Dark Mysteries – 19. Final Girl



Die Besatzung eines Krankenhauses in einer kleinen Stadt erfährt von ihrer neuen Patientin direkt aus den Medien: Reporter berichten direkt vom Tatort, als die bekannte Schauspielerin Priscilla Campbell einem Messerattentat nur mit knapper Not entkommen kann. Und selbst dann ahnen sie nicht, welche schreckliche Nacht vor ihnen liegt...

In Dark Mysteries hat das Remscheider Hörspiellabel WinterZeit die Möglichkeit, sich durch alle Genres des Thrillers zu arbeiten, bringt aber fast immer Splatterelemente mit ein. Auch in der 19. Episode "Final Girl" geht es wieder blutig zu, spart dabei aber an allzu grausamen Details. Die Geschichte spielt fast ausschließlich in dem Krankenhaus, das so fokussiert und auch zeitlich sehr dicht wirkt. Die anfängliche Vorstellung der Charaktere nimmt einige Zeit in Anspruch, ist aber unterhaltsam geraten - vor allem, da der Zuhörer zunächst nur wenige Hinweise auf die Hintergründe der Folge bekommt. In Schwung kommt die Geschichte mit der Einlieferung von Priscilla Campbell, wobei einige unterschiedliche Ansätze verfolgt werden, beispielsweise die Thematik des titelgebenden "Final Girls", aber auch ein gesellschaftliches Problem wird eingebaut. Das ist fast ein wenig zu viel, da sich die einzelnen Elemente gar nicht so recht beweisen können und die Figuren teilweise etwas flach geraten sind, andere Schicksale werden kaum weiter verfolgt, der spannenden Unterhaltung tut das jedoch keinen Abbruch. Der Verlauf ist kurzweilig und spannend, die Spannung dicht und unterhaltsam erzählt, sodass eine weitere gelungene Episode entstanden ist. Das Ende verdichtet sich dann noch einmal und reißt den Charakteren in einer extremen Situation die Maske vom Gesicht, mit einem für die Serie typischen Showdown mit einigen Wendungen schließt die Folge dann gekonnt ab.

Priscilla Campbell wird von Luisa Wietzoreck gesprochen, die ihrer klaren Stimme mal einen ganz anderen Klang als gewohnt verleiht. Aufgedreht, immer mit einer Spur versteckter Wut und sehr präzise im Gefühlsausdruck. Dagmar Dempe tritt mit ihrer Rolle der Mrs. Gifford gegen Ende zwar in den Hintergrund, sorgt zu Beginn aber für einen markanten und harten Ausdruck, der bei mir im Gedächtnis geblieben ist. Yvonne Greitzke ist in der Rolle der Nurse Karen zu hören, die sie sehr lebendig darstellt, mit glaubhaftem Ausdruck versieht und nebenbei noch den Spannungbogen der Folge unterstützt. Weitere Sprecher sind Andreas Borcherding, Michael Pan und Hans-Georg Panczak.

Zu Beginn ertönt eine Melodie, die so auch aus einem Hörspiel der 80er Jahre entstammen könnte und gleich für einen gelungenen Einstieg sorgt. Doch auch ansonsten spielt die Musik hier eine durchaus wichtige Rolle und staffiert die Handlung gekonnt aus. Der akustische Hintergrund mit vielen Geräuschen ist sehr lebendig geraten, nur die paar englischen Wortfetzen im Hintergrund irritieren in einem deutschsprachigen Hörspiel ein wenig.

Das Gesicht einer jungen Frau, vor Schrecken geweitet und mit blutigen Spuren im Gesicht – das Thema der Horrorfilme und es „Final Girl“ wird auf dem Cover gekonnt umgesetzt. Mir gefällt auch, dass der sonst oft dominante Grünstich erdigeren Farbtönen gewichen ist. Im Inneren des Booklets gibt es ein recht ausführliches Interview mit Markus Winter zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Serie.

Fazit: Wieder ist eine spannende und kurzweilige Episode der Reihe gelungen, die wieder andere Akzente setzt als ihre Vorgänger und die Begrenzung auf Krankenhaus und einen recht kurzen Zeitabschnitt sehr kompakt wirkt. Manche Handlungsfäden werden aber etwas zu schnell fallen gelassen und kommen nicht so recht zur Geltung. Das Finale ist dann aber wieder packend geraten und wurde mit einigen Wendungen aufregend gestaltet.

VÖ: 14. Juni 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661382

Datenschutzerklärung