Foster – 13. Vertrauen



Nachdem Foster an eine machtvolle Waffe gegen Sebul gelangt und vor den Geheimdiensten untergetaucht ist, wird auch General Cooper zu den Ereignissen befragt. Mit seinen geschickten Antworten kann er sich eine neue Machtposition schaffen und macht fortan Jagd auf Foster. Dieser weiß nicht mehr, wem er vertrauen kann und nimmt nur vorsichtig Kontakt zu seinen bisherigen Verbündeten auf...

Foster, die Dark-Mystery-Serie aus der Feder von Oliver Döring, hat sich bisher viel auf den Kampf gegen Dämonen und die Hölle konzentriert. In der 13. Folge wird dieser Part der Serienhandlung nun weitestgehend heruntergefahren und konzentriert sich auf die Vorgänge in der SIDU und Fosters Flucht. Übernatürliche Elemente kommen nur zwischendurch und stärker am Ende auf, teils in unerwarteter Form. Und dennoch ist „Vertrauen“ eine der stärksten Episoden der bisherigen Serie, ist voller dichter Spannung und überzeugt mit vielen Umbrüchen in der Serienhandlung, die nach und nach eingeführt werden. Wer die Serie verfolgen möchte und sich nicht nur an der packenden Atmosphäre erfreuen will, sollte diese Episode also keinesfalls auslassen, um nicht komplett den Faden zu verlieren. Das ist ebenfalls sehr intensiv geraten und geht um Vertrauen und Verrat, Intrigen und vorsichtige Annäherung, die Schachzüge der Personen. Diese bekommen dadurch einen noch markanten, tief greifenden Ausdruck, viele Feinheiten werden hinzugefügt. Direkt zu Anfang wird in einer stimmungsvollen Szene ein Bogen zum großen Finale geschlagen, das dann nicht wegen ihrer großen Brutalität oder viel Action so gelungen ist, sondern wegen des gekonnt inszenierten Psychospiels zwischen den Charakteren. Auch die vielen Perspektivwechsel sorgen für einen dynamischen und intensiven Eindruck, sodass „Vertrauen“ zu einem Hörspiel geworden ist, das noch lange nachhallt.

Die Rolle der Dunja Ivanova wird von Maximiliane Häckle übernommen, die mit fester und hart wirkender Stimme in ihren vielen Szenen sehr überzeugend spricht und bestens in die Szenerie passt, besonders wenn sich der aufgebaute Druck in einer emotionalen Szene entlädt. Klaus-Dieter Klebsch sorgt mit seinem intensiven Klang als General Cooper wieder für sehr ausdrucksstarke Momente und fügt dem Charakter noch weitere Facetten zu, was sehr eingängig geraten ist. Hervorragend ist natürlich auch wieder Thomas Nero Wolff als Foster, der sehr pointiert und mit starkem Ausdruck agiert, seine Stimme an den treffenden Stellen hochschraubt und der Titelfigur der Serie so einen durchaus zwiespältigen Ausdruck verleiht. Weitere Sprecher der Folge sind Philipp Schepmann, Bodo Wolf und Uwe Büschken.

Die akustische Umsetzung der Serie war von Anfang an sehr gelungen, was sich auch in dieser Episode nicht ändert. Dräuende Spannung wird durch leise Musik im Hintergrund aufgebaut, teilweise laute und heftige Geräusche lassen die Szenerie intensiv und sehr präsent wirken. Das ist wie immer bei Oliver Döring sehr fein aufeinander abgestimmt und mit viel Wucht inszeniert.

Das Covermotiv zeigt sehr deutlich eine Szene aus dem Hörspiel, das aber eher nur ein Zwischenspiel in der Handlung ist. Ein einstürzendes Hochhaus, dazu ein dämonisch verzerrtes Gesicht und eine fahle Farbgebung – das ist sehr gelungen konzipiert und passt bestens zur Folge, ohne zu viel von ihr zu verraten. Wie immer ist das Innere sehr schlicht gestaltet, enthält aber natürlich die wesentlichen Informationen zur Produktion.

Fazit: „Vertrauen“ baut sich gekonnt auf, fügt dem feinen Spiel zwischen den Charakteren immer neue Feinheiten oder Wendungen zu, wobei der Titel nicht besser hätte gewählt werden können. Die eindringliche Erzählweise und die vielfältigen Charaktere sorgen für viel Ausdruck, die Handlung ist sehr dicht gestaltet und blendet übernatürliche Phänomene zu großen Teilen aus, sodass sie an den richtigen Momenten besonders stark wirken. Sehr hörenswert!

VÖ: 28. Juni 2019
Label: Imaga
Bestellnummer: 9783946207481

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