Die schwarze Sonne – 18. Reise zum Mittelpunkt der Sonne



Jules Gabriel Verne ist im Jahre 1862 ein einfacher Büroangestellter. Doch eine merkwürdige Begegnung mit einem englischen Gentleman bringt sein Leben aus der Bahn: Gemeinsam mit Nathaniel de Salis reist er nach Peru und freundet sich schnell mit ihm an – doch was die beiden an ihrem Ziel erleben, hätte er sich dennoch nicht träumen lassen...

„Die schwarze Sonne" hat auch in der zweiten Staffel nichts von seiner intensiven Stimmung verloren und hat seit dem Start wieder eine sehr komplexe und vielschichtige Handlung aufgebaut. Und auch wenn die mittlerweile 18. Episode natürlich zahlreiche Ereignisse aus den vorigen Folgen aufgreift, ist es gar nicht mal so einfach, den Handlungssträngen zu folgen. Das liegt sicherlich auch daran, dass nach wie vor auf einen Erzähler verzichtet wurde und eine Art Collage aus Spielszenen und vorgetragenen Briefen entstanden ist. Die Szenen an sich sind recht lang, die Wechsel erfolgen aber dennoch abrupt, oft muss man rein an der Stimme erkennen, wer gerade etwas schreibt oder spricht. Doch auch die mit vielen Details versehenen Bögen um ägyptische Mythologie oder die Bedeutung von Rosen sind unglaublich stimmungsvoll, aber auch etwas sperrig. Auch fällt es schwer, hier eine wirkliche Handlung auszumachen, da an so verschiedenen Stellen weitererzählt wird, was zwar charakteristisch für die Serie ist, in dieser Episode besonders zu beobachten ist. Neueinsteiger wird man mit dieser Folge aber auch kaum noch hinzugewinnen wollen, und wer die Serie kennt und schätzt, wird auch in dieser Episode mit gelungenen Winkelzügen und intensiven Momenten belohnt. Für leichte Kost ist die Serie ja nicht bekannt, auch hier benötigt man höchste Konzentration und eine gute Kenntnis der bisherigen Folgen, wird dann aber auch mit einer intensiven Fortsetzung mit vielen neuen Elementen belohnt.

Christian Stark ist der Serie nach wie vor treu und spricht die Rolle des Adam Solton mit gewohnt ausdrucksstarker Sprechweise, er kostet jeden Moment voll aus und begibt sich jedes Mal tief in seine Rolle, wodurch er dem Charakter eine sehr präsente Aura verleiht. Auch Thorsten-Kai Botenbender macht seine Sache wieder sehr gut, er passt mit seinem dunklen Klang sehr gut in das düstere Ambiente der Episode und hat mich einmal mehr von sich überzeugt. Auch Reinhilt Schneider ist eine der wichtigsten Figuren der Serie, wobei sie wieder ihre ganz eigene Note mit einbringt und in ihren Szenen erneut für packende Momente sorgt. Weitere Sprecher sind Martin Sabel, Verena Wolfien und Friederike Solak.

Günter Merlau hat erneut eine sehr intensive und packende Atmosphäre für die Folge geschaffen, die viel dräuende Musik im Hintergrund bietet, aber ebenso mit ihren vielen Geräuschen punktet. Wie intensiv eine immer lauter tickende Uhr wirken kann, ist beispielsweise sehr eindrucksvoll geraten. Toll, dass sich die Serie dabei aber nie verliert und den Fokus stets auf die Dialoge legt.

Die Serie hat insbesondere nach dem Neustart ihren ganz speziellen Look für die Cover gefunden, die auch hier wieder gut funktioniert und die kryptische Symbolik der Serie gekonnt überträgt. Horus, der ägyptische Totengott, ist darauf in der Mitte einer gelben Sonne zu sehen, während der Hintergrund in einem dezenten Grau mit vielen Symbolen dazu einen guten Kontrast bildet.

Fazit: Die „Reise zum Mittelpunkt der Sonne“ ist wieder sehr komplex und vielschichtig geraten, treibt die Handlung der Serie in vielen langen Dialogen weiter und erschwert das Verständnis durch ganz unterschiedliche Zeitebenen und Szenerien, belohnt den Hörer aber auch mit seiner komplexen und sehr intensiven Handlung. Die einzelnen Zahnrädchen der Serie greifen hier wieder sehr gut ineinander.

VÖ: 5. April 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960660972

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