das bringt dann noch einmal viel Dynamik mit ein, sodass „Die Bestie von Wangerooge“ eine sehr hörenswerte Episode der Serie geworden ist.

Auch die Sprecher der Episode machen ihre Sache gut und stellen ihre Rollen authentisch dar. Bert Franzke setzt beispielsweise seine volle Stimme gekonnt ein und bringt eine leicht sarkastische und resolute Note ein, sodass er einen markanten und lebendigen Charakter schafft. Holger Umbreit ist als Kommissar Söderup dabei, mit seinem eingängigen Rhythmus und einigen Facetten in seinem Klang sorgt er für zusätzliche Dynamik in der Folge. Auch Dirk Hardegen hat mir als Torge Osthaus gut gefallen, er passt sehr gut in die Szenerie der Folge und bringt immer eine leichte Spur Humor mit ein. Weitere Sprecher sind Martin Gruber, Annette Strasser und Dascha Lehmann.

Mir gefällt auch die akustische Umsetzung der Folge gefällt mir gut, da sie den Spannungsbogen der Handlung gut nachzeichnet. So wird der eher ruhige Start in die Handlung mit sanfter Musik und vielen passenden Hintergrundgeräuschen untermalt, während das spannungsgeladene Ende forscher umgesetzt ist, die Geräusche sind dann prägnanter und die Musik etwas präsenter.

Der Look der Serie ist nicht für die aufwendigsten Cover bekannt, was sich auch bei dieser Episode fortsetzt. Ein ovaler Ausschnitt hebt sich von dem dunkelblauen Hintergrund ab und zeigt ein finster dreinschauendes Auge in einem Baumstamm, was aber leider etwas einfach in der Ausführung wirkt. Auch die restliche Gestaltung ist schlicht und kommt ohne Extras aus.

Fazit: „Die Bestie von Wangerooge“ präsentiert eine ziemlich starke Folge, die sich von dem eher ruhigen Anfang, das mit viel Charme erzählt wurde, bis hin zum spannenden Ende eine flüssige und durchweg unterhaltsame Handlung erzählt. Die Charaktere sind leicht verschroben und bringen ihre eigene Note mit ein, auch viel Lokalkolorit wurde in die Folge eingebaut. Für mich eine der bisher stärksten Episoden der Serie.

VÖ: 21. Juni 2019
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 9783945757932

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