Sherlock Holmes Chronicles – 64. Der Mörder von Dresden



Der Aufenthalt am Leipziger Hauptbahnhof endet nur durch viel Glück und Holmes kühlen Kopf nicht tödlich für den Meisterdetektiv und seinen Chronisten Dr. Watson. Die aus einem Hinterhalt abgegebenen Schüsse kamen von Colonel Sebastian Morel, der Professor Moriaty immer noch die Treue hält. Doch obwohl die beiden ihren alten Widersacher stellen können, ist die Bedrohung deswegen noch lange nicht abgewendet...

Wenn eine Geschichte bei den „Sherlock Holmes Chronicles“ auf zwei CDs verteilt ist, kann der geneigte Hörer schon von einer recht komplexen Handlung ausgehen – umso mehr, wenn diese wie bei der 64. Episode mit 164 Minuten Laufzeit ziemlich vollgepackt sind. Dieser Eindruck wird mit der Zeit immer mehr verstärkt, da sich die Handlung keineswegs langsam entwickelt, sondern schon zu Beginn ein ziemlich hohes Tempo vorlegt. Dieses lässt auch im Verlauf der Handlung nur selten nach, die sich deswegen drängend und sehr dicht zeigt. Die Entwicklungen sind dicht aneinander gereiht, dennoch wird wichtigen Dialogen der Raum gelassen, um sich zu entfalten und so markante Akzente zu setzen. Das ist sehr geschickt erzählt und sorgt für einen dynamischen Handlungsbogen, der sich über die gesamte Laufzeit erstreckt. Doch auch die Spannung ist hier sehr dicht, sie zieht ihre dramatische Wirkung aus der persönlichen Bedrohung von Holmes – und natürlich aus der Konstellation mit Moriaty. Dadurch werden viele packende Momente erzeugt, die den Hörer immer wieder aufhorchen lassen. Gegen Ende wird die Folge noch einmal ausdrucksstärker, intensiver und ergänzt ein packendes Thriller-Element. Diese Folge ist deutlich ernster als die meisten vorigen und unterscheidet sich in ihrem Ausdruck vor allem auch von den Originalen von Sir Arthur Conan Doyle, dürfte aber Fans der Serie gerade deswegen so sehr gefallen – mich hat sie auch wegen der weitreichenden Änderungen innerhalb des Seriengefüges vollkommen überzeugt.

Das liegt wie immer natürlich auch an den hervorragenden Sprechern, die sich auch in diesem deutlich ernsteren Stoff bestens zurechtfinden. Tom Jacobs verleiht seiner Stimme dafür einen Klang, der düsterer und eindringlicher klingt, gerade durch seine Erzähltexte wird die Spannung und die Atmosphäre der Folge verdichtet. Jörg Hengstler sorgt als Colonel Moran für einen packenden, geradezu unheimlichen Einstieg, der leicht schnarrende Ton seiner Stimme passt sehr gut zu dem hasserfüllten Mann. Reinhard Kuhnert gibt eine sehr gelungene Vorstellung als Professor Moriaty, er schärft das Profil des genialen Verbrechers mit einigen feinen Nuancen. Weitere Sprecher sind Wolfang Rüter, Santiago Ziesmer und Anna Luise Kiss.

Passend zu der sehr spannenden Geschichte ist auch die akustische Umsetzung sehr eindringlich geraten. Die Melodien fügen sich sehr stimmig zu den Dialogen ein und sorgen für eine Steigerung der Dramatik, sind aber nicht omnipräsent und unterstützen statt sich in den Vordergrund zu drängen. Gleiches gilt für die vielfältige Geräuschkulisse, die sich sehr lebendig und eindringlich einfühlt.

Ein Lob gebührt auch Mark Freier, der für diese besondere Geschichte auch ein besonderes Cover gestaltet hat. Vor der Kulisse einiger bekannter Dresdner Gebäude mit historischem Anklang ist das ernste Gesicht eines Mannes zu sehen, der durch seine Sonnenbrille finster den Betrachter anzuschauen scheint. Gepaart mit der grünlichen Einfärbung ist das sehr passend geraten, auch wenn im Inneren dieses Mal keine einleitenden Worte von WinterZeit zu lesen sind.

Fazit: „Der Mörder von Dresden“ präsentiert sich düster, packend und dramatisch, reiht zahlreiche markante Szenen aneinander und erzeugt dabei einen spannenden Sog. Schon das packende Intro ist sehr hörenswert, die Geschichte wird aber auch danach sehr intensiv weitergeführt. Eine sehr starke Episode, die über die gesamte Laufzeit hindurch die Spannung halten kann.

VÖ: 28. Juni 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662242

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