Der Ring des Nibelungen für kleine Hörer – 3. Siegfried



Siegfried wächst bei dem Nibelungen-Zwerg Mime auf, unwissend um das Schicksal seiner Eltern und seiner halbgöttlichen Herkunft. Doch das Verhältnis zu seinem Ziehvater ist gespannt, immer wieder fordert er Mime mit frechen Streichen heraus. Dieser verfolgt jedoch seine eigenen Ziele, weiß er doch um den wertvollen Ring, der von einem machtvollen Drachen bewacht wird...

„Siegfried“ ist der dritte Teil des Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner und natürlich auch in den Kinderhörspielen nach seinem epochalen Werk an die dritte Stelle gesetzt. Der Übergang zwischen dem zweiten und dritten Teil ist deutlich enger als zwischen den ersten beiden Teilen, die gesponnenen Handlungsfäden laufen hier langsam zusammen und kanalisieren sich deutlich – selbst wenn es hier noch eine Generation weiter in die Zukunft geht und nun eben der Sohn zweier Hauptfiguren der letzten Folge im Mittelpunkt steht. Und auch der erste Teil wird wieder mehr mit eingebunden, der Ring des Nibelungen steht gerade gegen Ende deutlich im Fokus. Die Handlung wird verziert mit einigen hübschen Szenen um die Götter, bei denen es schön mystisch wird, Siegfrieds Schicksal und sein berühmter Kampf gegen den Drachen sind aber die Hauptbestandteile. Mir gefällt, wie sich der bekannte Held im Laufe der Handlung entwickelt, stärker, schlauer, selbstbewusster wird. Auch seine Emotionen werden dabei gekonnt mit einbezogen, sein Mitleid ebenso wie sein Übermut oder die spätere Härte. Die Folge wirkt aber insgesamt etwas stockender und nicht so flüssig wie in den ersten beiden Episoden. Ganz gepackt hat mich „Siegfried“ deswegen nicht, dennoch ist dieser Teil auch hörenswert und natürlich ein wichtiger Teil, um die Handlung des Vierteiler komplett erfassen zu können.

Luca Zamperoni ist in der Hauptrolle des Siegfried zu hören und setzt den nordischen Helden mit viel Energie um, kann aber auch die verschiedenen Gefühlslagen der Figur umsetzen, während er als Zwerg Alberich eine weitere Rolle einnimmt und dabei ganz anders klingt. Martin Valdeig ist als Zwerg Mime zu hören, kommt aber etwas kraftlos daher und wirkt manchmal hölzern, wobei er im Streit mit seinem Bruder mehr aus sich herausgeht. Stephan Böttcher ist in einer Szene als Drache Fafner zu hören und setzt diesen ganz anders um, als man es erwarten würde, sein sanfter Klang passt aber sehr gut zu der Szenerie. Weitere Sprecher sind Frank Logemann, Lola Höller und Andrea zum Felde.

Die Musik von Richard Wagners Oper wurde natürlich auch hier meist als Hintergrund für die Dialoge gewählt, nur manchmal ist stattdessen eine stimmige Geräuschkulisse zu hören. Die Melodien spiegeln wieder perfekt die Stimmung der Handlung wider, geben den Zuhörern ein Gefühl für Opernmusik und stehen auch immer mal im Vordergrund, wenn einzelne Dialogabschnitte wiederholt werden. Ein gelungenes Konzept, welches auch hier wieder sehr gut zur Geltung kommt.

Im Hintergrund des Covers ist natürlich wieder der golden schimmernde Ring zu sehen, der alle Cover miteinander verbindet. Das eigentliche Motiv wird aber von dem Kampf zwischen Siegfried und dem Lindwurm Fafna geziert, wobei der schlichte und kantige Zeichenstil nicht gerade meins ist. Das umfangreiche Booklet mit vielen Hintergrundinformationen zu Opern ist durchaus lesenswert.

Fazit: Die Handlung verdichtet sich hier deutlich und führt so einige Handlungsstränge und Elemente aus den vorigen Episoden zusammen. Das fordert natürlich die Aufmerksamkeit des Hörers, ist aber stellenweise etwas stockend erzählt und kommt nicht so atmosphärisch herüber wie die beiden Vorgänger – trotz einiger sehr gelungener und prägnanter Szenen.

VÖ: 11. März 2019
Label: Amor Verlag
Bestellnummer: 9783947161256

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