TKKG – 209. Drohbriefe von Unbekannt



Klößchen ist zu spät auf dem Weg zur Mathearbeit, doch auch seine Lehrerin kommt fast zu spät. Zufällig begegnen sie sich und „Tangente“ nimmt Klößchen in ihrem Auto mit – doch kurz darauf gerät sie von der Straße ab. Natürlich ist der Spürsinn von TKKG geweckt und mit einem anonymen Drohbrief haben sie bald einen ersten Hinweis...

„Drohbriefe von Unbekannt“ ist eine der TKKG-Folgen, bei dem man am Anfang tatsächlich nicht ahnen kann, wohin sich die Episode entwickelt. Denn die anfangs spärlich gestreuten Hinweise und eine erste Auflösung, wer hinter dem Versenden des Drohbriefes steckt, ist schon nach nicht einmal der Hälfte des gesamten Falles zu hören – und dabei dürfen die vier Hauptcharaktere mal wieder richtig ermitteln und ihre ganz persönlichen Fähigkeiten einbringen. Und auch wenn Tim des Öfteren im Vordergrund steht und bei den Recherchen von TKKG oft vorneweg stürmt, gehen Karl, Klößchen und Gaby nicht völlig unter, sondern tragen ihren eigenen Teil zur Auflösung bei. Doch nachdem der Versender des titelgebenden Briefes überführt wurde, schließt sich noch ein weiterer Fall an, der nur an wenigen Fäden mit dem ersten Teil verbunden ist. An sich ist das auch nicht schlecht gelungen, bietet so einige spannende Momente und einen dramatischen Höhepunkt. Auch einige Anklänge an die ersten Folgen wird hier geboten, indem die Skrupellosigkeit der Menschen recht überzeichnet dargestellt wird. Allerdings ist das Thema der Folge nicht so recht für die eigentliche Zielgruppe der Kinder geeignet, sie werden hier mit sehr erwachsenen Problemen konfrontiert. Und auch wenn versucht wird, dies mit einem skurrilen Ausdruck einiger Momente aufzulockern, ist das schon ein großer Klotz, der erst einmal verdaut werden will.

Das Sprechensemble punktet mit so einigen namhaften Stimmen, die ihre Rollen überzeugend darbieten. So ist Udo Schenk in der Rolle des Roland Schenk zu hören, seine typische dunkle Stimme nimmt hier wieder einen intensiven Klang an und sorgt für einige ausdrucksstarke Momente. Regina Lemnitz sorgt als Nelli Hirsch für eine der oben erwähnten skurrilen Szenen und setzt ihre Stimme dabei sehr abwechslungsreich ein. Etwas übersteuert wirkt Carla Becker als Professor Geiweber, die eine Spur zu viel Energie in ihre Stimme legt, den Grundton der resoluten Frau aber gekonnt trifft. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Konstantin Graudus und Heidi Schaffrath.

Akustisch wird wieder eine stimmige Leistung geboten, wobei sich die Hintergrundgeräusche hier oft eher zurückhalten und der Fokus immer voll auf den Sprechern liegt. Ab und an klingt das ein wenig karg, wird aber bei den Szenenübergängen wieder von einigen Melodien aufgelockert, die die jeweils vorherrschende Stimmung gut aufgreifen.

Das Cover ist mit den hellen Farben ziemlich freundlich geraten und zeigt eine der Szenen aus dem Hörspiel, als sich die komplette Jugendbande vor einer Nachricht auf Klößchens Smartphone erschrickt. Die hübsche Idee mit den Zeitungsschnipseln als gestalterisches Element kommt auch hier wieder gut zur Geltung, sogar einen der verschlüsselten Codes bekommt man hier zu sehen – was einem erst nach dem Hören auffallen dürfte.

Fazit: „Drohbriefe von Unbekannt“ nutzt eine falsche Fährte und zwei eigentlich separate Fälle, um die Spannung zu steigern, was gut gelingt. Die vier von TKKG müssen mal wieder richtig ermitteln und ihre individuellen Fähigkeiten einsetzen, was unterhaltsam und kurzweilig geraten ist – vor allem, da man lange im Dunkeln tappt, worum es eigentlich geht. Das Thema mag dann für Kinder etwas zu ernst sein, um es wirklich verdauen zu können.

VÖ: 15. März 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759117323

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