John Sinclair – 129. Gruft der wimmernden Seelen



Jane Collins ist nicht mehr sicher, seit die wimmernden Seelen aus ihrem Gefängnis ausgebrochen sind und sich auf die Suche nach dem Würfel des Unheils gemacht haben. John Sinclair ist deswegen in höchster Alarmbereitschaft und macht sich per Charterflug im Hubschrauber auf in das Kloster von Pater Ignatius – nicht ohne Zwischenfälle. Und auch Jane bekommt in ihrem Zimmer bald Besuch...

Der letzte Vierteiler von John Sinclair hat wieder für einige deutliche Umwälzungen im Gefüge der Serie gesorgt und Freund und Feind neu aufgestellt. Die Nachwirkungen davon sind in Episode 129 noch deutlich zu spüren, viele der Erzählstränge werden hier wieder aufgegriffen. Dennoch ist „Gruft der wimmernden Seelen“ mehr als nur ein verlängerter Arm der Geschichte um die Vernichtung der Großen Alten, sondern setzt mit dem Schicksal von Jane ganz andere Schwerpunkte. Auch die Stimmung ist gänzlich anders und konzentriert sich weder auf eine actionreiche Handlung – davon ist in diesem Hörspiel kaum etwas zu merken – noch auf eine sonderlich ausgereifte Story. Diese lässt sich in ein paar Sätzen zusammenfassen, punktet aber umso mehr durch eine sehr dichte und bedrohliche Stimmung. Immer wieder entgehen die Protagonisten nur knapp einem schlimmen Schicksal, müssen sich mit übernatürlichen wie irdischen Bedrohungen herumschlagen. Hinzu kommt eine sehr beklemmende Szenerie in den Tiefen des Klosters, die gerade im Finale für Gänsehaut sorgt. Die Gegner des Sinclair-Teams sorgen dabei für einige Rätsel, was für zusätzliche Spannung sorgt. Hier wird gezeigt, dass auch mit wenig Knalleffekten und unheimliche und eindringliche Sinclair-Episode erzählt werden kann.

Katy Karrenbauer, die mittlerweile die Rolle der Jane Collins übernommen von der leider verstorbenen Franziska Pigulla übernommen hat, überzeugt mit ihrem dunklen Timbre, das die unheimliche Stimmung der Folge noch weiter unterstreicht, auch wenn sie hier nicht immer die ganze Intensität ihrer Vorgängerin erreicht. Markus Stolberg ist wieder als Pater Ignatius zu hören, sein engagierter und präsenter Klang passt auch hier wieder gut in die Szenerie, wobei er die Gefühlsregungen des Mönchs gekonnt darstellt. Sven Plate ist als Frank Arthur zwar nicht allzu häufig zu hören, prägt die Episode aber mit seiner unverkennbaren Stimme, der er hier einen deutlich dunkleren Klang verleiht, als man es von ihm gewohnt ist. Weitere Sprecher sind Boris Tessmann, Konstantin Graudus und Bodo Wolf.

Bei der akustischen Umsetzung dieser Episode ist natürlich wieder alles sehr gut aufeinander abgestimmt, alles ist an seinem Platz und wirkt wie aus einem Guss. Durch die deutlich ruhigere Handlung verschiebt sich aus der Klang der Folge, wird atmosphärischer, aber nicht weniger bedrohlich. Besonders die letzten Szenen im Kloster und auch der Anfang im Hubschrauber kommen dabei gut zur Geltung.

Das Cover ist natürlich der Heftromanvorlage der Geschichte entnommen und stellt Jane Collins in den Vordergrund, die von unheimlichen Fratzen verfolgt wird. Ihr verzerrtes Gesicht ist gut umgesetzt, ebenso wie die Kulisse des Klosters im Hintergrund gelungen angedeutet wird. Die restliche Ausstattung ist wieder schlicht und übersichtlich geraten.

Fazit: Ohne den vorigen Vierteiler gehört zu haben wird man hier einige Handlungsstränge nicht ganz erfassen können, dennoch ist „Gruft der wimmernden Seelen“ mehr als nur einfache Fortsetzung und überzeugt besonders mit der sehr intensiven und unheimlichen Szenerie. Das ist sehr fokussiert auf den Moment und ohne große Handlung geschehen, was mir sehr gefallen hat.

VÖ: 28. Februar 2019
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785757291

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