Geister-Schocker - 82. Die Kathedrale des Todes



Wilhelm und Isaak verdingen sich ihren Lebensunterhalt, indem sie durch kleine Dörfer ziehen und den abergläubischen Menschen allerlei Zaubermittel zu verkaufen. Doch als eine kleine Gemeinschaft von übernatürlichen Wesen angegriffen wird, nimmt der Büttel sie in die Verantwortung, ihren vielversprechenden Worten Taten folgen zu lassen und eine Nachricht an das in der Umgebung liegende Mönchskloster zu überbringen...

Mal wieder lässt sich die 82. Episode der Geister-Schocker von Romantruhe Audio auf eine ganz neue Szenerie ein und unterstreicht damit die Vielseitigkeit, zwischen verschiedenen Genres des Grusels zu wechseln. Dabei werden zunächst die beiden Hauptfiguren vorgestellt, die als Scharlatane ihr Geld verdingen und mit allerlei Täuschungen und Geschichtchen ihr Geld. Dabei kommt schon sehr viel Stimmung herüber, wobei dies noch sehr heiter geraten ist. Das schlägt dann immer weiter um, wenn Wilhelm und Isaak ihren unfreiwilligen Auftrag erfüllen müssen. Die Bedrohung durch diverse übernatürliche Wesen und die daraus resultierenden spannenden Szenen bestimmen die Dynamik der Episode und sind sehr gut in Szene gesetzt, wobei sich die Dramatik beständig verdichtet. Dass nicht alle Figuren unversehrt aus der Handlung entkommen ist nicht überraschend, für die Auflösung gilt das jedoch nicht. Hier gibt es eine treffende Wendung, die auf dem Höhepunkt der Spannung greift und die Folge gekonnt abschließt. Die Episode ist recht kurz geraten und erzählt die Geschichte sehr knackig, weswegen sich noch eine Bonusgeschichte anschließt. Die Idee, ein lebensfreudiges junges Mädchen von einer schrecklichen Geistererscheinung heimsuchen zu lassen, gefällt mir gut. Die Umsetzung ist durch den langen Monolog, der durch zahlreiche Gesprächsfetzen untermalt ist, aber etwas sperrig umgesetzt. Als kleine Zugabe zur eigentlichen Handlung funktioniert das dennoch gut.

Wilhelm wird von Jens Wendland gesprochen, der anfangs mit Witz und Charme agiert, später aber die unheimliche und packende Szenerie gekonnt ausmalt und mit viel Energie verstärkt. Auch die Interaktion mit Stefan Linder als Isaak ist gelungen, als Duo funktionieren die beiden sehr gut und wirken eingespielt. Schön, dass dabei auch die technische Seite gut gelöst ist und es wirkt, als würden die beiden tatsächlich miteinander sprechen. Auch Dir Hardegen ist als Ludwig gut besetzt, er bringt eine ernsthafte Note in die Handlung und bringt die bissige Art des Mannes gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Marc Schülert, Dagmar Bittner und Jörg Schuler.

Akustisch wurde eine saubere Leistung geboten, die einzelnen Elemente fügen sich gut zusammen und zeichnen die Entwicklung der Handlung gut nach. Dabei hätten die späteren Szenen durchaus noch mehr Wumms vertragen, doch auch hier sind die Geräusche stimmig eingebunden und werden durch atmosphärische Musik unterstützt.

In eine Mönchskutte gekleidet sitzt ein skelettartiges Wesen auf einem hohen Stuhl, eine lange, rote Schreibfeder in der Hand, ein Rabe auf der Schulter, die Augen leuchten Orange. Das Cover zu der Folge ist sehr stimmungsvoll geraten, hat aber nur recht wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun. Schade auch, dass die Sprecher der Bonusgeschichte im Booklet nicht erwähnt werden.

Fazit: Flott erzählt und mit einer dynamischen Stimmung ist „Die Kathedrale des Todes“ eine recht kurze Episode, die unterhaltsam geraten ist und anfangs mit Humor, später mit einem atmosphärischen Höhepunkt punktet. Die stark in Szene gesetzten Charakteren bringen ihren eigenen Charme in die Folge mit ein, die durch eine nette Kurzgeschichte ergänzt wird.

VÖ: 19. Juli 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864734311

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