Macabros – 11. Im Leichenlabyrinth



Björn Hellmark – oder besser sein Zweitkörper Macabros - kommt in einer düsteren Nacht einer jungen Frau zur Hilfe, die sich gegen einen unheimlichen Angreifer zur Wehr setzen muss. Schwer verletzt bringt er sie in ein Krankenhaus, den finsteren Plan des Mannes kann er aber nicht verhindern. Und es kommen noch ganz andere Schwierigkeiten auf ihn zu: Sowohl er als auch Macabros wurden an unterschiedlichen Orten zu gleichen Zeit gesehen...

„Macabros“, die legendäre Gruselserie, die aktuell bei WinterZeit eine neue Umsetzung erfährt, zeigt in seiner elften Folge erneut, dass es wunderbar funktionieren kann, sowohl eine eigenständige und in sich abgeschlossene Geschichte zu präsentieren, als auch die Serienhandlung voranzutreiben. So verdichtet sich in „Im Leichenlabyrinth“ die Stimmung um den großen Gegenspieler der Serie, der auf sehr kreative Weise seine Finger im Spiel hat und Björn Hellmark ordentlich auf Trab hält. Der Start in die Folge ist extrem gut gelungen, die oben beschriebene Szenerie um den merkwürdigen Angreifer ist sehr dicht und stimmungsvoll geraten, doch dann schwenkt die Folge zu einer ganz anderen Situation mit bisher unbekannten Figuren um – um eine nicht minder packende Schreckensvision zu schildern. Die Folge lässt auch danach nicht in ihrer Intensität nach, die Entwicklungen folgen dicht aneinander und sind dynamisch aneinander gereiht. Diese sind sehr spannend geraten, aber auch der Gruselfaktor ist hier mal wieder erhöht – und das ist bei ähnlich gestrickten Serien ja nicht immer der Fall. Neben Gänsehautstimmung gibt es aber auch allerlei Lockeres oder Humorvolles, sodass eine abwechslungsreiche Episode entstanden ist, die zu den besten der bisherigen Serie gehört – und das will bei der gebotenen sehr hohen Qualität schon etwas heißen. Besonders das spektakuläre Finale bleibt dabei im Gedächtnis haften und stellt gleich noch ein paar Weichen für die kommenden Folgen der Serie.

Brigitte Carlsen macht ihre Sache als Erzählerin wieder sehr gut und spielt geschickt mit den verschiedenen Stimmungen der Folge, lässt sich immer wieder auf neue Situationen ein und hat hörbaren Spaß daran, die Hörer auch mal auf die Folter zu spannen. Anita Hopt ist als Rene Tärser zu hören, ihre markante Stimme passt nicht nur sehr gut zu der Rolle und der Atmosphäre der Serie, sie setzt diese auch treffsicher und ausdrucksstark ein. Als Ehepaar Koller haben mir die wunderbare Margot Rothweiler und Hans-Eckart Eckhardt sehr gut gefallen, mit glaubhaftem, charmanten Akzent, einem Gespür für das richtige Timing und viel Lebendigkeit in der Stimme bringen sie ihre Szenen sehr gekonnt herüber. Weitere Sprecher sind Frank Röth, Uschi Hugo und Bert Stevens.

Das Team von WinterZeit hat auch akustisch wieder aus dem Vollen geschöpft und sehr akribisch die einzelnen Effekte zusammengeführt, sodass die Szenen eine sehr gute Ausleuchtung bekommen. Dabei spielt die eingängige, düstere Musik neben den vielen Geräuschen und Sounds eine ebenbürtige Rolle, beides ergibt zusammen eine sehr enge Einheit.

Im Booklet weist Markus Winter nicht nur darauf hin, dass das stimmungsvolle und sehr passende Cover eigentlich gar nicht zu dieser Geschichte geschweige denn zu dieser Serie gehört, aus Gründen des Urheberrechts aber eben ausgewichen werden musste. Er gibt auch einige weitere Anmerkungen zu der Folge und der Serie im Allgemeinen, was sich als lesenswert und interessant herausstellt.

Fazit: „Im Leichenlabyrinth“ ist eine sehr dichte und packende Episode, die mit ihren vielen wirklich unheimlichen und gruseligen Szenen punktet. Aber auch der temporeiche und dynamische Verlauf der Geschichte sorgt für Spannung, es gibt aber auch wieder einige humorvolle Szenen. Das ist alles sehr stimmig und wird auch noch vollkommen überzeugend dargeboten – sowohl von den Sprechern als auch der akustischen Begleitung.

VÖ: 24. Mai 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661436

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