Das Schwarze Auge – 7. Der Fluch des Goldes



Die Schlacht gegen Lares von Weißen Turm wurde erfolgreich geschlagen, dennoch muss sich die Gruppe um Gundar Gemmenschneider weiterhin im Verborgenen halten und bleibt deswegen noch eine Weile länger zusammen. Doch es ziehen neue dunkle Wolken auf, als Thorwalder Horthar auf einen alten Kameraden stößt und dieser von einem verfluchten Schatz berichtet...

Die Fantasy-Hörspielreihe „Das Schwarze Auge“, die auf dem gleichnamigen Rollensiel basiert, startet mit der siebten Episode in einen neuen Handlungsstrang, das erste große Finale wurde in Folge sechs erzählt. Das merkt man der Episode auch an, der Start wirkt ein wenig wie die Ruhe nach dem Sturm. Nach einem stimmungsvollen Intro, in der schon einmal tiefer in die Piraten-Szenerie eingetaucht wird, werden die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander noch einmal abgeklopft, Zukunftspläne geschmiedet und Spötteleien ausgetauscht – bis das Thema der neuen Staffel eingeläutet wird. In mehreren Szenen wird von dem geheimnisvollen verfluchten Schatzes berichtet, aber auch ein neuer Endgegner wird präsentiert. Dadurch kommen jeweils herrlich mystische und düstere Elemente mit ein, die der Szenerie zusätzlichen Reiz verleihen. Die Stimmung in der bekannten und leicht angewachsenen Gruppe wird gekonnt beschrieben und bildet das solide Fundament der Serie, in der sich die Handlung gut einbettet. Dafür muss man allerdings auch in Kauf nehmen, dass die Charaktere recht klischeebelastet sind und der plötzliche enge Zusammenhalt der Gruppe nach den bisherigen Querelen eben doch etwas holprig wirkt. Auch die zarten Anbandelungsversuche, die hier eingebaut werden, wirken nicht ganz rund. Insgesamt gefällt mir aber die Stimmung und die Dynamik der Folge, die gut gelungen ist.

Marco Kröger hat als Thorwalder Hothar natürlich noch ein bisschen mehr zu tun als in den vorigen Episoden. Seine raue und markante Stimme passt gut zu der Rolle und prägt die Szenerie deutlich, was ihm sicher gelingt. Tino Kießling ist als Laske Björnsson zu hören, auch er legt viel Energie in seine Stimme und setzt immer wieder Akzente, was besonders einen Bericht lebendig wirken lässt. Marie Bierstedts sanfter Klang bildet einen gelungenen Kontrast zu der harten Atmosphäre der Folge, auch sie spricht sehr dynamisch und passt sich den unterschiedlichen Szenerien an. Weitere Sprecher sind Torsten Sense, Eckart Dux und Axel Ludwig.

Die akustische Umsetzung der Folge ist den beiden ausführenden Labels WinterZeit und Audionarchie wieder gut gelungen, die einzelnen Elemente greifen gut ineinander. Dabei gibt es wieder viel Musik, die die verschiedenen Stimmungen aufgreifen und verstärken. Die Geräuschkulisse wirkt authentisch und bildet meist einen passenden Hintergrund, setzt sich aber auch mal mehr in den Vordergrund und erhöht dann die Dramatik der Episode.

Die anfänglich geschilderte Schlacht auf hoher See ist auch auf dem Cover zu sehen und versetzt den Hörer so gleich in die richtige Stimmung für die Folge. Auch hier ist wieder sehr detailreicher Zeichenstil genutzt worden, sodass man bei den beiden Segelschiffen viele Einzelheiten erkennen kann. Im Inneren des Booklets ist noch ein Interview mit Patrick Holtheuer und Markus Winter zu lesen, in dem sie die erste Staffel Revue passieren lassen und einen Ausblick auf das Kommende bieten.

Fazit: Der Start in die neue Staffel ist mit „Der Fluch des Goldes“ gut gelungen. Die Einführung in die neue Szenerie ist lebendig geraten und weckt das Interesse an der weiteren Entwicklung und punktet mit einigen starken Szenen. Die Charaktere funktionieren wieder sehr gut miteinander, jeder bringt seine eigene Stimmung mit ein. Da mag man den einen oder anderen kleinen Stolperstein verkraften.

VÖ: 18. April 2019
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 9783960660057

Datenschutzerklärung