Edgar Allan Poe und Auguste Dupin - 5. Der Fluch des falschen Königs



Bei einer Präsentation im Pariser Louvre kommt es zu einem Tumult, als einer der Besucher einen Beutel mit Blut auf die Bühne wirft. Als Auguste Dupin von dem Vorfall erfährt, bietet er seine Hilfe bei der Ergreifung des Täters an. Sein Gespür für interessante Fälle trügt ihn nicht, denn schon bald verschwindet der Expeditionsleiter Professor Castel - und eine Leiche wird gefunden...

Auguste Dupin ermittelt in seinem fünften Fall in der eigens um ihn und Autor Edgar Allan Poe im Umfeld des Pariser Louvre, womit einmal mehr Bezug auf reale Begebenheiten genommen wird. Doch ein anderes Element beeinflusst die Stimmung noch deutlich dominanter: Die Ausgrabung in einem altägyptischen Pharaonengrab, eine auf Rache sinnende Mumie und nebulös verdeckte Einzelheiten, die den Expeditionsteilnehmern nun zum Verhängnis werden. Immer mehr wird dies in die Geschichte eingeflochten, die mit der oben beschriebenen Szene einen stimmungsvollen Einstieg hat und später immer mehr an Atmosphäre hinzugewinnt. Dabei konzentriert sich die Handlung auf die Ermittlungen Dupins, immer wieder werden aber auch Szenen um andere Charaktere der Folge in entscheidenden Momenten gezeigt. Das Tempo findet dabei ein gelungenes Maß, die durchaus komplexe Handlung wird gekonnt aufbereitet, da immer wieder wichtige Stichpunkte wiederholt werden und so präsent bleiben. Zusammengänge werden so klarer aufbereitet und mit Leben gefüllt. Trotz dieses guten Überblicks über die aktuellen Ereignisse, die Ausgrabungen aus der Vergangenheit und einige Details aus der Herrschaft des ägyptischen Pharaos ist es gar nicht so leicht, den Täter zu entlarven, was Dupin in einigen spannenden Szenen übernimmt. Etwas schade finde ich jedoch, dass Edgar Allan Poe hier ziemlich untergeht, die vielen reizvollen Facetten seines Charakters werden kaum aufgegriffen, sodass er zur bloßen Nebenfigur wird. Dennoch ist auch „Der Fluch des falschen Königs“ sehr unterhaltsam geraten und punktet mit einer dichten Atmosphäre.

Professor Castel wird von Lutz Riedel gesprochen, der mit seiner markanten Stimme nicht nur einen bleibenden Eindruck hinterlässt, sondern auch eine eingängige Sprechweise für den Archäologen abliefert. Rüdiger Schulski ist in der Rolle des Berthezemne zu hören und hat zwar keine sonderlich große Rolle, spricht diese aber mit überzeugend dargebotener Wut in der Stimme und sorgt so für zusätzliche Atmosphäre. Auch Timo Kinzel macht seine Sache als Philippe Dargent sehr gut und passt sich sehr gut an die intensive Atmosphäre der Geschichte an. Weitere der ausschließlich männlichen Sprecher sind Boris Tessmann, Robin Brosch und Stefan Krause.

Überzeugend ist auch die akustische Umsetzung der Episode gelungen, da die düsteren Elemente der Geschichte dankbar aufgegriffen und in zusätzliche Stimmung umgesetzt wurden. Die eingebauten Melodien wirken dementsprechend unheimlich und unterstreichen gerade die spannenden Momente, was aber auch durch die vielfältige und lebendige Geräuschkulisse unterstützt wird.

Das Cover zeigt eine Szenerie aus dem alten Pharaonengrab, das durch das steinerne Gesicht geisterhaft überschattet wird. So rückt der auf einer Treppe kauernde Mann fast ein wenig in den Hintergrund. Die erdig wirkenden Töne mit den wenigen roten Elementen des Titelbildes ergeben auch hier wieder eine treffende Ausstrahlung, die gut zu den anderen Covern passt.

Fazit: Ein vielschichtiger Krimi, der durch einige übernatürliche Elemente gekonnt angereichert wurde. So entsteht einerseits Spannung bei der Entlarvung des Täters als auch eine unheimliche Atmosphäre, die gut zu den Figuren und der Szenerie passt. Gerade gegen Ende zieht die Spannung noch einmal an, sodass das Finale hübsch dramatisch und aufregend geraten ist. Eine weitere hörenswerte Episode der noch jungen Serie.

VÖ: 31. Mai 2019
Label: Maritim
Bestellnummer: 9783960661740

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